Leistungen der Neuro- und Wirbelsäulenchirurgie

Das Leistungsspektrum unserer Klinik beinhaltet die Behandlung von Verletzungen und Erkrankungen der Wirbelsäule, des Schädels und des Zentralnervensystems (ZNS). Wir verfügen dabei über eine technische und personelle Ausstattung, die uns eine modernste Therapie im gesamten Spektrum der Neurochirurgie (Nervenchirurgie) ermöglicht.

Die Klinik die volle Weiterbildungsermächtigung von 72 Monaten.

Schwerpunkte im Schädelbasis-Zentrum

Hirntumorerkrankungen

Ein Schwerpunkt unserer Tätigkeit liegt in der Untersuchung und Behandlung von Hirntumorerkrankungen.

Wir nutzen dabei mit hoher professioneller Kompetenz alle modernen gängigen diagnostischen und operativen Verfahren, inklusive Neuronavigation (computergestützte Orientierungshilfe), während der Operationen eingesetzte Tumorfärbetechniken und Neuromonitoring (Überwachung der Nervenaktivität). Überregional anerkannt ist unsere Expertise bei der Durchführung sogenannter "Wach-Operation", die bei bestimmten Hirntumoren zur Anwendung kommen.

Durch die enge Zusammenarbeit mit dem onkologischen Zentrum (Krebszentrum) der Niels-Stensen-Kliniken können wir unseren Patienten eine leitliniengerechte individuelle Therapie anbieten, die auch höchsten wissenschaftlichen Ansprüchen gerecht wird.

Ein besonderes Kompetenzfeld unserer Klinik ist auch die Chirurgie der Hypophysentumoren (Geschwulsten der Hirnanhangsdrüse).

Kinderneurochirurgie

Die Behandlung von neurochirurgischen Erkrankungen bei Kindern erfolgt durch unsere Klinik am Standort Marienhospital Bischofsstrasse in Zusammenarbeit mit dem Christlichen Kinderhospital Osnabrück.

Schwerpunkte im Wirbelsäulenzentrum

Wirbelsäulenerkrankungen

Ein weiterer Schwerpunkt liegt in der Behandlung von Erkrankungen der Wirbelsäule.

In unserem Wirbelsäulenzentrum führen wir von minimal-invasiven (möglichst kleinen) Eingriffen wie die Facettengelenksthermokoagulation (Hitzebehandlung bei Wirbelgelenksarthrose), über die mikrochirurgische Therapie von Bandscheibenvorfällen oder Wirbelkanaleinengungen bis hin zu operativen Verfahren der Wirbelsäulenversteifung (Spondylodese) und komplexer Rekonstruktionen alle gängigen Therapieverfahren durch.

Das Behandlungsspektrum umfasst dabei die gesamte Bandbreite der Wirbelsäulenerkrankungen vom Schädel bis zum Steiß: Von degenerativen Veränderungen (Verschleiß-/Alterserscheinungen) und Verletzungen der Wirbelsäule über Tumorerkrankungen bis zu akuten oder chronischen Infektionen.

Unser Behandlungskonzept richtet sich dabei nach dem Maßstab, mit dem kleinstmöglichen Eingriff den größtmöglichen Effekt für den Patienten zu erreichen.

Eine besondere Profession unserer Klinik ist die Wirbelsäulenprothetik. Wir verfügen über eine große Erfahrung auf dem Gebiet der Implantation von Bandscheibenprothesen und des Wirbelkörperersatzes.

Schmerztherapie

Zusammen mit der hiesigen Klinik für Anästhesie, Intensivmedizin und Schmerztherapie und den regional niedergelassenen Schmerztherapeuten betreuen wir die Patienten mit chronischen Schmerzerkrankungen im Rahmen einer multimodalen Schmerztherapie. Dabei bieten wir die verschiedenen operativen schmerztherapeutischen Verfahren wie SCS-Systeme ("Rückenmarksstimulatoren") oder Medikamentenpumpenimplantationen aus sehr erfahrener Hand an.

Die Langzeitbetreuung der Patienten erfolgt persönlich durch die behandelnden Oberärzte in unserem MVZ Neurochirurgie in einer Spezialsprechstunde. Dabei legen wir auf die fortlaufende Abstimmung des Behandlungskonzeptes mit den weiteren Behandlern grossen Wert.

Chirurgie der peripheren Nerven

Unsere Klinik ist auf die Behandlung peripherer Nervensyndrome spezialisiert. Dazu gehört die chirurgische Therapie bei Karpaltunnelsyndrom, Ulnarisrinnensyndrom und Tumorbildungen der peripheren Nerven. Häufig können solche Eingriffe ambulant durchgeführt werden. 

Neuromodulation

Die Neuromodulationsambulanz wird als Teil des Wirbelsäulenzentrums in Kooperation der Kliniken für Neurochirurgie und Anästhesie betrieben und steht unter der gemeinsamen Leitung von Andrej Krikun (Neurochirurg) und PD Dr. Henning Stubbe (Schmerztherapeut).

Was ist Neuromodulation?

Unter Neuromodulation versteht man die gezielte Beeinflussung der Nervenaktivität zur Hemmung der Schmerzfortleitung. Zu dieser Technik werden verschiedene Verfahren gezählt, die bei uns regelmäßig eingesetzt werden:

Rückenmarkstimulation (SCS)

Bei der SCS-Therapie (Spinal Cord Stimulation) werden in einer kleinen Operation ein oder zwei dünne elektrische Sonden unter Röntgenkontrolle in den Rückenmarkskanal eingebracht. Dort wird nach Anschluss an einen kleinen Generator (IPG) der hintere Anteil des Rückenmarks elektrisch so beeinflusst, dass die Schmerzfortleitung zum Gehirn gehemmt wird. Die SCS wird insbesondere bei ansonsten therapieresistenten Rücken-/Beinschmerzen mit großem Erfolg eingesetzt. Darüber hinaus gibt es weitere hervorragende Einsatzmöglichkeiten, wie z.B. bei schmerzhaften Durchblutungsstörungen in Bein oder Herz oder Nervenschmerzen in Schulter, Armen und Beinen.

Am Marienhospital Osnabrück – Standort Natruper Holz steht die neueste Gerätegeneration mit innovativen Stimulationsformen (Hochfrequenz- und Burststimulation) zur Verfügung.

Hinterwurzelganglion-Stimulation (DRG)

Ähnlich der SCS werden bei der DRG (Dorsal Root Ganglion Stimulation) ein oder mehrere kleine elektrische Sonden implantiert – allerdings nicht in den Rückenmarkskanal, sondern in die Austrittslöcher der Rückenmarksnerven (Neuroforamen). Dort verändern die elektrischen Signale der Sonden die Aktivität von kleinen Nervenzellansammlungen (Ganglien) im Bereich der Hinterwurzel der Rückenmarksnerven. An diesem Ganglion können die Schmerzsignale aus einem bestimmten Areal des Körpers unterdrückt werden. Die DRG ist zur Behandlung von Nervenschmerzen geeignet und stellt bei richtiger Indikationsstellung eine effektive Therapiemöglichkeit von behandlungsresistenten Schmerzen bei CRPS Typ I und II (Reflexdystrophie, Morbus Sudeck), regionalen neuropathischen Schmerzsyndromen (chronische Knieschmerzen nach Gelenkersatz, dauerhafte Leistenschmerzen nach Hernien-OP) sowie bei Stumpf- und Phantomschmerzen dar.

Periphere Nervenstimulation (PNS)

Stimulationssonden können nicht in nur in die Nähe des Rückenmarks, sondern auch an periphere Nerven platziert werden und dort die Schmerzfortleitung effektiv hemmen. Dieses Verfahren kommt zum Beispiel bei bestimmten Migräneformen oder peripheren Nervenschäden zum Einsatz.

Intrathekale Medikamentenpumpen

Zur rückenmarksnahen Applikation von Medikamenten (z.B. Opiate, Muskelrelaxantien) wird ein Katheter in den Nervenwasserraum des Wirbelkanals eingeführt und an eine Pumpe angeschlossen, die unter die Haut implantiert wird. Medikamente können so viel direkter und nebenwirkungsärmer an den eigentlichen Wirkort (Rückenmark) gelangen.

In Frage kommen diese Verfahren der Neuromodulation in der Regel dann, wenn weniger invasive Therapiemaßnahmen wie Medikamente, Krankengymnastik oder eine stationäre multimodale Schmerztherapie erfolglos geblieben sind. Um die Indikation zur Neuromodulation zu prüfen, wird vorab eine intensive Schmerzdiagnostik (multimodales Assessment) durchgeführt.