Weiterbildungscurricula

In der Klinik für Anästhesiologie des Marienhospitals Osnabrück ist die Möglichkeit zum Erwerb des Facharztes für Anästhesiologie, der Zusatzbezeichnung Intensivmedizin, der Zusatzbezeichnung Schmerztherapie und der Zusatzqualifikationen Notfallmedizin gegeben.

Anästhesie und Intensivmedizin

Die Klinik für Anästhesiologie besitzt am Standort Bischofsstraße die volle Weiterbildungsermächtigung für den Facharzt Anästhesie (60 Monate), die volle Weiterbildungsermächtigung für die Zusatzbezeichnung Intensivmedizin (bis zu 18 Monate, auch für Fachärzte aus den Bereichen Innere Medizin, Chirurgie, Neurochirurgie und Neurologie) und die volle Weiterbildungsermächtigung für die Zusatzbezeichnung Notfallmedizin.

Facharzt für Anästhesiologie

1. Allgemeines:

Die Klinik für Anästhesiologie am Marienhospital Osnabrück führt in den operativen Abteilungen und zu diagnostischen Zwecken etwa 15.000 Narkosen pro Jahr durch. Neben dem „operativen Geschehen“ obliegt den Mitarbeitern der Klinik die Behandlung im perioperativen Prozess (Aufwachraum, IMC-Station mit 7 Betten und eine interdisziplinär betriebene Intensivstation mit 26 Betten). Während der 5-jährigen Weiterbildung werden umfassende theoretische und praktische Kenntnisse auf allen Teilgebieten des Faches Anästhesiologie vermittelt, um die Vorrausetzungen für die Erlangung des Facharztes für Anästhesiologie zu erfüllen.

2. Ziele der Weiterbildung bis zur Beendigung des 2. Weiterbildungsjahres:

Die Kolleginnen und Kollegen sollen am Ende ihres 2. Weiterbildungsjahres alle gängigen Methoden der Allgemein- und in Teilen auch der Regionalanästhesie beherrschen und diese selbständig und Aufsicht bei Patienten der ASA-Klassifikationen 1 und 2 durchführen können. Dieses gilt insbesondere für Operationen der Fachbereiche Allgemein-, Gefäß- und Unfallchirurgie, Gynäkologie und Geburtshilfe, HNO, Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie und Neurochirurgie. Sie sind in der Lage, für die ihnen anvertrauten Patienten eine anästhesiologische Planung anhand der Vorbefunde, Vitaldaten und klinischen Untersuchung zu erstellen. Diese umfasst die Prämedikation mit Auswahl des geeigneten Anästhesieverfahrens und Weiterführung der patienteneigenen Medikation, die Narkoseführung als auch die postoperative Schmerztherapie. Um diesen Plan zu erstellen, sind fundierte Kenntnisse bei der Beurteilung von EKG, Röntgen und Lungenfunktionsuntersuchungen sowie Beurteilung der Blutgasanalyse und deren Interpretation erforderlich. Darüber hinaus sind Kenntnisse in der Pharmakologie anästhesierelevanter patienteneigener Medikation und ihre mögliche Wechselwirkung im Rahmen anästhesiologischer Leistungen erforderlich. Es wird erwartet, dass die Kolleginnen und Kollegen alle Befunde (Röntgen-Befunde, kardiologische, spirometrische und weiterführende Untersuchungen) der ihnen anvertrauten Patienten kennen, sie diese in die Anästhesieplanung mit übernehmen und das Vorgehen dementsprechend modifizieren können. Neben der erworbenen Sicherheit in der Maskenbeatmung, Allgemeinanästhesie mit Larynxmasken- und Intubationsnarkosen ist auch der klinikeigene Standard zum „difficult airway management“ bekannt und unter Assistenz eines Facharztes anwendbar. Darüber hinaus beherrschen die Kollegen die Anlage von invasiven Kathetertechniken (ZVK, Arterie) unter Aufsicht mittels sonographischer Unterstützung der Anlage. Gängige regionalanästhesiologische Verfahren der oberen Extremität unter sonographischer Kontrolle wurden gezeigt und erfolgreich angewandt. Die Ausbildung in der Sonographie findet begleitend zum Erlernen der jeweiligen Punktionstechniken statt. Zusätzlich nehmen die Weiterbildungsassistentinnen und – assistenten an internen oder externen DEGUM-zertifizierten Ultraschallkursen teil. Die Kolleginnen und Kollegen beherrschen die Anlage lumbaler Periduralkatheter zur Geburtserleichterung sowie die Spinalanästhesie zur elektiven Sectio. Kenntnisse im Bereich der prä-, intra- und postoperativen Anästhesiekomplikationen, die Besonderheiten des operativen Eingriffes, kardiopulmonale Reanimation und Schockbehandlung sowie die Initialversorgung von poly-traumatisierten Patienten bis zum Eintreffen des Facharztes werden beherrscht. Thorakale Periduralkatheter werden unter Aufsicht eines Facharztes gelegt. Innerhalb der ersten beiden Weiterbildungs-jahre, in der Regel in der Mitte des 2. Weiterbildungsjahres, ist ein halbjähriger Aufenthalt auf der Intensivstation vorgesehen, der Einblicke in die intensivmedizinische Betreuung von chirurgischen Patienten und Patienten der konservativen Medizin bietet. Hierdurch sollen insbesondere für die anästhesiologische Betreuung deutlich vorerkrankter Patienten sowie für die Versorgung bei komplikationsträchtigen und sehr invasiven Eingriffen notwendige Kenntnisse und Fähigkeiten erworben werden. Während dieser ersten Weiterbildungszeit ist die Teilnahme an einer Fortbildung zur Tätigkeit als Notarzt vorgesehen. Nach Ende der Intensivzeit sind somit die Grundvoraussetzungen für den Einsatz auf den NEF und den Erwerb der Zusatzbezeichnung Notfallmedizin gegeben. Weiterbildungsermächtigte für diese Zusatzbezeichnung sind am Standort tätig.

Voraussetzung:

Um diese Ziele zu erreichen, sind profunde Kenntnisse sowohl im praktischen aber auch im theoretischen Bereich erforderlich. Dazu zählen Kenntnisse in topographischer Anatomie, der Physiologie und der Pathophysiologie der Lunge und des Gasaustausches, der Hämodynamik (Beurteilung von EKG’s, das Wissen um die Regulation der Herz-Kreislauffunktion), Kenntnisse der Nieren- und Leberfunktion, des Säure-Base- und Wasserhaushaltes, profunde Kenntnisse im Bereich der Transfusionsmedizin (Hämostaseologie, Transfusionstrigger, ABO-Inkompatibilitäten und Transfusions-richtlinien nach den Vorgaben der Klinik und der Bundesärztekammer), Kenntnisse der Thrombozytenfunktion und der diese Funktion beeinträchtigenden Medikamente, sowie die Grundlagen der ROTEM-Analytik. Darüber hinaus sind die Regulation des Wärmehaushaltes und die Bedeutung für die postoperativen Komplikationen, Kenntnisse des zentralen, peripheren sowie autonomen Nervensystems und die Beurteilung der neuromuskulären Übertragung bekannt. Darüber hinaus sind detaillierte Kenntnisse über den Effekt der Anästhetika auf die Organsysteme vorhanden sowie die zur Verhütung von Komplikationen. Der Weiterbildungsassistent muss Kenntnisse über verschiedene Narkosesysteme und Beatmungsgeräte für Erwachsene als auch für Kinder nebst Fehlerfunktionen und Bedienungsproblemen haben. Er besitzt weitreichende Detailkenntnisse über alle Monitoring-Systeme des Hauses inklusive Narkosegeräten, Defibrillatoren und Spritzenpumpen. Darüber hinaus bestehen Detailkenntnisse im Bereich der Pharmakologie, insbesondere der verwendeten Narkotika mit allen bekannten Haupt- und Nebenwirkungen, sowohl volatiler als auch intravenöser Anästhetika und Analgetika, Lokalanästhetika, Muskelrelaxantien. Auch Kenntnisse von der Wirkung unterschiedlicher Katecholamine und anderer hämodynamisch relevanter Medikamente, antiobstruktiver und perioperativer Einsatz anderer auf die Anästhesie Auswirkung habender Medikamente (wie z. B. Insuline, Kortikosteroide). Die Kenntnis der zur Verfügung stehenden Infusionslösungen (kristalline, kolloidale) mit ihren Wirkungen auf die Hämostase und auf den Volumenhaushalt sind bekannt sowie auch die zur Gerinnungstherapie verwandten Antifibrinolytika und Prokoagulatoren. In diesem Abschnitt werden auch die notwendigen Grundvoraussetzungen für den Einsatz auf dem NEF gelegt (Fachkundenachweis, halbjährige Tätigkeit in der Intensivmedizin und die strukturierten Einweisungsfahrten durch die Weiterbildungsberechtigten). Der Weiterzubildende kennt die Standardhandlungsanweisungen der Abteilung.

3. Ziele der Weiterbildung bis zur Beendigung des 4. Weiterbildungsjahres:

Das 3. und 4. Jahr der Weiterbildung dienen der Vertiefung der bisher erworbenen Kenntnisse und die Durchführung von schwierigen Anästhesien, insbesondere bei Patienten der ASA-Klassifikationen 3 und mehr. Zusätzlich werden Allgemeinanästhesien für die Versorgung von Patienten zu intracraniellen Eingriffen und bei Kleinstkindern unter fachärztlicher Aufsicht durchgeführt sowie die Notfallversorgung im Schockraum und bei Notfällen aller Art. Voraussetzung für die erfolgreiche Durchführung dieser Allgemeinanästhesien sind profunde theoretische und praktische Kenntnisse in den unten aufgeführten Bereichen erforderlich. Weiterzubildende können Rotationen zur Vertiefung ihres Wissens und ihrer Fähig- und Fertigkeiten in den Fachbereichen Neurochirurgie am Marienhospital Osnabrück – Standort Natruper Holz oder Thoraxchirurgie am Standort Niels-Stensen-Kliniken Krankenhaus St. Raffael Ostercappeln in die jeweilige Anästhesieabteilung rotieren.

Gynäkologie und Geburtshilfe:

Kenntnis über physiologische, pathophysiologische sowie pharmakologische Veränderungen bei normaler und Risikoschwangerschaft, Kenntnis von geburtshilflichen Überwachungsmethoden und Wehentätigkeit sowie Kenntnis von geburtshilflichen Komplikationen und deren Therapie. Katheterperiduralanästhesien zur Geburtserleichterung, Spinalanästhesien zu elektiven und eiligen Sectiones, sowie Not-Sectiones in Intubationsnarkose.

Gefäßchirurgie:

Detaillierte Kenntnisse über die pathophysiologischen Besonderheiten bei gefäßchirurgischen Operationen der Aorta, der Carotis, der Visceral- sowie der Extremitätengefäße insbesondere unter „cross clamping“. Durchführung dieser Eingriffe und Kenntnisse im Umgang mit transfusionsassoziierten Gerinnungsstörungen inkl. ROTEM-Interpretation, Kenntnisse in Hämostaseologie und Management von Massivtransfusionen.

Neonatalchirurgie:

Kenntnisse der Besonderheiten im Rahmen von Operationen bei Frühgeborenen, Säuglingen und Kleinkindern, die praktischen Kenntnisse wie Intubation und Beatmung sowie Anlage von Kaudalanästhesien. Kenntnisse in den physiologischen, pathophysiologischen und pharmakologischen Besonderheiten dieser Patientengruppe.

Regionalanästhesie:

Kenntnisse über die Pharmakologie der verwandten Lokalanästhetika sowie praktische Fähigkeiten bei der Anlage von allen gängigen Regionalanästhesieverfahren inklusive lumbaler und thorakaler Periduralanästhesien, Regionalanästhesien der oberen und unteren Extremität sowie des Plexus cervicalis. Profunde Kenntnisse in der sonographisch-topographischen Anatomie und Kenntnis der ultraschallgesteuerten Punktionstechniken (insb. ultraschallgesteuerte Anlage von ZVK und Arterienkathetern).

Neurochirurgie:

Kenntnisse und Besonderheiten sowie Komplikationen von intracraniellen Eingriffen. Physiologische Kenntnisse des Hirndrucks und die Behandlungsmöglichkeiten pharmakologisch und operativ. Kenntnis im Umgang mit Schädel-Hirn-traumatisierten Patienten. Durchführung von fiberoptischen Intubationen bei HWS-Trauma.

Allgemeinchirurgie:

Kenntnisse in den Besonderheiten von Patienten, die sich größeren abdominalchirurgischen Eingriffen unterziehen, Kenntnis des operativen Procederes und präemptive Narkoseführung. Durchführung von Narkosen bei Rectumresektionen, Ösophagusresektionen mit Ein-Lungen-Beatmung unter Thorakotomie. Kenntnisse bei der Durchführung von Intubationen mit Doppellumentuben, Bronchoskopie zur Lagekontrolle, grundlegende physiologische und pathophysiologische Kenntnisse bei der Durchführung einer ILV.

Augenklinik:

Besonderheiten in der Durchführung von Anästhesien bei Patienten in der Augenklinik. Kenntnisse in der Behandlung geriatrischer multimorbider Patienten, Strabismusoperation bei Kindern.

HNO und Kieferchirurgie:

Kenntnisse der Besonderheiten bei diesen Patienten inklusive der Vertiefung des Managements des schwierigen Atemwegs mittels Fiberoptik.

4. Ziele der Weiterbildung bis zur Beendigung des 5. Weiterbildungsjahres:

Im 5. Weiterbildungsjahr ist eine erneute halbjährige Rotation auf die operative Intensivstation vorgesehen. Hier werden die bereits erworbenen intensivmedizinischen Kenntnisse zur Pathophysiologie und Physiologie schwerstkranker Patienten mit Sepsis und Organversagen vertieft. Kenntnisse und Behandlung der Organdysfunktionen und deren Ersatzsysteme bei Nierenversagen (CVVH, CVVHD, CVVHDF, iHD und deren Indikation bei Nierenfunktionsstörungen), des akuten Lungenversagens mit modifizierter Beatmungstherapie sowie Organunterstützungssysteme inklusiver extrakorporaler Membranoxygenierung (Indikation, Durchführung und Monitoring). Kenntnisse in der Behandlung von Sepsis und septischem Schock (Diagnostik, kalkulierte und resistenzgesteuerte Antiinfektivatherapie). Beurteilung von hämodynamisch instabilen Patienten mittels klinischer Variablen sowie invasiven Maßnahmen wie pulmonalarterieller Katheter und transösophageale Echokardiographie. Weaning- und Sedierungsstrategien in der Intensivmedizin. Kenntnisse der schnell orientierenden Sonographie beim kritisch kranken Patienten. In diesem Weiterbildungsabschnitt ist auch eine Rotation in die Herzchirurgie der Schüchtermann – Klinik möglich mit Erwerb von Kenntnissen zur Betreuung von Patienten an extrakorporaler Zirkulation für Herz-Thorax-Eingriffe. Kenntnisse und Besonderheiten in der Pathophysiologie von extrakorporalen Zirkulationen sowie profunde Kenntnisse mit kardiovaskulär wirksamen Medikamenten sind ebenso essentiell wie die Kenntnisse der Besonderheiten erworbener Klappenvitien, die Behandlung von kardialer Pumpschwäche, der pulmonalen Hypertonie und Umgang mit koronarinstabilen Patienten. In diesem letzten Abschnitt vor der Facharztprüfung wird sichergestellt, dass alle erforderlichen Anästhesiequalifikationen für den Facharzt-Katalog vorhanden sind einschließlich der Anzahl fiberoptischer Intubationen.

5. Weiterbildungsgespräche:

Die jährlich stattfindenden Weiterbildungsgespräche werden mit dem Chefarzt oder einem der Weiterbildungsermächtigten der Klinik und dem für die Weiterbildung des Assistenzarztes verantwortlichen Oberarzt in Form einer dem Ausbildungsstand entsprechenden, simulierten „Mini-Facharzt-Prüfung“ abgehalten. Grundvoraussetzungen sind die Dokumentation der bereits durchgeführten anästhesiologischen Maßnahmen sowie das theoretische Studium der für diesen Abschnitt erforderlichen Inhalte. Die Gespräche dienen dem Ziel, die Weiterbildungsinhalte und die Rotation in die einzelnen Fachabteilungen individuell anhand der Stärken und des Entwicklungsbedarfs anzupassen.

6. Schmerztherapie:

Die Klinik für Anästhesiologie betreibt einen Akutschmerzdienst. Die Besonderheiten der postoperativen Schmerzentstehung, –behandlung und –messung sind bekannt und die Kolleginnen und Kollegen sind in der Lage, individuelle Schmerzregime zu initiieren. Dazu gehören Kenntnisse im Umgang mit peripheren und neuroaxialen Kathetertechniken, die pharmakologischen Wirkungen und Nebenwirkungen von Lokalanästhetika, peripherer und zentral wirkender Analgetika und Adjuvantien sowie deren Zusammenwirken.

7. Simulatortraining:

Die jährliche Teilnahme an einem Simulartortraining ist für alle Weiterbildungsassistentinnen und –assistenten vorgesehen. Nach dem Erwerb der Gebietsbezeichnung können optional die Zusatzqualifikationen Intensivmedizin und Leitender Notarzt erworben werden. Unterstützt werden ferner je nach Ambition des Mitarbeiters die Weiterbildung zum Erwerb der DEGUM-Zertifikate Sonographie Anästhesie bzw. Anästhesie-fokussierte Sonographie der DGAI, OP-Management und Ärztliches Qualitätsmanagement.

Zusatzbezeichnung Intensivmedizin

1. Allgemeines:

Die interdisziplinäre Intensivstation am Marienhospital Osnabrück betreut in kooperativer Zusammenarbeit der Kliniken Anästhesiologie, Kardiologie und Gastroenterologie die intensivmedizinisch zu versorgenden Patienten des Krankenhauses. Hierfür stehen 26 Bettplätze zur Verfügung. Die Plätze sind alle mit einer invasiven Beatmungsmöglichkeit, Monitoring und Infusions- und Spritzenpumpen ausgestattet. Des Weiteren stehen non-invasive Beatmungsmöglichkeiten, Verfahren zum kontinuierlichen und intermittierendem Nierenersatz, extrakorporale Lungen-, Herz- und Herz-Lungen-Unterstützung sowie erweiterte invasive hämodynamische Messungen mit Pulmonalarterienkatheter zur Verfügung. Zur pulmonalen Diagnostik und Therapie werden Bronchoskopiegeräte vorgehalten. Der Versorgung der Patientenversorgung erfolgt werktäglich in einem Dreischicht-, am Wochenende in einem Zweischichtsystem. Das Notfallteam des Hauses wird durch Ärzte und Pflegende der Intensivstation gestellt.

2. Ziele der Ausbildung im Rahmen der Facharztweiterbildung Anästhesiologie:

Der Weiterzubildende wird in zwei getrennten, jeweils halbjährlichen Einsätzen auf der Intensivstation eingesetzt. Der erste Einsatz erfolgt gegen Ende des zweiten Weiterbildungsjahres, der zweite Einsatz gegen Ende des vierten oder im fünften Weiterbildungsjahr. Im Rahmen des ersten Einsatzes rotieren die Weiterzubildenden in die kardiologische Funktionsdiagnostik zur Erlangung von Kenntnissen in der Beurteilung echokardiographischer Basisdiagnostik. Darüber hinaus durchlaufen die Weiterzubildenden einen Einsatz in der Intensivpflege, um hier die pflegerische Versorgung intensivmedizinischer, insbesondere organunterstützter und sedierter Patienten kennenzulernen. Die erste Phase der Weiterbildung widmet sich der Einarbeitung in die tägliche Routine der Versorgung der Patienten mit täglicher Untersuchung, der Erstellung, Kontrolle und Überarbeitung von Therapieplänen, der Formulierung von Tages- und Therapieziel und deren Durchführung und Erfolgskontrolle. Nach etwa einem Monat wird nach einem Einsatz im Frühdienst ein Einsatz im Spätdienst zusammen mit einem erfahrenen Kollegen durchgeführt, währenddessen Kenntnisse in der Fortführung und Erfolgskontrolle der in der Frühschicht festgelegten Therapieziele erworben werden sollen. Nach einer etwa sechswöchigen Einarbeitung ist der Einsatz im Nachtdienst vorgesehen. Neben der Weiterbetreuung der Patienten ist in diesem Rahmen auch die adäquate Fortschreibung der Dokumentation, insbesondere der Arztbriefe durchzuführen. Diese Phase der Weiterbildung soll den Weiterzubildenden mit den Qualitätsindikatoren Intensivmedizin der DIVI vertraut machen und eine an diesen ausgerichtete Patientenversorgung vermitteln. Hierzu dient auch die Kenntnis der Standardhandlungsanweisungen der Klinik. Weiterzubildende im späteren Einsatz nach fortgeschrittener Weiterbildung sollen insbesondere ihre vertieften Kenntnisse aus der Anästhesie für die Versorgung schwer kranker Patienten einbringen. Darüber hinaus ist in diesem der Einsatz im Früh- und Spätdienst als erfahrener Assistent zusammen mit einem Assistenten in der frühen Phase der Weiterbildung vorgesehen. Die Indikationsstellung, Betreuung und Versorgung von Patienten mit Lungen- oder Kreislaufversagen und deren Therapie mit extrakorporalen Verfahren gehört ebenso zur Tätigkeit wie auch bei Patienten mit Nierenfunktionseinschränkungen und deren Therapie mit kontinuierlichen und intermittierenden Nierenersatzverfahren. Die selbstständige Durchführung bronchoskopischer Verfahren wird im Rahmen dieses Einsatzes vertieft. Die Assistenz bei der Durchführung interventioneller dilatativ-angelegter Tracheotomien ist ebenso Gegenstand der Tätigkeit wie deren Indikationsstellung und die Differenzierung zur Indikation einer plastisch-operativen Tracheotomie. Der Weiterzubildende unterstützt bei der Diagnostik des irreversiblen Hirnfunktionsausfalls und erwirbt Kenntnisse in der Versorgung von Patienten zur organprotektiven Therapie und Spendervorbereitung.

Voraussetzung:

Der Weiterzubildende im Rahmen seines ersten Einsatzes auf der Intensivstation hat sich bereits im Vorfeld mit den theoretischen Grundlagen der Patientenversorgung vertraut gemacht. Insbesondere die Kenntnis um die Qualitätsindikatoren Intensivmedizin der DIVI ist vor dem Einsatz erfolgt. Hierfür steht den Weiterzubildenden Literatur zur Verfügung. Vor dem Einsatz auf der Intensivstation werden Kenntnisse in Indikation und Durchführung einer endotrachealen Intubation und Anlage zentralvenöser und arterieller Katheter unter sonographischer Kontrolle erwartet. Diese sind im Rahmen des bisherigen Einsatzes in der Anästhesie erworben. Die Kenntnis der pharmakologischen Effekte der eingesetzten Sedativa, Analgetika und kreislaufsupportiven Medikamente ist dem Weiterzubildenden bekannt und er ist sich der Wechselwirkungen mit der Vormedikation des Patienten bewusst. Im Rahmen des Einsatzes erfolgt in beiden Einsätzen ein Gespräch mit dem Chefarzt oder einem anderen Weiterbildungsermächtigten der Klinik. Die Möglichkeit zur Teilnahme an Sonographiekursen für Intensivmedizin (E-FAST) und Echokardiographiekursen (FATE) wird gefördert und befürwortet. Es finden regelmäßige Simulationen zur Reanimation, Atemwegsmanagement und ECMO-Kanülierung, auch im Rahmen einer E-CPR, statt. Die Teilnahme an ERC-zertifizierten Reanimationskursen wird gefördert. In Zusammenarbeit mit der Klinik für Radiologie im Haus kann die Fachkunde Strahlenschutz im Gebiet „Thoraxdiagnostik auf der Intensivstation“ erworben werden.

3. Ziele der Ausbildung im Rahmen der Zusatzweiterbildung Intensivmedizin:

Neben der Ausbildung Weiterzubildender zum Facharzt für Anästhesiologie können Fachärzte der Fachgebiete Anästhesiologie, Innere Medizin und Chirurgie mit ihren jeweiligen Subspezialisierungen die Zusatzbezeichnung Intensivmedizin erwerben. Während dieser Weiterbildungszeit erfolgt ein annähernd vollumfänglicher Einsatz auf der Intensivstation im Rahmen des Schichtmodells. Von den Weiterzubildenden wird erwartet, dass die unter 2. genannten Fertig- und Fähigkeiten und Kenntnisse vorhanden sind. Ansonsten ist hier ein sechswöchiger Einsatz vorgesehen. Für Nicht-Fachärzte Anästhesiologie besteht darüber hinaus die Möglichkeit einer Rotation in die Anästhesie, um sich mit der Durchführung von Intubation und zentralvenösen und arteriellen Katheterisierungen vertraut zu machen. Im Rahmen der Tätigkeit sollen die Besonderheiten in der Versorgung intensivmedizinischer Patienten vertieft werden, insbesondere bei langzeitbeatmeten Patienten mit der Indikationsstellung und Durchführung von Tracheotomien, der Anlage und Betreuung extrakorporaler Organunterstützungsverfahren und der Durchführung transvenöser Schrittmachertherapien. Die Kenntnisse der Besonderheiten unterschiedlicher Patientenkollektive wie operierter Patienten unterschiedlicher chirurgischer Disziplinen, konservativer Patienten mit fortgeschrittenen chronischen Organfunktionsstörungen und –versagen, Patienten unter laufender oder nach erfolgreicher Wiederbelebung und traumatologischer und neurotraumatologischer Patienten sowie deren eigenständige Versorgung und Festlegung eines Therapieplanes sind Ziele der Ausbildung. Darüber hinaus ist Ziel der Ausbildung die eigenverantwortliche Organisation der Station in Zusammenarbeit mit den Pflegenden und den bettenführenden Fachabteilungen, die Patientensteuerung, die Durchführung und Umsetzung der in den Visiten besprochenen Maßnahmen und die Indikation und Organisation von rehabilitativen Anschlussbehandlungen oder Weaningtherapien. Die unter 2. genannten Fortbildungs- und Ausbildungsmöglichkeiten stehen auch im Rahmen des Erwerbs der Zusatzbezeichnung zur Verfügung.

Kontakt

Chefarzt Priv.-Doz. Dr. med. Martin Beiderlinden

T 0541 326-4502

martin.beiderlinden@remove-this.nsk.de  

Schmerztherapie

Für die spezielle Schmerztherapie besteht die volle Weiterbildungsbefugnis (1 Jahr) am Standort Natruper Holz. Die Ausbildung in der Schmerztherapie umfasst die gesamte Breite der ambulanten und stationären Schmerzmedizin. Darüber hinaus beinhaltet das Ausbildungskonzept in Kooperation mit der Klinik für Neurochirurgie und Neurologie auch die spezielle Diagnostik neuropathischer Schmerzen (Ultraschall-Nervenblockaden, Elektroneurographie, Quantitative Sensorische Testung) sowie die Einführung in interventionelle Therapieverfahren (z.B. Neuromodulation). 

Kontakt

Chefarzt Dr. med. Stefan Lauer-Riffard

T 0541 966-1500

stefan.lauer-riffard@remove-this.pkd.de 

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