Hilfe bei weiblicher Sexualfunktionsstörung

Über eine gestörte Sexualfunktion zu sprechen, fällt vielen Betroffenen schwer. Die Beschwerden sind jedoch sehr verbreitet. Die Ursachen für eine Sexualfunktionsstörung können sehr vielfältig sein. Dr. Erik Allemeyer bietet als Behandlungsmöglichkeit für Sexualfunktionsstörungen eine Stimulation sakraler Nervenwurzeln an.

Welche Rolle spielt das Nervensystem bei einer sexuellen Dysfunktion?

Der Beckenboden hat eine komplexe Anatomie und Funktion. Eine besondere Rolle spielt hierbei das Nervensystem, welches so unterschiedliche Organe wie die Harnblase, die Geschlechtsorgane, den Enddarm und den Schliessmuskel versorgt. Ein feines Geflecht aus Nerven steuert dabei Funktionen wie die Harnblasenentleerung und Harnkontinenz, die Stuhlentleerung und Stuhlkontinenz sowie das Sexualleben.

Wie kann eine Stimulation der Nerven helfen?

Bei Einsatz der Sakralnervenstimulation zur Behandlung von Kontinenzstörungen werden die Nerven im kleinen Becken durch sehr sanfte elektrische Impulse stimuliert. Hierdurch kann sich die natürliche Funktion der Nerven regenerieren und damit die Funktion der Organe im Becken wieder normalisieren. Die elektrischen Ströme werden von den Patient*innen nicht wahrgenommen.

Die jahrelange und hochspezialisierte Erfahrung in der Behandlung von Kontinenzstörungen hat dabei zu einer wichtigen Beobachtung geführt: Die Sakralnervenstimulation hat offenbar zusätzlich Einfluss auf die Sexualfunktion bei beiden Geschlechtern und kann wichtige Elemente des Sexuallebens wie die Erregbarkeit, das Orgasmuserleben und die Befriedigung beim Sex verbessern. Bei Frauen können die Befeuchtung der Scheide, bei Männern die Erektion verbessert werden. Dr. Allemeyer ist diesen Fragen nachgegangen und hat eine wissenschaftliche Arbeitsgruppe, bestehend aus Gynäkologen, Sexualmedizinern, Urologen und ihm selber als Beckenbodenchirurg zur Erforschung der Behandlungsmöglichkeiten von Sexualfunktionsstörungen durch die Sakralnervenstimulation gegründet. Erste Ergebnisse der Arbeitsgruppe um Dr. Allemeyer wurden jetzt in der renommierten deutschsprachigen Fachzeitschrift „Gynäkologie“ veröffentlicht (siehe Literaturhinweis).

Wie erfolgt die Behandlung?

Als erste Klinik in Deutschland bietet das Franziskus-Hospital Harderberg in der Abteilung von Dr. Allemeyer die probeweise Sakralnervenstimulation zur Behandlung von Sexualfunktionsstörungen an. Hierbei wird minimal-invasiv nur über eine kleine Kanüle eine Stimulationssonde am Nervengeflecht im kleinen Becken platziert. Während einer mehrwöchigen Testphase erfolgt die Stimulation des Nervensystems im Becken von einem kleinen Impulsgeber aus, welcher auf der Haut aufgeklebt wird. Bei erfolgreich verlaufender Testphase kann ein Impulsgeber wie ein Chip unter der Haut platziert werden, das System ist dann von außen nicht mehr sichtbar. Erfahrungsberichte zur Sexualfunktion von Patient*innen, bei denen eine Sakralnervenstimulation aufgrund anderer Erkrankungen erfolgte, lassen z.T. verblüffende Erfolge erkennen.

Sprechstunde und Kontakt

Sie wünschen weitere Informationen zum Thema Sakralnervenstimulation? Kontaktieren Sie uns und wir melden uns umgehend bei Ihnen zurück.

Was wünschen Sie?
So können wir Sie erreichen

aus: E. Allemeyer, M. Bauer, C. Vollmer, F. Strube, F. Queißert „Der Einsatz der chronischen Sakralnervenstimulation (SNS) bei Sexualfunktionsstörungen der Frau – ein systematischer Review Gynäkologie 2022;55:799–809

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