Fuß

Während unsere Füße uns im Laufe eines Menschenlebens ca 12.0000 km weit tragen, - das entspricht ungefähr drei Umrundungen des Erdballs - und täglich durchschnittliche Belastungen von 1.000 Tonnen aushalten müssen, werden sie oftmals vernachlässigt. Im Gegensatz zu den Händen lassen sie sich im Schuhwerk verstecken.

Neben Erkältungen und Zahnschmerzen haben fast alle Menschen im Laufe ihres Lebens Beschwerden im Bereich der Füße.

Dabei kann es sich um einfache Probleme wie Überlastungsschmerzen, Blasen oder Warzen bei Schulkindern handeln. 

Oftmals finden sich als Ursache allerdings Fehlstellungen der Großzehe (Hallux valgus), die Grußzehensteife (Hallux rigidus) und weitere krankhafte Veränderungen im komplexen Aufbau des Fußskelettes.

Bereits Neugeborene können behandlungswürdige Fußdeformitäten aufweisen. Hier ist eine Therapie erforderlich, die neben korrigierenden Maßnahmen auch die physiologische Entwicklung einbezieht.

Im Alter kommen dann häufig Störungen durch Grunderkrankungen wie Zuckerkrankheit oder Durchblutungsstörungen hinzu, die Beschwerden verschlimmern und zu gefährlichen Erkrankungen (wie z.B. diabetisches Fußsyndrom, chronische Ulcerationen) führen können.

Ein frühzeitiges Erkennen von Störungen der Fußmechanik, Veränderungen an den Knochen und Weichteilen, der Belastung und der Funktion sind wichtig, um zeitgerecht die passende Behandlung einzuleiten und auch durch operative Eingriffe eine Wiederherstellung der Funktion zu erlangen und auch das kosmetische Erscheinen zu verbessern.

Anatomie des Fußes

Die komplexe Anatomie des Fußes besteht aus 20 Muskeln, 26 Knochen, 33 Gelenken und über 100 Bändern, die für den sichern Stand und die Bewegungen verantwortlich sind.

Über eine große Anzahl an Nerven werden die Temperatur, der Druck und der Dehnungszustand der Muskulatur erfasst, wodurch der Fuß ein sensibles Tastorgan darstellt und Informationen über die Position im Raum in drei Ebenen, die Temperatur und die Beschaffenheit des Untergrundes erfasst.

Störungen der Anatomie oder der Funktion führen zu Hautreizungen, Schwielenbildung, Schmerzen, Gelenkfehlbelastungen und langfristig zu einer eingeschränkten Belastbarkeit, sowie Veränderungen des Gangbildes.

Hallux valgus

Durch Veränderungen der Fußstatik kommt es zu einem Abweichen des ersten Mittelfußknochens nach medial und durch den Veränderten Zug der Sehnen zu einem Ausweichen des ersten Strahls nach medial. Am Großzehengrundgelenk bildet sich eine Schwiele. Die Fehlbelastung des Gelenkes führt auf Dauer zu Verschleißerscheinungen.

Je nach Schwere der Fehlstellungen kommen verschiedene Operationsmöglichkeiten in Frage. Neben Weichteiloperationen mit Versetzen von Sehnen und Kapselraffungen (Operation nach Mc Bride) kommen knöcherne Umstellungsoperationen bei ausgeprägter Fehlstellung in Frage. In Abhängigkeit vom Winkel der Fehlstellung können Umstellungen gelenknah (z.B. Chevron-Osteotomie) oder basisnah erfolgen.

In manchen Fällen ist auch eine Versteifung am Übergang von Mittelfußknochen zu Fußwurzel (Lapidus Arthrodese) erforderlich.

Die Nachbehandlung hängt von dem angewendeten Operationsverfahren ab und wird mit den Patienten in der Planung und Aufklärung besprochen. Viele Eingriffe ermöglichen eine sofortige Belastung in Spezialschuhen, bei aufwendigeren Verfahren ist eventuell eine Mobilisation unter Entlastung an Unterarmgehstützen indiziert.

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