Thema des Monats

Klinikpartnerschaft mit der Mongolei

 

 

Bundesministerium fördert Klinikpartnerschaft
der Proktologie, Kontinenz- und Beckenbodenchirurgie am Franziskus-Hospital

Textauszug aus unserer Publikation
in der wissenschaftlichen Fachzeitschrift
`Coloproctology`2021

Autoren: B. Choidogjamts, B.-U. Erdene, E. Allemeyer

Hintergrund:
Das Förderprogramm Klinikpartnerschaften.de des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) fördert deutsche Institutionen (internationale Programme) nach dem Konzept des gemeinsamen Lernens (Peer-to-peer-Ansatz, shared learning) zwischen Gesundheitsdienstleistern aus Deutschland (high income countries HIC) einerseits und Ländern mit mittlerem oder geringem Einkommen (low or middle-income countries LMIC) (1) entsprechend den UN-Millenniumszielen Nr. 3 und Nr. 17 (2). Der Stellenwert der Chirurgie für die globale Gesundheitsversorgung wird als sehr hoch anerkannt (3). Wir beschreiben den Beginn und die Zielsetzung unserer Partnerschaft zwischen Kliniken für Chirurgische Koloproktologie aus Deutschland und der Mongolei.

Methoden:
Historie, Struktur, Zielsetzungen und erste Erfahrungen unserer internationalen Zusammenarbeit werden beschrieben und in Bezug gesetzt zum wissenschaftlichen Hintergrund der globalpolitischen Regierungsinitiative.

Ergebnisse:
Unser Projekt wurde 2018 gegründet. Eine erste Hospitation in Deutschland diente dem Erfahrungsaustausch, der Zieldefinition und dem Konzeptentwurf für eine langfristige internationale Lern-Partnerschaft zwischen den Kliniken in Deutschland und der Mongolei. Anschließend setzte sich der Austausch online fort. 2020 wurde das Projekt durch das BMZ in das GIZ-Förderprogramm Klinikpartnerschaften aufgenommen. Es wurden online-Austauschprogramme intensiviert und zwei taktische Ziele (Konservative Therapie der Stuhlinkontinenz und Verbesserung der Stomatherapie in der Mongolei) entworfen und umgesetzt. 2021 sind eine weitere Hospitation der Kollegen aus der Mongolei in Deutschland, der gemeinsame Kongressbesuch der DGK in München, ein Workshop zur Stomatherapie in der Mongolei (Stomatherapeutin aus der deutschen Partnerklinik) sowie ein Vortrags-und-Hands-on Austauschprogramm in der Mongolei (Projektinitiator EA aus Deutschland) geplant / umgesetzt.

Schlussfolgerungen:
Die Bewertung von Initiativen zur Förderung von Gesundheitsprogrammen in LMIC ist ambivalent (4). Seit kurzem wird das Konzept des shared learnings der OECD umgesetzt (5). Unsere Erfahrung ist bisher, dass die Klinikpartnerschaft für beide Seiten effektiv ist, indem gegenseitige Lerneffekte entstehen. Dieser erste Eindruck soll in einer Begleitevaluation kontinuierlich überprüft werden.

Literatur:
(1) www.klinikpartnerschaften.de, (2) UN Goal 17: Revitalize the global partnership for sustainable development www.un.org sustainabledevelopment/globalpart nerships/, (3) Gruendl M, Juran S Globale Chirurgie – Versorgungsdefizite kommen arme Länder teuer zu stehen Dt Arztbl 2019;116:A624-626, (4) Shrime MG, Sleemi A, Ravilla TD Charitable Platforms in Global Surgery: A Systematic Review of their Effectiveness, Cost-Effectiveness, Sustainability, and Role Training World J Surg 2015;39:10-20, (5) OECD. Paris Declaration and Accra Agenda for Action http://www.oecd.org/dac/effectiveness/

Zurück zum Seitenanfang