Ellenbogen

Das Ellenbogengelenk besteht aus drei Teilgelenken, an denen Oberarm (Humerus), Elle (Ulna) und Speiche (Radius) beteiligt sind. Es ermöglicht das Beugen, Strecken und Drehen des Unterarms – Bewegungen, die für alltägliche Handlungen wie Essen, Schreiben oder Körperpflege unverzichtbar sind. Einschränkungen der Ellenbogenbeweglichkeit führen daher oft zu spürbaren Einschränkungen im Alltag.

Typische Erkrankungen und Verletzungen

  • Verletzungen (traumatisch bedingt)
    z.B. nach Knochenbrüchen, Verrenkungen (Luxationen) oder Bandverletzungen
  • Überlastungssyndrome
    wie der Tennisellenbogen (laterale Epicondylitis) oder der Golferellenbogen (mediale Epicondylitis)
  • Nervenengpass-Syndrome
    z.B. Sulcus-ulnaris-Syndrom („eingeschlafene Finger“, Kribbeln, Kraftverlust)
  • Arthrose oder rheumatische Erkrankungen
    führen zu Schmerzen, Bewegungseinschränkung und Entzündung
     

Operative Versorgung

Das Franziskus-Hospital Harderberg zählt zu den wenigen Kliniken in der Region, die auch den Einbau künstlicher Ellenbogengelenke (Ellenbogenendoprothetik) anbieten.

Neben arthroskopischen Eingriffen (Schlüssellochchirurgie) werden – wenn erforderlich – auch offene Operationen durchgeführt, z. B.:

  • Refixation einer abgerissenen Bizepssehne
  • Offene Arthrolyse (Gelenklösung) bei Verwachsungen oder Bewegungseinschränkungen
  • Wechsel- oder Revisionsoperationen nach Voroperationen

Zur optimalen Wiederherstellung der Beweglichkeit kommen postoperativ häufig motorisierte Bewegungsschienen oder spezielle Quengelschienen zum Einsatz. Diese unterstützen den Heilungsverlauf gezielt und effektiv.

Arthroskopische Operationen

Die Ellenbogenarthroskopie (Gelenkspiegelung) ermöglicht es, mit kleinsten Hautschnitten präzise Diagnosen zu stellen und gleichzeitig schonend zu behandeln.

Typische Einsatzgebiete:

  • Entfernung von freien Gelenkkörpern (z. B. nach Verletzungen oder Arthrose)
  • Lösung von Verwachsungen und Verklebungen zur Verbesserung der Beweglichkeit
  • Behandlung von Blockaden oder Einklemmungserscheinungen
  • Entfernung entzündlich veränderter Gelenkschleimhaut (Synovialektomie)
  • Behandlung von Arthrose-bedingten Reizzuständen

Dank der minimal-invasiven Technik ist der Eingriff besonders gewebeschonend – meist sind nur vier kleine Hautschnitte erforderlich. Die Nachbehandlung erfolgt frühfunktionell, um die Beweglichkeit rasch wiederherzustellen.

Ellenbogen-Endoprothetik

Der endoprothetische Ersatz des Ellenbogengelenks wird am Franziskus-Hospital Harderberg regelmäßig durchgeführt. Sämtliche Operationen erfolgen nach standardisierten Behandlungspfaden, die auf aktuellen wissenschaftlichen Empfehlungen basieren.

Wann ist ein künstlicher Ellenbogen sinnvoll?

Die häufigste Indikation für den Einbau einer Ellenbogenendoprothese ist der fortgeschrittene Gelenkverschleiß (Arthrose) – entweder als primäre Arthrose oder nach Verletzungen (posttraumatische Arthrose).

Daneben können auch folgende Ursachen einen Gelenkersatz erforderlich machen:

  • Rheumatoide Arthritis oder andere entzündliche Gelenkerkrankungen, die das Gelenk zerstören
  • Folgen schwerer Knochenbrüche, bei denen eine Rekonstruktion nicht mehr möglich ist
  • Versteifungen oder Bewegungseinschränkungen nach mehrfachen Operationen oder Infektionen
  • Komplexe Fehlstellungen oder ausgedehnte Defekte der Gelenkflächen

Ziel des Eingriffs ist es, Schmerzfreiheit, Beweglichkeit und eine dauerhafte Funktionsverbesserung des Ellenbogengelenkes zu erreichen – und so die Lebensqualität und Selbstständigkeit im Alltag wiederherzustellen.

Nach der Operation

  • Bereits am ersten Tag nach der Operation beginnt die Physiotherapie mit aktiver Mobilisation.
  • Durch das moderne Fast-Track-Konzept ist nur ein kurzstationärer Aufenthalt von 2–3 Tagen erforderlich.
  • Anschließend erfolgt die Nachbehandlung ambulant mit gezielter Krankengymnastik.

Auch wenn die Ellenbogenendoprothetik im Vergleich zu Hüft- oder Knieprothesen seltener durchgeführt wird, hat sich das Verfahren am Franziskus-Hospital Harderberg bewährt und etabliert – mit exzellenten funktionellen Ergebnissen und hoher Patientenzufriedenheit.

Ihr Vorteil im Franziskus-Hospital

  • Hohe spezialisierte Erfahrung in Ellenbogenchirurgie und Endoprothetik
  • Modernste arthroskopische und minimal-invasive Verfahren
  • Individuelle Nachbehandlungspläne mit Physiotherapie und Bewegungsschienen
  • Interdisziplinäre Betreuung durch Orthopädie und Physiotherapie