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Adipositaszentrum
Ihr Adipositaszentrum: In der Klinik für Allgemein-, Viszeral- und Minimal-Invasive Chirurgie des Christlichen Klinikums Melle steht Ihnen ein erfahrenes, interdisziplinäres Team zu Verfügung, welches nach sorgfältiger Indikationsstellung sämtliche Operationstechniken bei Adipositas sowie die Nachbetreuung nach der Operation gewährleistet.
Zur Beantwortung Ihrer Fragen stehen Ihnen die Mitarbeiter unseres Teams jederzeit gerne zur Verfügung.
Patienteninformation
Sie haben schon einen Termin bei uns für ein Erstgespräch? Dann füllen Sie bitte diese Fragebögen aus und bringen sie mit:
1. Vorbereitung Erstgespräch
Fragebogen morbide Adipositas (Download PDF-Datei)
Patienteninfo und Fragebögen (Download PDF-Datei)
2. Vorbereitung Kostenübernahme und Operation
Erforderliche Unterlagen bei Adipositas-Patienten
Mit einem BMI unter 60
1. Ernährungstagebuch (konkrete Angaben zu Art und Menge der Nahrung und Getränke)
sowie Angaben zu körperlichen Aktivitäten über 14 Tage inkl. zwischenzeitlich festgestellter
Bestimmungen des Köpergewichts
2. Ausschluss endokrinologischer und anderer internistischer Grund- oder Folgeerkrankungen
inkl. Mitteilung aktueller Werte von T3, T4, TSH, Cortisol, ACTH, Parathormon, Elektrolyte,
Eisen, HbA1c, bei Männern Testosteron
3. Fachpsychiatrische Stellungnahme zum Ausschluss von Ess-Störungen und zu ggf. anderen
psychiatrischen Erkrankungen, z. B. Sucht, Psychosen (ggf. Vorlage bereits vorliegender
Berichte zu Heilverfahren oder Psychotherapiemaßnahmen).
4. Bescheinigung über eine aktuell durchgeführte Ernährungsberatung 3-6 Monate inkl.
Stellungnahme zu Compliance und Motivation der/ des Versicherten
5. Bescheinigung für mindestens 3-6 Monate durchgeführte Bewegungstherapie inkl.
Gewichtsverlauf unter der Anleitung eines Sport- oder Bewegungstherapeuten mit entspr.
Belegen
6. Fachärztliche Stellungnahme
Mit einem BMI über 60
1. Ausschluss endokrinologischer und anderer internistischer Grund- oder Folgeerkrankungen
inkl. Mitteilung aktueller Werte von T3, T4, TSH, Cortisol, ACTH, Parathormon, Elektrolyte,
Eisen, HbA1c, bei Männern Testosteron
2. Fachpsychiatrische Stellungnahme zum Ausschluss von Ess-Störungen und zu ggf. anderen
psychiatrischen Erkrankungen, z. B. Sucht, Psychosen (ggf. Vorlage bereits vorliegender
Berichte zu Heilverfahren oder Psychotherapiemaßnahmen)
3. Drei Monate Ernährungsberatung
Ernährung vor der Adipositas-OP
Wichtig ist, dass die Veränderung der Essgewohnheiten nicht erst nach der OP, sondern schon
vor der OP beginnen sollte. Die Umstellung ist dann umso leichter.
Vorbereitungsdiät
4 Wochen vor Ihrem OP-Termin
Besonders eiweißreich, fettarm und kohlenhydratarm essen!
Das bedeutet:
- Jede Mahlzeit sollte eine große Portion Gemüse enthalten
- Maximal 2 Portionen Obst (bitte nur als Frischobst und als Nachtisch nach einer Mahlzeit)
- Fleisch in Maßen, Fisch, Ei
- Milchprodukte (wie Käse, Quark, Joghurt natur, Frischkäse, reine Buttermilch, Molke
natur) sollten aufgrund ihres hohen Eiweißgehaltes ausreichend verzehrt werden. - Brot, Kartoffeln, Nudeln, Reis in kleinen Mengen
- Morgens und abends ab jetzt nur noch 1 Scheibe Brot.
- Zum Mittagessen 1 kleine Kartoffel oder einen Esslöffel Reis.
- Getränke: Sie sollten darauf achten, mindestens 2 Liter zu trinken (zuckerfreie Getränke!)
- Beachten Sie: Kein Alkohol! Keine zuckerhaltigen Getränke!! Keine Süßigkeiten!
Sollten Sie nicht satt werden... essen Sie zwischendurch eine eiweißreiche Zwischenmahlzeit wie z.B. eine Quarkspeise,
fettarmer Joghurt oder Buttermilch in Kombination mit einer Portion Frischobst.
2 Wochen vor der OP
Ab jetzt essen Sie bitte abends keine Kohlenhydrate mehr und bewusst eiweißreich, das heißt...
ca. 90-110g Eiweiß pro Tag auf 3-4 Mahlzeiten verteilt.
Tagesbeispiel:
Frühstück: 4-5 Essl. Haferflocken, 20-30g Nüsse, 150-200ml Milch o. Naturjoghurt, Kaffee oder
Tee (evtl. mit Milch) oder Kräuterquark, Frischkäse, mageren Käsesorten oder magerer
Aufschnitt. Dazu 150-200g Naturjoghurt
Mittagessen: Spinat (sattmach-Menge), 250g Fisch oder mageres Fleisch, 10g Rapsöl zum Braten
oder anderes Gemüse oder Salat, Hackfleisch oder 2-3 Rühreier, 150g Joghurt oder Quark.
Abendessen: 250g Fisch oder Eierspeisen, Gemüse und Salat
Bitte kein Brot, Nudeln, Kartoffeln, nichts Süßes
Nur bei Bedarf:
Zwischenmahlzeit: 150g Naturjoghurt oder Dickmilch oder Kefir oder Buttermilch (natur) + 100g
Hüttenkäse
Getränke: mindestens 2 Liter täglich (keine zuckerhaltigen)
Ratsam ist die Einnahme von Multivitaminpräparaten
Allgemeine Ernährungsempfehlungen nach der Operation
- Essen Sie drei bis vier Mahlzeiten
- Nehmen Sie sich Zeit für das Essen, essen Sie langsam und kauen Sie gut
- 20er Regel: pro Mahlzeit 20 Minuten Zeit nehmen, jeden Bissen 20x kauen
- Essen Sie besonders kohlenhydrat- und fettarm
- Achten Sie auf ausreichend Eiweiß
- Vermeiden Sie kohlensäurehaltige Getränke
- Üben Sie schon, Essen und Trinken zu trennen
Eiweißgehalt in Lebensmitteln
10 g Eiweiß sind enthalten in:
- 300 ml Milch (3,5 % Fett)
- 300 ml Milch (1,5 % Fett)
- 40 g Edamer 30% F.i.Tr.
- 35 g Emmentaler 45% F.i.Tr.
- 50 g Camembert 45% F.i.Tr.
- 80 g Magerquark 0,2% Fett
- 90 g Sahnequark 40% F.i.Tr.
- 1 Ei
- 50 g Magerer Fisch, wie Seelachs
- 50 g Lachs
- 50 g Puten-/Hähnchenfleisch
- 65 g Tofu, natur
- 80 g Hüttenkäse
- 55 g Mozzarella 45% Fett
- 50 g Mozzarella light
- 60 g Schafskäse 45 % Fett
- 50 g Getrocknete Bohnen
- 50 g Getrocknete Erbsen
- 350 g Champignons
3. Nachsorge
Nachsorgekonzept
Die Bereitschaft zur Kooperation sowie eine große Motivation und Akzeptanz für eine lebenslange Nachsorge sind die Grundlage für einen erfolgreichen postoperativen Verlauf.
Im Fokus der Nachsorge stehen die Erkennung und Behandlung postoperativer Komplikationen sowie die Behandlung potentieller Mangelerscheinungen.
In die Nachbetreuung eingebunden ist ein interdisziplinäres Team aus Ärzten, Psychotherapeuten, Physiotherapeuten und Ernährungsberatern. Die Nachsorgetermine werden durch den leitenden Arzt des Adipositaszentrums koordiniert und durchgeführt.
Nach allen adipositaschirurgischen/metabolischen Eingriffen erfolgt eine Nachsorgeuntersuchung zu folgenden Zeitpunkten = 1 ,3 6, 12, 18 und 24 Monaten und dann jährlich. Dabei wird das aktuelle Gewicht, Ernährungs- und Bewegungsstatus, Begleiterkrankungen, Lebensqualität sowie die psychische Situation erfasst. Des Weiteren werden die Bedeutungen von Bewegungsprogrammen erläutert. Die Laborkontrollen zur Feststellung von Mangelerscheinungen erfolgen im Normalfall über den Hausarzt.
Jeder Patient erhält nach der Operation einem individuellen Adipositasausweis. In der Patientenkarteikarte werden die Ergebnisse der Nachsorgeuntersuchungen festgehalten, Nachfolgetermine vermerkt und Besonderheiten dokumentiert.
Unsere Selbsthilfegruppe Adipositaschirurgie trifft sich einmal im Monat zum Erfahrungsaustausch und gegenseitiger Hilfestellung. Gelegentlich finden auch Informationsveranstaltungen, Ernährungsberatungen statt. Gespräche mit Gleichgesinnten führen, sich verstanden fühlen, Erfahrungen austauschen und nützliche Informationen sammeln sind eine wichtige Unterstützung auf dem Weg zur Operation und insbesondere in der Zeit danach. Vor allem Patienten, die noch auf einen Operationstermin warten, nutzen gerne die Möglichkeit ihre Fragen in der Gruppe zu besprechen und von den Erfahrungen anderer Teilnehmer zu lernen.
Ängste im Vorfeld der Operation, Frustrationen auf dem langen Weg danach oder aber auch die Freude über jeden Fortschritt, jede Zunahme an Beweglichkeit oder der Rückkehr in eine vergessene Normalität, treffen in der Gruppe auf tiefstes Verständnis und geteiltes Glück. Im Notfall ist eine Kontaktaufnahme jederzeit über die Klinik möglich.
Empfehlung für die Nahrungsergänzung nach bariatrischen Operationen
Magenbypass:
- Multivitaminpräparat (RDA 200%) =2x1 Tabl.
- Calcium-Präparat (Brause-o. Kautablette): 1500-2000 mg/Tag plus Vitamin D3 400-800 IE/Tag = 2x1 Tabl. z.B. Vitalis Ca D3 (Calciumcitrat wird besser aufgenommen, als Calciumcarbonat)
- 0,8 g Eiweiß/kg Körpergewicht
- Vitamin B12 1000 Mikrogramm (evtl. in Kombination mit Folsäure) alle 3 Monate i.m.
- Eisen bei nachgewiesenem Eisenmangel i.v., ggf. prophylaktisch: Kräuterblutsaft oder Dragees
Schlauchmagen:
- Multivitaminpräparat (RDA 100%)-1x1 Tabl.
- Calcium-Präparat (Brause-o. Kautablette): 1500-2000 mg/Tag plus Vitamin D3 400 IE/Tag=1x1 Tabl. z.B. Vitalis Ca D3 (Calciumcitrat wird besser aufgenommen, als Calciumcarbonat)
- 0,8 g Eiweiß/kg Körpergewicht
- Ggf. Vitamin B12 1000 Mikrogramm (evtl. in Kombination mit Folsäure) alle 3 Monate i.m.
- Eisen bei nachgewiesenem Eisenmangel i.v.
- Ggf. prophylaktisch Kräuterblutsaft oder Dragees
Grundsätzlich gilt:
1. Bitte beachten Sie, dass die Antibabypille nicht mehr einen sicheren Verhütungsschutz bietet.
2. Nach einem bariatrischen Eingriff 2 Jahre keine Schwangerschaft planen.
3. Lebenslang nach einem bariatrischen Eingriff keine Blutspenden mehr durchführen lassen.
4. Haarausfall: Typischerweise kann es 3-6 Monate nach der Operation zu Haarausfall kommen. Bei stärkerem Haarausfall besteht die Möglichkeit der Einnahme von Kieselerde.
Schmerzmittel nach bariatrischen Eingriffen
Leichte Schmerzen: Paracetamol (geeignet), Aspirin/ASS (ungeeignet)
Mittelgradige Schmerzen: Novalgin (geeignet), Ibuprofen/Diclofenac/alle NSAR (ungeeignet)
Starke Schmerzen: Tramadol/Tilidin/Morphin (geeignet)
Bei akut auftretenden, starken Schmerzen melden Sie sich bitte umgehend in der Klinik.
Empfohlene Laboruntersuchungen nach bariatrischen Operationen
- Blutbild
- Elektrolyte
- Glukose
- Eisen/ Ferritin
- Vitamin B12
- Leberfunktion
- Präalbumin
- Blutfette
- optional PTH
- optional Thiamin
- optional Folsäure
Im 1. Jahr: alle 3 – 6 Monate
Ab dem 2. Jahr: jährlich
Gesundheit im Gespräch - Spritze oder OP - Aktuelles aus dem Adipositaszentrum
Aufzeichnung des Vortragsabends vom 24.09.2025 mit Dr. med. Martin Gerdes (Ärztlicher Leiter des Adipositaszentrums) im Rahmen der Veranstaltungsreihe „Gesundheit im Gespräch“ im Forum Melle.




