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Wundheilung nach Amputation
CKM - Christliches Klinikum Melle

Melle/Wallenhorst/Osnabrück. Alwin Dorenkamp (77) aus Wallenhorst hat am eigenen Leib erfahren, wie das Diabetische Fußnetzwerk funktioniert und die Beteiligten effizient zusammenarbeiten. Er ist seit sieben Jahren Diabetiker und in der Zuckerpraxis Bramsche in Behandlung.
Der Rentner hatte vor Weihnachten plötzlich eine Wunde am Unterschenkel, die problemlos verheilte. Dann entstand kurze Zeit später eine weitere Wunde am Fuß. Die wollte allerdings nicht heilen. Und so führte der Weg ins Marienhospital Osnabrück, wo der Zeh als abgestorben diagnostiziert und amputiert wurde.
Dann wurde Alwin Dorenkamp zum Spezialisten Dr. Stefan Wiemeyer (Leitender Arzt Fuß- und Handchirurgie) und seinem Team in das Christliche Klinikum Melle (CKM) der Niels-Stensen-Kliniken überwiesen, um die Wundheilung zu begleiten, denn es hatte sich leider eine komplizierte Wunde mit Vereiterung entwickelt. Im CKM wurde der Patient zweimal operiert. So konnte die Störung behoben und der größte Teil des Fußes gerettet werden.
Anschließend wurde der Patient zur weiteren ambulanten Behandlung in die Zuckerpraxis Bramsche - ebenfalls ein Netzwerkpartner - überwiesen. Eingebunden wurde als Netzwerkpartner zudem Orthopädieschuhtechnik Molitor, um spezielles Schuhwerk anzupassen.
Nun hat der Wallenhorster am anderen Fuß eine neue Wunde, mit der er sofort die Ärzte aufsuchte. „Je früher in einem solchen Fall gehandelt wird, desto geringer der Eingriff und um so größer die Chance, die Mobilität zu erhalten“, erläutert Dr. Wiemeyer. Hier sei das Netzwerk äußerst wertvoll.
Dorenkamp weiß das zu schätzen: „Ich bin froh, dass es gemeinsam so gut läuft.“ Er kenne das aus seinem früheren Berufsleben als Elektriker. Auch da habe es im Team richtig gut geklappt. Ebenso sei es in der Musik, sagt der Hobbymusiker, der steirische Harmonika spielt.
Der Patient dankt dem gesamten Team um Dr. Wiemeyer und dem Fußnetzwerk Osnabrück, das vor einiger Zeit erst gegründet wurde. Denn das diabetische Fußsyndrom ist eine Folgeerkrankung des Diabetes mellitus mit Nerven- und Durchblutungsstörungen in den Füßen.
Initiatoren des Fußnetzwerks Osnabrück sind Dr. med. Stefan Wiemeyer und Jan Heggemann aus dem Christlichen Klinikum Melle sowie Dr. med. Stephan Imbusch aus der Fußambulanz im Marienhospital Osnabrück und Dr. med. Tim Wohlberedt aus der Zuckerpraxis in Bramsche.
Es gibt zwar schon seit vielen Jahren Kooperationen und Treffen einiger der Netzwerkpartner, um gemeinsam behandelte Patienten zu besprechen. Daraus soll nun aber ein umfassendes Fußnetzwerk mit allen wichtigen medizinischen Disziplinen wachsen. Denn es konnte andernorts bereits nachgewiesen werden, dass die Behandlung von Patienten mit diabetischem Fußsyndrom durch ein Netzwerk deutlich verbessert werden kann.
Mitglieder des Netzwerks sind Spezialisten aus Praxis und Krankenhaus: Diabetologie, Fußchirurgie, Orthopädieschuhtechnik, Gefäßchirurgie, Wundtherapie, Nephrologie, Radiologie, Physiotherapie, Podologie, Neurologie und Ernährungsberatung.
Im Raum Osnabrück gibt es etwa 3.200 bis 5.250 Patienten mit diabetischem Fußsyndrom, Tendenz steigend.
Patienten werden über ihren Behandler automatisch in die sektorenübergreifende Versorgung eingebettet. Sie profitieren von einer besseren Koordinierung der Weiterversorgung sowie einer unkomplizierten Terminvergabe.
Weitere Infos auf: https://www.fussnetzwerk-osnabrueck.de/
