Geschichte

Die ersten Ärzte in Ankum

Als zu Beginn des 19. Jahrhunderts der Arzt Dr. Josef Eymann ein Haus nahe der Kirche kaufte, konnte niemand ahnen, dass dieses Gebäude etwa 50 Jahre später als Krankenhaus dienen sollte. Nach Eymanns Tod verfügte dessen Ehefrau Franziska in ihrem Testament im Januar 1858, dass ihr Haus unter ihren Erben meistbietend verkauft werden sollte (s. Lagerbuch des Marien-Krankenhauses; Pfarrarchiv Ankum, Sign. B-04).

Am 24. September 1858 wurde das Haus der Eymanns schließlich von Agnes Frölke, geborene Cordes ersteigert und am selben Tag an Kaplan Heinrich Brinkmann weiterverkauft. Dieser kaufte das Haus, um ein Krankenhaus zu errichten. Zur Namensgebung heißt es im Lagerbuch: "Weil am Ankaufstage, dem 24. September, das Fest Maria de Mercede begangen wurde, so haben wir uns freudig bewogen gefunden, das Haus Marien-Hospitz zu benennen."

Ein katholisches Krankenhaus für das Kirchspiel Ankum

Das Krankenhaus war bereits zu Beginn als katholisches Krankenhaus geplant. Allerdings war für die Arbeitsaufnahme zwingend erforderlich, Ordensschwestern zu gewinnen. Nachdem aus dem Kloster St. Mauritz zu Münster zwei Schwestern nach Ankum abgeordnet wurden, erfolgte am 11.07.1860 dann die Eröffnung des Krankenhauses mit einem feierlichen Gottesdienst. Wenn auch der Kauf des Gebäudes selbst bereits 1858 erfolgte, gilt dieses Datum als das Geburtsdatum des Marienhospitals, dem ältesten Krankenhaus im Nordkreis Osnabrück.

Das Einzugsgebiet des Marienhospitals umfasste damals etwa 6.500 Einwohner. Dennoch war das Gebäude bald schon zu klein und so wurde im Jahr 1867 ein Grundstück erworben und mit dem Bau eines neuen Krankenhauses begonnen. Die Fertigstellung erfolgte bereits 1870.

Erste Erweiterungen

Bei Gründung des Krankenhauses wurde dieses als reines Belegkrankenhaus geführt: die in Ankum niedergelassenen Hausärzte waren zugleich auch am Krankenhaus tätig (ab 1867 insgesamt drei Ärzte). Als sich 1925 ein Allgemeinmediziner und Gynäkologe/Geburtshelfer in Ankum niederließ, wurden am Marienhospital erstmals auch Operationen durchgeführt. Dies machte 1926 - 1929 einen Anbau in Richtung Westen mit separatem OP erforderlich. Eine zweite Erweiterung erfolgte 1956 (Richtung Osten) einschließlich einer Aufstockung des ursprünglichen Gebäudeteils. Zu diesem Zeitpunkt verfügte das Marienhospital über 60 Betten. Ende der 1950er Jahre gab es erste Pläne zu einer erneuten Erweiterung des bestehenden Gebäudes. Diese Planungen waren erst gegen Ende der 1960er Jahre abgeschlossen, so dass am 26.04.1971 mit dem Neubau des Behandlungstraktes sowie einer Versorgungszentrale begonnen werden konnte. Im Jahr 1972 trat ein neues Gesetz in Kraft (Krankenhaus- finanzierungsgesetz), welches eine Mindestgröße von 100 Betten für ein Krankenhaus vorschrieb. Zu diesem Zeitpunkt verfügte das Marienhospital jedoch nur über 65 Betten, so dass man sich zu einer Aufstockung der Bettenzahl auf 105 entschloss. Hierzu wurde der bereits bestehende Behandlungstrakt aufgestockt. Dennoch blieb die finanzielle Förderung als vom Land anerkanntes Krankenhaus zunächst versagt.

Bereits Anfang der 1960er Jahre war das Land Niedersachsen bestrebt, kleinere Krankenhäuser zu schließen, da diese „nicht effektiv genug arbeiten.“ Ende der 1960er Jahre gab es an insgesamt neun Krankenhausstandorten im Landkreis Bersenbrück 648 Krankenhausbetten. Um 1970 fielen hiervon bereits 127 Betten in vier Krankenhäusern weg. Das Marienhospital Ankum-Bersenbrück blieb auch weiterhin bestehen, einerseits wegen der verkehrstechnisch günstigen Lage, anderseits aber auch wegen der bereits 1963 erfolgten Ansiedlung eines Chirurgen neben den schon am Marienhospital tätigen Allgemeinmedizinern.

Umwandlung vom Beleg- zum Hauptabteilungskrankenhaus

Mit der Teilfertigstellung des Behandlungstraktes wurde am 01.04.1973 auch eine Hauptfachabteilung für Innere Medizin eröffnet. Damit begann die schrittweise Umwandlung vom Beleg- zum Hauptabteilungskrankenhaus. Durch die Ansiedlung eines Gynäkologen (Dr. Raupach) konnte am 01.04.1974 eine dritte Fachabteilung, die Belegabteilung für Gynäkologie und Geburtshilfe, eröffnet werden. Genau ein Jahr später am 01.04.1975 erfolgte dann die Umwandlung der bisher als Belegabteilung geführten Chirurgie in eine Hauptfachabteilung (der bisherige Belegarzt wurde angestellter Chefarzt).

Die Anerkennung als Plankrankenhaus, welches durch das Land Niedersachsen gefördert wird, erhielt das Marienhospital jedoch erst mit Bescheid vom 09.11.1978 nach einem Gespräch vom 28.04.1976 mit dem damaligen Sozialminister; mit 45 Betten für die Innere Medizin, 40 für die Chirurgie und 20 für die Gynäkologie/Geburtshilfe erfolgte die Aufnahme in den Krankenhausplan. Die 1977 begonnene Baumaßnahme „Bettenhaus“ wurde bereits vom Land gefördert und ging am 23.05.1980 in Betrieb (durch diesen Neubau wurde die bereits 1972 erstellte Versorgungszentrale an das gesamte Krankenhaus angeschlossen).

Eine vierte Fachabteilung

1978 ließen sich in Bersenbrück zwei Orthopäden nieder, die bereits im selben Jahr ihre Tätigkeit im Marienhospital aufnahmen (offizielle Belegabteilung seit 28.11.1979). Die Gesamtbettenzahl blieb gleich, jedoch mit einer veränderten Aufteilung: 40 Innere Medizin, 33 Chirurgie, 20 Gynäkologie/Geburtshilfe und 12 Orthopädie. Die operative Tätigkeit zweier Orthopäden neben dem Chirurgen machte die Einrichtung einer eigenständigen Fachabteilung für Anästhesie notwendig. (1981). Bis dahin wurden diese Leistungen durch das Marienhospital Osnabrück erbracht.

Eine dauerhafte Auslastung von über 100 % machte 1985 eine Aufstockung des bestehenden Bettentraktes um ein Geschoß erforderlich, wodurch die Gesamtbettenzahl auf 130 Betten erhöht wurde.

Umstrukturierungen

Mitte der 1990er Jahre richtete das Land Niedersachsen seine Krankenhausplanung auf eine verstärkte Schwerpunktbildung und Kooperation aus. In diesem Zusammenhang erfolgte eine Umstrukturierung der drei Krankenhäuser des Nordkreises Osnabrück: 1996 gab zunächst das Johanniter-Krankenhaus (ehemals Stadtkrankenhaus) Bramsche seine Gynäkolgie/Geburts-hilfe auf; diese wurde am Marienhospital zentralisiert. Im Gegenzug gab das Marienhospital seine Fachabteilung für Orthopädie an das Johanniter-Krankenhaus ab. Im Jahr 2000 folgte dann die Schließung der Gynäkologie/Geburtshilfe am Christlichen Krankenhaus Quakenbrück, so dass seit dem nur das Marienhospital über eine solche Abteilung verfügt. Um sich dem in den letzten Jahren beschleunigten Anpassungsprozeß im Gesundheitswesen flexibel anpassen zu können, erfolgte 2002 die Umwandlung in eine gemeinnützige GmbH, deren Eigentümer die katholische Kirchengemeinde St. Nikolaus Ankum (95 %) sowie der Bischöfliche Stuhl zu Osnabrück (5 %) waren. Zum 01.01.2010 wiederum bekam das Marienhospital mit der Niels-Stensen-Kliniken GmbH, einem Zusammenschluss von katholischen Krankenhäusern in der Region Osnabrück, einen neuen Eigentümer. Bereits 2008 konnte mit Unterstützung eines Investors ein Pflegeheim, das Niels-Stensen-Pflegezentrum als Tochtergesellschaft des Marienhospitals eingeweiht werden. In enger Zusammenarbeit mit dem Marienhospital bietet die Einrichtung 44 Bewohnern eine professionelle stationäre Langzeit- und Kurzzeitpflege in modernen und zeitgemäß konzipierten Räumlichkeiten.

Heute verfügt das Marienhospital über jeweils durch einen Chefarzt und zwei Oberärzte geleitete Fachabteilungen für Innere Medizin, Chirurgie und Anästhesie sowie eine Belegabteilung für Gynäkologie und Geburtshilfe mit fünf Belegärzten und sieben Beleghebammen sowie Orthopädie. Die Zahl der Patienten hat sich aus bescheidenen Anfängen mit etwa 100 Patienten jährlich auf nunmehr fast 6.000 Patienten (einschließlich Säuglingen) entwickelt.

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