Kooperation Klinikum Osnabrück und Niels-Stensen-Kliniken schreitet voran

FHH - Franziskus-Hospital Harderberg

Eckpunktevereinbarung in Reaktion auf das GKV-Sparpaket

Osnabrück, 19.06.2026. Das Klinikum Osnabrück (KOS) und die Niels-Stensen-Kliniken (NSK) setzen ihre Zusammenarbeit auf einer neuen vertraglichen Grundlage fort. Gemeinsam mit der Stadt Osnabrück und dem Bischöflichen Stuhl zu Osnabrück werden sie – vorbehaltlich der finalen Ratsentscheidung – eine Eckpunktevereinbarung schließen. Diese knüpft an den zum 30.06.2026 regulär auslaufenden Letter of Intent an. Mit dieser Eckpunktevereinbarung soll das Ziel, die medizinische Versorgung in der Region an den Standorten Bischofsstraße, Finkenhügel und Harderberg nachhaltig zu sichern und zugleich wirtschaftlich tragfähig aufzustellen, weiter ausgestaltet werden.

„Eine gut abgestimmte Zusammenarbeit zwischen dem Klinikum Osnabrück und den Niels-Stensen-Kliniken ist für beide Träger und vor allem für die Patientinnen und Patienten der Region das Ziel der Überlegungen und Verhandlungen“, betont Weihbischof Johannes Wübbe, Aufsichtsratsvorsitzender der Niels-Stensen-Kliniken.

“Es geht nur miteinander”

„Es geht nur miteinander. Die letzten Wochen der gemeinsamen Arbeit haben bestätigt, dass nur die Kooperation eine optimale medizinische Abstimmung ermöglicht. In diesen herausfordernden Zeiten nutzen wir gleichzeitig die Chance für eine wirtschaftlich ausgewogene Gesundheitsversorgung“, sagt Oberbürgermeisterin Katharina Pötter.

Die gesundheitspolitischen Rahmenbedingungen verändern sich in zunehmendem Tempo. Das im Kabinett verabschiedete GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetz (GKV-Sparpaket) wird ab 2027 zu deutlich höheren wirtschaftlichen Belastungen für alle Krankenhäuser führen. Vor diesem Hintergrund werden die bisherigen Planungen und Konzepte innerhalb des Kooperationsprozesses überprüft und angepasst. Für beide Träger ist es erforderlich, wirtschaftliche Synergieeffekte schneller zu erzielen, um zukünftigen finanziellen Mehrbelastungen zu begegnen. 

Offen für Weiterentwicklungen

Die gesetzlichen Änderungen erschweren eine verlässliche, langfristige medizinische Zielplanung, die zugleich wirtschaftlich tragfähig ist. Die Eckpunktevereinbarung schreibt daher keine starre Medizinstrategie fest, sondern hält die Standortprofile der drei Krankenhäuser bewusst offen für Weiterentwicklungen. Dabei müssen gesetzliche Rahmenbedingungen, wirtschaftliche Erwägungen oder auch strategische Herausforderungen berücksichtigt werden. 

Die konkrete Ausgestaltung wird im Rahmen der gemeinsamen Medizinstrategie aufgrund dieser regulatorischen und wirtschaftlichen Vorgaben erarbeitet. Die fortschreitende Ambulantisierung und die Rehabilitationsangebote werden dabei stärker als bisher einbezogen. 

Als gemeinsames Zukunftsmodell favorisieren die Partner eine von Stadt und Niels-Stensen-Kliniken getragene Holding-Struktur, die eine noch engere Zusammenarbeit ermöglichen soll. Hierfür werden nun die vertraglichen, wirtschaftlichen und personalkonzeptionellen Grundlagen erarbeitet. Die Ausarbeitung soll bis Herbst 2026 abgeschlossen sein, sodass die Gremien aller Beteiligten zum Jahresende 2026 auf vollständiger Grundlage über die Umsetzung entscheiden können.