Früherkennung und Therapie von Gebärmutterhalskrebs

FHH - Franziskus-Hospital Harderberg

Gesundheit im Gespräch am 17. September

Gebärmutterhalskrebs zählt zu den häufigsten Krebserkrankungen bei Frauen weltweit – dabei sind die Heilungschancen gut, wenn er früh erkannt wird.

Gebärmutterhalskrebs gehört zu den Krebsarten, die durch eine gezielte Vorsorge in vielen Fällen früh erkannt und erfolgreich behandelt werden können.

Welche Möglichkeiten der Früherkennung und Vorbeugung es gibt, wie moderne Therapien aussehen und warum regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen so wichtig sind, das alles steht im Mittelpunkt der nächsten Veranstaltung der Reihe „Gesundheit im Gespräch“. Sie findet am Mittwoch, 17. September, um 18 Uhr im NOZ-Medienzentrum, Breiter Gang 10-16, statt und wird gleichzeitig im Internet übertragen. Der Eintritt ist frei und auch der Live-Stream kann frei zugänglich über den YouTube-Kanal der Niels-Stensen-Kliniken angesehen werden.

Fragen an die Ärztinnen können bereits zuvor per E-Mail über gesundheit-im-gespraech@remove-this.noz.de eingereicht werden. Referentinnen sind Dr. med. Stephani Weber (Chefärztin der Klinik für Gynäkologie am Franziskus-Hospital Harderberg) und Dr. med. Lea-Marie Köhler (niedergelassene Gynäkologin, Praxis für Frauengesundheit in Ibbenbüren).

Sie erläutern, wie Vorsorgeuntersuchungen ablaufen, welche modernen Präventionsmaßnahmen und Diagnoseverfahren eingesetzt werden und welche Therapiewege heute zur Verfügung stehen. Darüber hinaus nehmen sich die Expertinnen Zeit für Fragen der Teilnehmerinnen und Teilnehmer.

Gebärmutterhalskrebs entsteht meist infolge einer Infektion mit dem Humanen Papillomavirus (HPV). Erste Veränderungen bleiben oft lange unbemerkt, da Beschwerden in frühen Stadien selten auftreten. Umso entscheidender sind regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen beim Frauenarzt: Durch Abstriche und gezielte Tests lassen sich Zellveränderungen rechtzeitig erkennen und behandeln – bevor sich daraus eine Krebserkrankung entwickelt. Frühzeitig entdeckt, bestehen heute sehr gute Heilungschancen.

Bis 2019 wurde Frauen jährlich ein Abstrich (Pap-Test) empfohlen. Seit 2020 gibt es ein neues Vorsorgekonzept: Frauen ab 35 Jahren werden nicht nur auf Zellveränderungen untersucht, sondern zusätzlich auch auf Humane Papillomaviren getestet – Viren, die als Hauptverursacher von Gebärmutterhalskrebs gelten. Fällt dieser HPV-Test negativ aus, genügt es, alle drei Jahre einen Abstrich durchzuführen. Dabei wird in der Regel auf 18 bis 20 verschiedene Hochrisiko-HPV-Typen getestet. Frauen unter 35 erhalten weiterhin jährlich den klassischen Pap-Abstrich.

Neben der Vorsorgeuntersuchung bietet auch die HPV-Impfung einen wirksamen Schutz, da sie das Risiko einer Infektion mit den gefährlichen Virustypen deutlich senken kann. Die Ständige Impfkommission empfiehlt die Impfung bereits für Mädchen und Jungen im Jugendalter.

Werden bei einer Untersuchung Zellveränderungen festgestellt, erfolgt eine gezielte Abklärung in einer sogenannten Dysplasiesprechstunde. Hierbei handelt es sich um ein spezialisiertes Angebot, in dem auffällige Befunde noch genauer untersucht werden – zum Beispiel durch eine Lupenbetrachtung des Gebärmutterhalses (Kolposkopie) oder Gewebeproben. Ziel ist es, Krebsvorstufen frühzeitig zu erkennen und individuell geeignete Behandlungsschritte einzuleiten.

Die Behandlungsmöglichkeiten richten sich nach dem Stadium der Erkrankung und den individuellen Voraussetzungen der Patientin. Während in frühen Stadien oft minimalinvasive Eingriffe ausreichen, können in fortgeschritteneren Fällen Operationen, Strahlen- oder Chemotherapie notwendig sein.

Ziel der modernen Medizin ist es, die Heilungschancen zu maximieren und gleichzeitig die Lebensqualität der Patientinnen bestmöglich zu erhalten. Neue Therapiekonzepte ermöglichen zunehmend schonendere Behandlungswege, die individuell abgestimmt werden.