Sie sind hier:
Behandlung von Abhängigkeitserkrankungen und ihren Komorbiditäten



Qualifizierte Entzugsbehandlung

Die Niels-Stensen-Kliniken Bramsche bieten eine ganzheitliche Entzugsbehandlung an, die nicht nur den Körper betrifft, sondern auch den psychischen und psychosozialen Bereich in die Behandlung mit einbezieht. Unser Behandlungsziel ist neben der psychischen und physischen Stabilisierung die Motivationsarbeit in Richtung weiterführender Maßnahmen im Suchthilfesystem. Hier stehen insbesondere die Anbindung an eine Suchtberatungsstelle, eine Selbsthilfegruppe sowie eine anschließende ambulante, tagesklinische oder stationäre Weiterbehandlung (z.B. eine Entwöhnung) im Mittelpunkt unseres Handelns. Unser Angebot richtet sich an Menschen mit einer Alkoholabhängigkeit und / oder einer stoffgebundenen Mehrfachabhängigkeit. Unser Behandlungsangebot richtet sich nicht an Menschen mit Opiatkonsum, intravenösem Konsum, Medikamentenabhängigkeit oder einer nicht stoffgebundenen Abhängigkeit.
Körperliche Entgiftung
Die anfängliche, medikamentöse Alkoholentgiftung erfolgt in der Klinik für Innere Medizin. Körperliche Folge- und Begleiterkrankungen der Abhängigkeitserkrankung werden mitbehandelt. Die Behandlungsdauer des Qualifizierten Entzuges wird individuell zwischen den Behandlern und den Betroffenen abgestimmt. In der Regel umfasst die Behandlungszeit 16 Tage.
Psychische Ebene
In der Qualifizierten Entzugsbehandlung wird auf der psychischen Ebene eine vertiefte Eigenauseinandersetzung mit Ursachen und Auswirkungen des Suchtmittelkonsums und Veränderungswünschen im Krankheitsumgang sowie der Lebensgestaltung im individuellen, sozialen und beruflichen Lebensbereich angestrebt. Für alle Patient*innen wird eine weiterführende Maßnahme individuell erarbeitet. Bedarfsgerechte Paar- und Familienberatung sind ebenso Teil des Angebots wie die regelmäßig stattfindende Nachsorge-Gruppe.
Therapeutisches Programm
Das therapeutische Programm umfasst Psychoedukationseinheiten, die ein vertieftes Verständnis von Ursachen, Entstehung und Behandlungsmöglichkeiten der Abhängigkeitserkrankung vermitteln. Ergänzend dazu finden achtsamkeitsbasierte sowie verhaltenstherapeutisch orientierte Gruppensitzungen statt, die helfen, innere Anspannung zu reduzieren und neue Bewältigungsstrategien zu entwickeln. Unterstützende Angebote wie Akupunktur, Entspannungsübungen, Klangschalen-Reisen, tiergestützte Therapie, aktive Physiotherapie und sportmedizinische Aktivitäten, Yoga und Nordic Walking fördern körperliche Stabilisierung und seelische Ausgeglichenheit. Unsere Ergotherapie umfasst auch ein strukturiertes Hirnleistungstraining, das kognitive Fähigkeiten stärkt und alltagsrelevante Funktionen verbessert.
Eine krankheitsspezifische und gesundheitsfördernde Ernährungsberatung unterstützt zusätzlich die körperliche Erholung. Bei Bedarf begleiten wir Patientinnen und Patienten bei der Nikotinentwöhnung. Darüber hinaus stellen wir kooperierende Suchtberatungsstellen und Selbsthilfegruppen vor und informieren ausführlich über weiterführende Behandlungsangebote nach der stationären Phase. Dazu gehören auch Präsentationen kooperierender Fachkliniken, in denen persönliche Fragestellungen geklärt und passende nächste Schritte gemeinsam entwickelt werden.
Psychotherapie für Suchtkranke
Wir behandeln auf unserer Station 1A auch Menschen, die bereits abstinent von ihren Suchtmitteln leben, aber weiterhin unter anderen psychischen Erkrankungen leiden, die aktuell die stärksten Beeinträchtigungen verursachen – etwa Depressionen, Angststörungen, Persönlichkeitsstörungen, ADHS oder Traumafolgestörungen.
Unsere therapeutische Arbeit erfolgt in einem tagesstrukturierenden Setting, das sich individuell an den Bedürfnissen der Patientinnen und Patienten orientiert mit Bezugstherapeut*in, Indikationsgruppen, in denen spezifische Themen wie Emotionsregulation, Stressbewältigung oder Selbstwertstärkung vertieft werden. Die komplementären Angebote Physiotherapie, Ergotherapie, Yoga, Nordic Walking bereichern das Angebot.
Die Kombination aus individueller Psychotherapie und spezialisierten Gruppenangeboten ermöglicht eine umfassende und nachhaltige Behandlung. Es sollen die aktuellen Beeinträchtigungen unter Einbettung in den Kontext der Suchterkrankung gelindert und eine nachhaltige Verbesserung des selbstwirksamen Umgangs mit dem eigenen Befinden und Herausforderungen des Alltags erreicht werden.
Wir legen großen Wert auf ein wertschätzendes, transparentes und sicherheitsorientiertes therapeutisches Umfeld. Ziel ist es, psychische Stabilität zu fördern, Rückfallrisiken zu reduzieren und neue Perspektiven für ein selbstbestimmtes Leben zu eröffnen. Unsere Patientinnen und Patienten profitieren von einem multiprofessionellen Team, das eng zusammenarbeitet und den gesamten Menschen im Blick behält.
Beide Behandlungsangebote, der Qualifizierte Entzug und die Psychotherapeutische Behandlung, können nach individueller Klärung und Abstimmung auch teilstationär angeboten werden.
Suchthilfe in der Region
Suchtberatungsstellen / Fachstellen für Sucht
- Caritasverband für die Diözese Osnabrück e.V.
Johannisstraße 91
49074 Osnabrück
T 0541 341-404
F 0541 341-492
sucht.os@caritas-os.de
http://www.caritas-os.de/ - Diakonieverbund Sucht in der Region Osnabrück - Emsland
Kirchhofstraße 6
49565 Bramsche
T 05461 88298-0
F 05461 88298-18
bramsche@suchtberatungsstelle.de
http://www.suchtberatungsstelle.de/
Die Abteilung für Suchtmedizin der Niels-Stensen-Kliniken Bramsche ist Mitglied in der Psychiatrischen Arbeitsgemeinschaft in der Region (PAR). Die PAR dient der Koordination und Kooperation des psychiatrischen Angebotes in Stadt- und Landkreis Osnabrück. Der dazugehörige Arbeitskreis Sucht koordiniert dabei besonders die Vernetzung suchtmedizinischer Hilfsangebote, Aktivitäten (z.B. Aktionswoche Alkohol) sowie Öffentlichkeitsarbeit.
