Ethik und Seelsorge

26.01.2021 08.30

Menschenwürdige Pflege und Therapie ist kein Selbstläufer

Scham ist die beste Lehrerin

für menschenwürdigen Umgang miteinander

Ort:
Niels Stensen Bildungszentrum
Kursbeginn:
26.01.2021 08.30
Kursende:
26.01.2021 16.00
Kursleitung:
Dr. Ursula Immenschuh Prof. für Pflegepädagogik und Pflegewissenschaften Kath. Hochschule Freiburg
Maximale Anzahl Teilnehmer:
22
Minimale Anzahl Teilnehmer:
12
Geplante Stunden:
7,5
Kursbezeichnung:

2021-1 1

Inhalt:

Menschenwürde bedeutet nach Ralph Stoecker (2003) das moralische Recht, nicht gedemütigt zu werden. Dabei ist das Spektrum von Demütigung sehr groß, von der ungewollten Bloßstellung bis zur aktiven Beschämung, Folter etc. Würdeverletzungen sind immer mit dem Gefühl der Scham begleitet, denn „Die Scham ist die Hüterin der menschlichen Würde“ (Wurmser, 1997). Insofern ist dieses Gefühl ein Schutz für uns Menschen. Sie kann uns warnen, bevor unsere Würde und Integrität verletzt sind und zeigt uns an, dass eine (Scham) Grenze überschritten wird, dass wir uns oder andere schützen sollten.
In der Unterstützung von Menschen, die auf Hilfe anderer angewiesen sind, werden aber ständig Grenzen überschritten: Grenzen der Privatsphäre, der Intimität, der Nacktheit. Mit der Scham, die dabei aufkommt umzugehen, kann gelernt werden.
In dieser Fortbildung geht es zuallererst darum, in einem geschützten Raum die Scham zu enttabuisieren und kennen zu lernen als eines der bedeutsamsten Gefühle für unser Zusammenleben. Was wir brauchen, wenn wir uns schämen, ist eine ganz praktische Frage. Deshalb geht es im zweiten Teil um die Wahrung von Grundbedürfnissen: Anerkennung, Schutz, Zugehörigkeit und Integrität. Im dritten Teil betrachten wir die „Masken“, wie Leon Wurmser sie nennt, hinter denen sich Scham verbergen kann und reflektieren anhand von Alltagssituationen, wie wir menschenwürdig damit umgehen. Ganz sicher werden wir feststellen, dass uns der gekonnte Umgang mit der Scham sensibel macht für uns selbst und für andere- was die wichtigste Voraussetzung ist für menschenwürdige Pflege und Therapie.

(Anerkennung mit 8 UE für die jährlich geforderten 24 UE berufspädagogischen Praxisanleiter*innen-Fortbildungen)

Kursgebuehr:
165,00 €

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