Wenn Minuten entscheiden

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Wenn Minuten entscheiden. Die ersten „Mobilen Retter“ im Bildungszentrum. Bildungszentrum St. Hildegard beteiligt sich an der Aktion Mobile Retter

Osnabrück. Das Bildungszentrum St. Hildegard der Niels-Stensen-Kliniken beteiligt sich an der Aktion „Mobile Retter“ von Stadt und Landkreis Osnabrück. Dipl.-Pflegepädagoge Ansgar Rotert erwartet, dass dadurch jährlich mindestens 150 neue professionelle Retter das Netzwerk bereichern werden. Die Zusammenarbeit mit einer Fachpflegeschule ist nach seiner Kenntnis völlig neu. Jetzt wurde der erste Kurs unter Leitung von Matthias Hartmann und Amin Schnieder vom Landkreis Osnabrück geschult. Die angehenden Fachpflegekräfte für Intensiv- und Anästhesie sollen als mobile Retter zu Ersthelfern werden, die per App alarmiert werden. Denn täglich erleiden Menschen in der Region einen Herz-Kreislauf-Stillstand oder plötzliche Bewusstlosigkeit mit tödlichem Ausgang. Doch nach Eingang des Notrufs in den Leitstellen vergehen einige Minuten bis der Rettungsdienst beim Patienten eintrifft. Das Projekt von Landkreis und Stadt Osnabrück trägt dazu bei, dass die Zeit bis zur Ersten Hilfe verkürzt wird. Die geschulten und registrierten Ersthelfer werden per App parallel zum Rettungsdienst informiert und sind oft umgehend vor Ort.

Das funktioniert so: Bei einem Notruf mit der Meldung Herz-Kreislauf-Stillstand löst der Disponent der Leitstelle neben dem Alarm für den Regelrettungsdienst auch eine Alarmierung über die „Mobile Retter“-App aus. Das System ortet daraufhin registrierte Ersthelfer im unmittelbaren Umkreis des Einsatzortes und sendet eine Einsatznachricht auf das Smartphone. Nimmt die Person den Einsatz an, bekommt sie weitere Details, wie Einsatzort, Wegbeschreibung und Art des Notfalls übermittelt. Der Ersthelfer macht sich auf den Weg zum Patienten und überbrückt durch lebensrettende Ersthelfermaßnahmen die Zeit bis zum Eintreffen des Regelrettungsdienstes. Getragen wird das neue System durch die Hilfsorganisationen Deutsches Rotes Kreuz, Malteser Hilfsdienst, Arbeiter-Samariter-Bund, Johanniter Unfallhilfe, DLRG sowie Feuerwehren im Landkreis und der Stadt Osnabrück, die 70 Trainer zur Verfügung stellen. Bevor die Helfer als Mobile Retter registriert werden, ist ein Training oder ein Nachweis im Bereich der qualifizierten, leitliniengerechten Basisreanimation notwendig, welches durch die Hilfsorganisationen in der Region Osnabrück angeboten wird. Dieses ist in regelmäßigen Abständen von einem Jahr zu wiederholen und nachzuweisen.

Text: Daniel Meier; Foto: Esther Alves-Spielmeyer

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