Schiefe Häuser, quietschende Fahrräder und experimentelles Essen

Gesundheits-, Kranken- u. Kinderkrankenpflege

07.03.2017: Amsterdam, die Stadt mit den 1000 Gesichtern, 1024 mit uns. Die Stadt der Grachten und Museen war im März das Ziel der Klasse E Oktober 2014.

Unsere erste Lektion erfolgte prompt, als wir den Hauptbahnhof verließen: "Fahrräder bremsen nie!" Und die gibt es wirklich zahlreich in Amsterdam. Verständlich, denn ein Auto braucht man hier nicht. Für alles, was zu weit zu Fuß ist, kann man einfach in die nächste Tram springen. Das erste Highlight war die Grachtenfahrt am Dienstagnachmittag. Das Boot der Grey Line führte uns eine Stunde durch die Kanäle der Stadt. Ein Haus reiht sich hier an das andere. Kaum eins steht gerade und alle sind kunterbunt bemalt. An den Ufern liegen viele Boote, aus dessen Fenstern es freundlich winkt. Viele haben sich auf dem Wasser ihre Bleibe eingerichtet, denn Wohnraum ist knapp.

Am zweiten Tag tauchten wir ein in die Welt der Mikroorganismen. Im Natura Artis Magistra, ein rund 180 Jahre alter Park, steht Europas einziges Museum für Kleinstlebewesen, das Micropia. Ein ganz besonderes Highlight unserer Reise. Noch als Mensch betraten wir die Ausstellung. Ein Labormitarbeiter im weißen Kittel gab uns Objektträger, auf welchen wir Mikroben sammeln sollten und führte uns in den Transformator, welcher uns auf wenige Nanometer schrumpfte. Schritt für Schritt lernten wir diese unbekannte Welt kennen. Wie lebt es sich als Einzeller, wie unhygienisch ist Küssen und wie sieht eigentlich eine Hausstaubmilbe in groß aus? Auch mussten die Jungs sich eingestehen, dass sie wohl nie so kräftig werden würden, wie die Ameisen. Wären sie nämlich so groß wie wir, könnten sie einen Elefanten tragen. Besonderes eklig fanden die meisten von uns die Geruchsproben von Lebensmitteln, welche sich schon seit mehreren Monaten in der Zersetzung befinden. 

Nachmittags besuchten wir das Anne-Frank-Haus. Es ist eines der berühmtesten und meist besuchten Museen der Stadt. Ungefähr zwei Jahre versteckte sich Anne Frank mit ihrer Familie hier, in einem Hinterhaus, vor der Gestapo. 1945 starb sie im Alter von 15 Jahren im KZ Bergen-Belsen. Nur ihr Vater überlebte und verbreitete ihre Geschichte. Diese Geschichte ist im Museum wirklich gut aufbereitet. Viele von uns waren während des Aufenthaltes sehr nachdenklich.

Tag 3 stand im Zeichen der Anatomie. Body World ist eine Ausstellung von Gunther van Hagen und zeigt Körper und Exponate von echten Menschen. Zu jedem Ausstellungsstück gab es einen Audio-Guide-Artikel, der umfassend über Anatomie und Erkrankungen informierte. Eindrucksvoll war zum Beispiel eine Raucherlunge oder das gesamte Gefäßsystem. Insgesamt sehr lehrreich. Bedenklich fanden wir allerdings die Präsentation von Föten oder eines Geschlechtsakts. Am Abend kehrten wir in einem der typischen kleinen Restaurants ein. Bei Pizza und Pasta hatten wir die Möglichkeit uns über unsere Eindrücke auszutauschen und den Abend gemütlich ausklingen zu lassen. Tot binnenkort! - Bis bald! Verfasser des Artikels: Yannik Nöring, E Oktober 2014, Fotos A. Lamkemeyer

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