Pflegeleitbild im Marienhospital Osnabrück

Zielsetzung des Pflegedienstes im Marienhospital

Unser Verständnis von Pflege zeigt sich im Aufbau einer vertrauensvollen und professionellen Beziehung zum Patienten. Gleichzeitig beeinflusst das Pflegepersonal durch sein Handeln entscheidend das Miteinander in unserer christlichen Einrichtung. Die Zielsetzung des Pflegedienstes im Marienhospital haben wir wie folgt definiert: Unser primäres Ziel ist es, die Menschen, die unsere Klinik aufsuchen, zu unterstützen, ein großes Maß an Wohlbefinden beizubehalten bzw. zu erreichen.

Menschenbild

Dazu gehört:

  • dass wir jedem Menschen mit Würde und Respekt begegnen
  • dass wir die Intimsphäre berücksichtigen
  • dass wir den von uns betreuten Menschen in pflegerische Entscheidungen mit einbeziehen und in seiner Erkrankung unterstützen, begleiten und fördern
  • dass soziale, kulturelle, psychologische und spirituelle Bedürfnisse (Lebensgewohnheiten) als solche anerkannt und von der Pflege berücksichtigt und aktiv unterstützt werden
  • dass wir eine Atmosphäre schaffen, in der Angehörige sich jederzeit positiv aufgenommen und aktiv einbezogen fühlen
  • dass wir den Menschen in jeder Lebensphase berücksichtigen
  • dass wir Sterbende in der letzten Phase ihres Lebens nicht alleine lassen, sie und ihre Angehörigen/Freunde begleiten sowie ihre religiösen und kulturellen Vorstellungen berücksichtigen
  • dass die Schweigepflicht über Personen und Daten eingehalten wird

Konzept

Das Selbstverständnis der Pflege im Marienhospital wird durch das pflegerische Gesamtkonzept verdeutlicht. Das Pflegekonzept beruht auf dem ganzheitlichen Menschenbild. Es berücksichtigt die Individualität der Patienten und der Pflegenden in einer personenorientierten Beziehung.

Zur Konkretisierung des Pflegeprozesses beziehen wir uns auf das Pflegemodell von Nancy Roper et al. Das Modell ist im Marienhospital eingeführt. Es wird an laufende Entwicklungen angepasst und ergänzt.

Prozess

Das bedeutet, dass wir mit den zu uns kommenden Patienten/Angehörigen fördernd kommunizieren und sie unterstützen, ermutigen, anleiten und beraten, damit sie ihre Fähigkeit zur Realisierung und Gestaltung von Unabhängigkeit, Wohlbefinden und Lebensqualität in den „AEDL´s (Aktivitäten und existentielle Erfahrungen des Lebens) erhalten, erlangen oder wiedererlangen können.

Um eine gute Beziehung zum Patienten zu ermöglichen, haben wir im Rahmen der Ablauforganisation die Station in mehrere Bereiche aufgeteilt. Dadurch ist gewährleistet, dass jeweils eine Pflegeperson für eine bestimmte Patientengruppe zuständig ist.

Beratung

Um die Pflege auf einem hohen Niveau zu halten, werden die Pflegenden durch Experten beraten und unterstützt. Die Pflegeexperten haben Spezialausbildungen in:

  • Diabetesberatung
  • Wund- und Stomatherapie
  • Stillberatung
  • Basale Stimulation in der Pflege (Verfahren der grundlegenden Anregung)
  • Kinästhetik (Bewegungslehre) in der Pflege
  • Kinästhetik infant Handling (Bewegungslehre bei Kindern)
  • Hygiene
  • Onkologie (Krebsbehandlung)
  • Organisationsentwicklung

Die Pflegeexperten stehen den Patienten und seinen/ihren Angehörigen in Einzelfällen auch unmittelbar zur Verfügung.

Qualifikation

Bei einem steigenden pflegerischen Bedarf der Bevölkerung wird die Bedarfssicherung durch Pflegekräfte in der Zukunft keine Selbstverständlichkeit sein. Schon in der Gegenwart zeigt sich, dass Krankenhäuser in herkömmlichen Organisationsstrukturen ihre pflegerischen Planstellen nicht besetzen können. Auf dem Weg zur Professionalisierung durch Qualifikation, können Pflegende stärker Verantwortung, Eigeninitiative und Einsatzbereitschaft bei der Übernahme pflegerischer Leistungen entwickeln. Diese Kompetenz erhalten die Mitarbeiter durch fachliche- und persönlichkeitsbildende Fort- und Weiterbildungsmaßnahmen.

Der hohe Stellenwert der inner-, außer- und überbetrieblichen Fort- und Weiterbildung des Pflegepersonals wird durch das Fort-, Weiterbildungs- und Personalentwicklungsmanagement gewährleistet. Die entsprechenden Maßnahmen werden flexibel im Rahmen der Niels-Stensen-Kliniken gestaltet. Konkrete Maßnahmen ergeben sich aus dem dynamischen Entwicklungsprozess des Krankenhauses und der Notwendigkeit zur Strukturanpassung im Gesundheitswesen.

Team

Der Berufs- und Arbeitszufriedenheit der Pflegenden kommt ein hoher Stellenwert zu.

Diese wird u.a. erreicht durch:

  • Vermeidung von Überbelastung
  • Förderung eines guten Betriebsklimas
  • Wertschätzung der eigenverantwortlichen und im Team geleisteten Arbeit
  • Möglichkeit der spirituellen Begleitung und Lösung von Konflikten und Belastungssituationen
  • Angebote der Gesundheitsvorsorge, z.B. Rückenschule

Das Pflegepersonal betrachtet sich als Partner im multidisziplinären Team und strebt eine kooperative Zusammenarbeit auf allen Ebenen an. Durch die Bereitschaft zur Kritik und Selbstkritik tragen wir zu einer Atmosphäre der Offenheit und des Vertrauens bei. In Konfliktsituationen werden die verschiedenen Standpunkte berücksichtigt und eine gemeinsame Lösung erarbeitet.

Netzwerk

Wir arbeiten partnerschaftlich mit den Einrichtungen im Gesundheitswesen - wie Sozialstationen und Altenhilfeeinrichtungen, Rehabilitationskliniken und Hospitaleinrichtungen - zusammen. Das Aufnahme- und Entlassungsmanagement der Patienten erfolgt in vertrauensvoller Zusammenarbeit und dem Austausch der für die Pflege der Patienten notwendigen Informationen. Zur schriftlichen Dokumentation wird ein Pflegeüberleitungsbogen eingesetzt. Die nationalen Expertenstandards in der Pflege, wie z.B. zum Entlassungsmanagement oder zu Prophylaxen, werden in unserer Einrichtung umgesetzt.

Wir fördern und sichern die Qualität der pflegerischen Dienstleistungen, indem wir uns u.a. einer Zertifizierung der Qualität der Zertifizierungsgesellschaften KTQ und proCum Cert stellen.

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