Intensivmedizin

Auf unseren interdisziplinären Intensivstationen können Patienten nach großen Operationen oder mit schweren Akut- und Vorerkrankungen lückenlos überwacht werden. Es stehen insgesamt 26 (Standort Bischofsstraße) bzw. 14 (Standort Natruper Holz) Intensivbehandlungs- und 7 Überwachungsplätze zur Verfügung. Für die Behandlung nach großen Operationen, lebensbedrohlichen Infektionen, Erkrankungen und Unfällen steht ein engagiertes und gut ausgebildetes Ärzte- und Pflegeteam mit modernsten Behandlungsoptionen bereit.

Bettseitige Diagnostik und Therapie

Moderne Ultraschalltechniken bieten die Möglichkeit, schnell akute Störungen von Atmung und Kreislauf zu diagnostizieren und zu behandeln. Sowohl die Echokardiographie (TEE und TTE) als auch die Lungen- und Pleurasonographie, die transkranielle Dopplersonographie (TCD) und die Gefäß- sowie Nervensonographie werden bettseitig durchgeführt. Dadurch lassen sich nicht nur Röntgenstrahlen einsparen, sondern es gelingt häufig eine frühe Diagnosestellung.

Behandlung von Atmungsstörungen

Mit modernen invasiven und nicht-invasiven Beatmungsmöglichkeiten, Lagerungstherapien, intensiver Physiotherapie und durch den Einsatz eines Atmungstherapeuten gelingt es, die Zeiten der künstlichen Beatmung kurz und schonend zu gestalten. Sowohl die diagnostische als auch eine therapeutische Bronchoskopie und die bettseitige perkutane Dilatationstracheotomie kommen bei Notwendigkeit zum Einsatz.

Zur Sicherstellung des Gasaustausches unter lungenprotektivem (lungenschützendem) Ansatz werden EVITA 4-, EVITA V600- und ELISA 600-Respiratoren benutzt. Diese kommen auch bei Patienten mit schwerem Lungenversagen, dem ARDS, zum Einsatz. Sollte auch mit diesen Maßnahmen eine lebensbedrohliche Störung des Gasaustausches, wie sie bei schwerstkranken Patienten häufiger vorkommt, nicht beherrschbar sein, steht die Möglichkeit zur ECMO-Therapie zur Verfügung. Diese „künstliche Lunge“, in Anlehnung an die „künstliche Niere“, kann das Blut des Patienten außerhalb des Körpers mit Sauerstoff anreichern und vom Kohlendioxid befreien.

Unsere Intensivstation ist Mitglied des deutschen ARDS-Netzwerkes, das sich zum Ziel gesetzt hat, die Versorgungssituation von Patienten mit dem akuten Lungenversagen in Deutschland zu verbessern. Somit nehmen wir unseren Versorgungsauftrag für diese Patienten in unserer Region sehr ernst. Das Marienhospital ist zertifiziertes überregionales Zentrum für die Versorgung von Patienten nach schweren Unfällen. Daher behandeln wir auf unserer Intensivstation Patienten mit Verletzungen aller Organsysteme. Patienten mit Schädel-Hirn-Trauma werden mit Hindruckmonitoring (Überwachung des Drucks im Gehirn) und, falls erforderlich nach dekompressiver Kraniotomie (druckentlastender Eröffnung des Schädels), leitliniengerecht behandelt.

Nierenersatzverfahren

Falls notwendig wird die kontinuierliche venovenöse Hämodiafiltration (CVVHDF), bevorzugt heparinfrei mit lokaler Citratantikoagulation, eingesetzt.

Beim akuten Nierenversagens im Zusammenhang mit septischem oder hämorrhagischem Schock (Formen der lebensbedrohlichen Unterversorgung von Organen) sind modernste Nierenersatzverfahren zur kontinuierlichen Behandlung im Einsatz (z.B. „künstliche Niere“). Sollte eine Antikoagulation (Hemmung der Blutgerinnung) problematisch sein, wird eine regionale Antikoagulation mit Citrat („CiCa“) eingesetzt, wodurch die Blutungskomplikationen vermindert werden können. Für die Überwachung und Therapie unserer schwerkranken Patienten stehen uns neben dem Standardmonitoring die Sonographie, Echokardiographie inkl. der transösophagealen Echokardiographie (moderne bildgebende Verfahren) zur Verfügung.

Bei besonders kritischen Patienten wird die Herzleistung mittels pulmonalarteriellem Katheter (Untersuchungsschläuchen in der Lungenschlagader) mit kontinuierlicher Messung des Herzzeitvolumens (der Herzleistung) und der gemischt-venösen Sättigung gemessen. Chip-Bronchoskope ermöglichen dezidierte diagnostische und therapeutische Untersuchungen des Bronchialbaums (der Luftwege in der Lunge) und stellen gute Sichtbedingungen bei der Punktionstracheotomie (Luftröhreneinstich) dar, die frühzeitig bei Patienten mit zu erwartender längerer Beatmungsdauer durchgeführt wird.

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