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Erweitertes Leistungsangebot und neuer Name für Krankenhaus am Natruper Holz

Osnabrück, 03.07.2020. Die Niels-Stensen-Kliniken gehen den nächsten Schritt zur Übernahme der Paracelsus-Klinik Osnabrück. Ab sofort heißt die Einrichtung Niels-Stensen-Kliniken Marienhospital Osnabrück, Standort Natruper Holz. Darauf haben sich Gesellschafter und Geschäftsführung der Niels-Stensen-Kliniken und der Paracelsus-Kliniken Deutschland GmbH & Co. KGaA verständigt.

Wie sieht das zukünftige medizinische Konzept aus?

Die Patienten in der Region Osnabrück finden am Standort Natruper Holz künftig ein erweitertes neuromedizinisches Angebot vor: Das Marienhospital konzentriert hier die Leistung beider Häuser und baut den Standort kurzfristig zu einem überregionalen Neurozentrum aus. Deshalb werden die neurochirurgische Klinik und die Schlaganfallversorgung des Marienhospitals Osnabrück in den kommenden Monaten ans Natruper Holz verlagert.

Die Schwerpunkte des zukünftigen Neurozentrums umfassen neben der Schlaganfallversorgung, der neurologischen Frührehabilitation, der Behandlung von Parkinson und Multipler Sklerose, dann auch die neurochirurgische Behandlung von Hirntumoren und Gefäßerkrankungen im Hirn. Auch die Behandlung von Fehlbildungen und die sogenannte funktionelle Neurochirurgie, also die operative Behandlung chronischer Schmerzzustände und Bewegungsstörungen ohne Schädigung des Nervengewebes, können Patienten demnächst hier erwarten. Ebenso werden alsbald sämtliche Wirbelsäuleneingriffe im Zentrum auf höchstem medizinischen Niveau durchgeführt.

Weitere Schwerpunkte des seit Jahrzehnten etablierten Krankenhausstandortes bleiben die Orthopädie sowie die Schmerztherapie. „Beide Disziplinen ergänzen die Leistungen des Neurozentrums in perfekter Art und Weise“, so Werner Lullmann, Geschäftsführer der Niels-Stensen-Kliniken. Auch die Innere Medizin/Onkologie sowie die Belegabteilungen für Urologie, HNO, Mund-, Kiefer-, Gesichtschirurgie sowie die Augenheilkunde würden darüber hinaus unverändert weitergeführt.

Warum dieser Zwischenschritt vor dem Vollzug des Kaufvertrages?

„Sowohl die Mitarbeitenden als auch die Patient*innen haben einen Anspruch auf Verlässlichkeit und klare Perspektiven“, sagt Christiane Pabst, Betriebsratsvorsitzende der Paracelsus-Klinik Osnabrück. In den vergangenen Monaten habe viel Unsicherheit geherrscht. Deshalb freue sie sich, dass Gesellschafter und Geschäftsführung der Niels-Stensen-Kliniken und der Paracelsus-Kliniken sich auf diesen konkreten nächsten Schritt verständigt hätten.

Am 26.November vergangenen Jahres hatte das Marienhospital Osnabrück die Immobilie und den Betrieb der Paracelsus-Klinik Osnabrück gekauft. Eine wesentliche Bedingung für den Vollzug dieses Kaufs war die krankenhausplanerische Zustimmung des Landes Niedersachsen, insbesondere die Übertragung des neurologischen, neurochirurgischen und urologischen Versorgungsauftrags auf die Niels-Stensen-Kliniken, Marienhospital Osnabrück. Diese war ursprünglich schon in einer Sitzung des Krankenhausplanungsausschusses am 04. Dezember 2019 erwartet worden. Da aber das Klinikum Osnabrück zeitgleich ebenfalls beantragt hatte, die Versorgungsaufträge der Paracelsus-Klinik Osnabrück übertragen zu bekommen, hat der Krankenhausplanungsausschuss keine Entscheidung getroffen. Die Paracelsus-Kliniken Deutschland stellten bereits im letzten Jahr gegenüber dem Sozialministerium klar, dass die Versorgungsaufträge nur dann abgegeben werden, wenn diese dem Marienhospital Osnabrück zugesprochen werden; ansonsten werde das Haus am Natruper Holz bis auf Weiteres in seiner jetzigen Struktur als Krankenhaus bestehen bleiben und weiterentwickelt.

Das Sozialministerium hatte eine Auswahlentscheidung zwischen den beiden konkurrierenden Anträgen durchzuführen. Dazu wurden beide Krankenhausträger zunächst angehört, um unter anderem ihr medizinisches Konzept für die beantragten Versorgungsaufträge darzustellen und zu erläutern. Dieses Konzept haben die Niels-Stensen-Kliniken fristgemäß zum Januar in Hannover vorgelegt.

Heiger Scholz, Staatssekretär im niedersächsischen Sozialministerium, hatte zudem im Februar zur Vermeidung einer streitigen Auseinandersetzung über die Versorgungsaufträge Gespräche mit den Geschäftsführungen beider Häuser geführt, um für die Neuromedizin eine einvernehmliche und konstruktive „Osnabrücker Lösung“ zu finden. Ergebnis dieser Gespräche war der Entwurf einer Kooperationsvereinbarung zur Krankenhausplanung zwischen den Trägern von Klinikum und Marienhospital, der in wesentlichen Punkten geeinigt war und in einem gemeinsamen Schreiben der Geschäftsführungen dem Sozialministerium vorgelegt wurde. Gegenstand dieser Vereinbarung war eine Einigung in der neurochirurgischen und neurologischen Versorgung für die Gesundheitsregion Osnabrück. Aufsichtsrat und Geschäftsführung des Klinikums Osnabrück zogen diese Einigung gegenüber dem Sozialministerium aber Anfang Mai wieder zurück. So konnte der Krankenhausplanungsausschuss nun auch am 04.Juni noch keine Entscheidung treffen und hat diese auf seine nächste Sitzung am 30.September vertagt. Bis dahin, so unser Informationsstand aus dem Ministerium, wird eine Auswahlentscheidung zu den konkurrierenden Anträgen vorbereitet.

„Diese erneute zeitliche Verzögerung, ausgelöst durch das Klinikum Osnabrück, bedauern wir sehr. Deshalb freuen wir uns umso mehr, nun mit gebündelter Kompetenz einen neuen Weg beschreiten zu können, der den Menschen in der Region Osnabrück wirklich Vorteile bietet “, sagt Dr. Dr. Martin Siebert, Vorsitzender der Geschäftsführung der Paracelsus-Kliniken Deutschland.

„Dieser Schritt wird sich für die Mitarbeitenden sehr geräuschlos vollziehen, da beide Häuser bereits seit Monaten, insbesondere in der Zeit der COVID-19-Krise, eng und vertrauensvoll zusammenarbeiten“, erläutert abschließend Margarida de Almeida Rodrigues, Vorsitzende der Mitarbeitendenvertretung (MAV) des Marienhospitals Osnabrück. Insofern sei dieser Schritt eine logische Entwicklung der vergangenen Wochen und werde dem Gesundheitsstandort Osnabrück gut tun. 

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