Patienteninformation

Karibikatmosphäre im OP und ein Wassereis im Aufwachraum

02.2022. Marienhospital Ankum-Bersenbrück der Niels-Stensen-Kliniken führt neues Konzept im Rahmen der Narkosevorbereitung ein - Umgebung wird an die Bedürfnisse des Patienten angepasst.

Premiere im Marienhospital Ankum-Bersenbrück (MHA) der Niels-Stensen-Kliniken. Patienten können jetzt bei einer Operation in entspannter „Karibikatmosphäre“ einschlafen und mit einem kühlenden Wassereis aufwachen.

„Das hat nicht nur einen Einfluss auf das allgemeine Wohlbefinden der Patienten, sondern bietet auch medizinische Vorteile“, sagt Dr. Lars Heuer, Chefarzt der Anästhesie: „Früher war es üblich, den Patienten im Rahmen der OP-Vorbereitung durch Verabreichung von sedierenden Arzneimitteln an die Umgebung anzupassen. Aber moderne Konzepte der OP-Vorbereitung passen jetzt die Umgebung an die Bedürfnisse des Patienten an.“

Und das läuft so: Die Patienten werden direkt nach dem Einschleusen in den OP-Bereich mit vorgewärmten Decken versorgt, das Licht ist gedimmt und an die Decke werden Videosequenzen mit begleitender beruhigender Musik projiziert. Zur Auswahl stehen unter anderem Unterwasseraufnahmen, Insel- und Bergwelten sowie Städteportraits. Für Kinder werden Zeichentrickfilme angeboten. Dieses trägt schon vorab zur Beruhigung der Patienten bei. Nun wird über eine spezielle Decke angewärmte Luft über den Körper des Patienten geleitet. Dieses verstärkt einerseits noch das „Karibikgefühl“ und trägt zur Entspannung bei, andererseits ist es medizinisch sinnvoll. „Durch diese einfache Maßnahme kann auch ein Auskühlen der Patienten während der Operation verhindert werden“, sagt Dr. Heuer: „Und das ist wichtig, denn die reduzierte Körpertemperatur kann sonst nicht nur zu einem unangenehmen Kältezittern nach der Operation führen, sondern auch zu gravierenden Nebenwirkungen.“

Nach der Operation sei noch eine Überwachung im Aufwachraum erforderlich, berichtet der Chefarzt. Dort werde den Patienten in Ankum neuerdings Wassereis angeboten. Das aus der Kindheit bekannte „Bussy-Eis“ finde hier eine neue medizinische Anwendung. Dr. Heuer erläutert, dass „die im Rahmen der Vollnarkose erforderlichen Beatmungshilfen häufig zu einer Reizung der Schleimhaut im Mund und Rachenbereich führen. Kühlendes Wassereis hat hier einen abschwellenden Effekt. Außerdem hinterlassen eine Narkose und der leere Magen vor der Operation oft einen schlechten Geschmack im Mund, der mit dem Wassereis leicht wieder behoben werden kann“. Der Zuckeranteil im Wassereis führe zudem zu weniger Übelkeit und Erbrechen nach einer Narkose und könne den Schmerzmittelbedarf senken. Unter Umständen könne durch das Lutschen von Wassereis die Wahrscheinlichkeit für das Auftreten eines sogenannten Delirs – ein Zustand von Verwirrtheit und Desorientiertheit – nach einer Operation gesenkt werden.

„Diese Vorteile können wir unseren Patienten nun bieten“, freut sich der Chefarzt: Die ersten von ihnen seien begeistert gewesen. Das hätten sie sich im Traum nicht vorstellen können.


Zurück zum Seitenanfang