Gabe von Schlafmitteln zur Beruhigung und Schmerzfreiheit bei endoskopischen Untersuchungen

Sedierung in der Endoskopie

Liebe Patientin/ lieber Patient

Bei Ihnen ist eine Untersuchung in unserer Endoskopieabteilung geplant. Dabei besteht die Möglichkeit Ihnen Medikamente zu geben, die dafür sorgen, dass Sie keine Schmerzen haben und die Untersuchung „verschlafen“. Dies nennt man auch Sedierung.

 

Gründe für die Sedierung

Neben der Verbesserung des Komforts während der Untersuchung kann die Sedierung bei größeren Eingriffen wie Polypenentfernungen, Gallenwegsspiegelungen, Bronchienspiegelungen oder Punktionen auch erforderlich sein, um unwillkürliche Bewegungen von Ihnen zu vermeiden, die ansonsten die Untersuchung sehr stören oder Sie sogar gefährden würden. Bei leichten Routineuntersuchungen (z.B. einer Magenspiegelung) kann auch auf die Durchführung einer Sedierung verzichtet werden, wenn Sie dies wünschen.

Mögliche Komplikationen

Mögliche Komplikationen Die für uns eingesetzten Medikamente sind entweder einzeln oder in Kombination einsetzbar, wobei sowohl schmerzstillende, angstlösende oder schlaffördernde Wirkungen genutzt werden können. In der Regel setzen wir das kurzwirksame Narkotikum Propofol ein, in seltenen Fällen wird es um das Benzodiazepin Midazolam oder das Opiat Dolantin ergänzt. Je nach Menge der verwendeten Medikamente können unterschiedlich starke Minderungen der Wachheit erzielt und sogar vollständige Narkosen durchgeführt werden. Da bei endoskopischen Eingriffen eine solche Schlaftiefe meistens nicht erforderlich ist, ist eine Beatmung nicht eingeplant.

In extrem seltenen Fällen kann es aber bei der Verwendung der oben beschriebenen Medikamente doch zu einer tieferen Sedierung kommen als eigentlich geplant. Dies kann zum Abbruch der Untersuchung oder in sehr seltenen Fällen auch zur Notwendigkeit einer apparativen Atemunterstützung (Intubation und Beatmung mittels Beatmungsgerät) führen.

Dies geschieht extrem selten, höchstens jedoch bei jedem zehntausendsten Patienten. Weitere Folgen, die auftreten können, sind ein Abfall des Sauerstoffgehaltes des Blutes oder auch ein Blutdruckabfall. Da wir diese Risiken kennen, werden Sie während der gesamten Untersuchung und der Aufwachzeit von uns überwacht werden (Messung der Sauerstoffsättigung und des Blutdrucks, gelegentlich auch des EKG’s). Dabei erhalten Sie Sauerstoff über eine Sonde, die vor die Nasenlöcher gelegt wird. Bei Patienten mit schweren Herzerkrankungen zusätzlich auch ein EKG.

Sehr selten kommt es durch die Medikamente zu Allergien. Sollten Allergien bekannt sein, sprechen Sie uns bitte unbedingt vor der Untersuchung an. Gelegentlich kann es bei Verwendung des Medikamentes Propofol zu einer Reizung der Venenwände an der Einstichstelle der Infusionsnadel kommen. Hier kann ein brennendes Gefühl bei der Injektion entstehen, das aber nur kurz anhält.

Vorkehrungen zu Ihrer Sicherheit

Um die beschriebenen Risiken für Sie so gering wie irgend möglich zu halten, haben wir eine Reihe von Vorkehrungen getroffen. Die Möglichkeiten der apparativen Überwachung während des Eingriffes und die Ausrüstung der Abteilung zur Beherrschung von Notfällen entsprechend den neuesten Standards. Die für die Untersuchung und die Sedierung verantwortlichen Ärzte besitzen umfangreiche intensivmedizinische Erfahrungen und beherrschen den Umgang mit den möglichen Komplikationen.

Zusätzlich steht uns das Notfall-Rettungsteam der Klinik und die Intensivstation in kürzester Zeit zur Unterstützung zur Verfügung. Die nicht-ärztlichen Mitarbeiter unseres Endoskopie-Teams sind im Umgang mit der Sedierung umfassend geschult und nehmen regelmäßig an zertifizierten Fortbildungsmaßnahmen auch zum Komplikationsmanagement teil.

Sollte ein erhöhtes gesundheitliches Risiko bei Ihnen vorliegen oder eine besonders zeitintensive oder riskante Untersuchung geplant sein, wird neben dem endoskopierenden Arzt ein zweiter Arzt zur Überwachung und Durchführung der Sedierung anwesend sein. Bei Routineuntersuchungen kann diese Funktion auch durch unser speziell geschultes Pflegepersonal übernommen werden.

Nach der Untersuchung

Sollten Sie bei uns stationär aufgenommen sein, werden Sie im Anschluss an die Untersuchung von einer Pflegekraft Ihrer Station abgeholt, wenn Sie wieder ausreichend wach sind. Auch wenn Sie sich gut fühlen, möchten wir Sie bitten, erst in Ihrem Zimmer und zunächst in Begleitung aufzustehen. Sollte eine tiefere Sedierung erfolgt sein, werden wir Sie in unserem Aufwachraum ausschlafen lassen. Hier erfolgt die durchgängige Überwachung durch unser qualifiziertes Fachpersonal.

Sollten Sie ambulant untersucht werden, werden wir Sie in jedem Fall in unserem Aufwachraum ausschlafen lassen bis Sie ausreichend wach sind. Dann wird der Arzt, der Sie untersucht hat, mit Ihnen die erhobenen Befunde besprechen. Anschließend können Sie in Begleitung den Überwachungsbereich der Endoskopie verlassen. Stellen Sie bitte sicher, dass Sie auch in den ersten Stunden nach der Untersuchung nicht alleine sind. Bitte verlassen Sie den Aufwachraum nicht selbstständig.

Zusätzlich weisen wir Sie darauf hin, dass Sie in Abhängigkeit vom verwendeten Medikament bis zu 24 Stunden nach der Untersuchung nicht aktiv am Straßenverkehr teilnehmen dürfen, so dass Sie die Rückfahrt nach Hause bitte vor der Untersuchung planen sollten. Gerne bestellen wir Ihnen und Ihrer Begleitperson ein Taxi nach der Untersuchung.

Bei Entlassung werden Sie von uns ein Merkblatt erhalten, in dem die wichtigsten Informationen zum Verhalten nach der Untersuchung noch einmal aufgeführt sind. Darin finden sie auch die Telefonnummer unserer zentralen Notaufnahme, unter der wir rund um die Uhr erreichbar sind. Sollten Sie noch Fragen zur Durchführung der Sedierung haben, so zögern Sie nicht uns anzusprechend. Beachten Sie bitte auch die zusätzlichen Erläuterungen bei der persönlichen Aufklärung mit Hilfe des Aufklärungsbogens vor der Untersuchung.

Mit freundlichen Grüßen

Ihr Endoskopie-Team des Franziskus Hospitals Harderberg unter der Leitung von Chefarzt Priv.-Doz. Dr. H. Schotte

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