Die geriatrische Frührehabilitation

„Es geht nicht darum, dem Leben mehr Tage zu geben, sondern den Tagen mehr Leben.”

Cicely Saunders

Die Geriatrie ist ein Teilgebiet der Inneren Medizin und beschäftigt sich mit den Besonderheiten der Erkrankungen von Menschen im höheren Lebensalter.

Die im Alter oft schon eingeschränkte Selbsthilfefähigkeit, Mobilität und Selbstständigkeit können durch akute Erkrankungen zusätzlich stark gefährdet werden und nicht nur kurzfristig zu einer Beeinträchtigung führen.

Die Geriatrische Frührehabilitation bietet diesen Patienten/Patientinnen eine besondere Therapieform. Sie beinhaltet neben der akutmedizinischen Weiterbehandlung möglichst früh beginnende strukturierte rehabilitative Maßnahmen.

Das (Wieder-) Erlangen und der Erhalt von Selbsthilfefähigkeit und Mobilisation – unter Berücksichtigung der individuellen Fähigkeiten jedes Einzelnen – und damit eine Steigerung der Lebensqualität stehen im Mittelpunkt der Bemühungen des multiprofessionellen Teams.

Dieses besteht aus Physiotherapeuten, Ergotherapeuten, Logopäden, Psychologen, Sozialarbeitern, ggfs. Seelsorgern und Ernährungsberatern sowie besonders geschultem Pflegepersonal unter Umsetzung aktivierend-therapeutischer Pflege.

Unter Leitung eines Geriaters werden gemeinsam im Team individuelle Behandlungsziele des Patienten/der Patientin erfasst. In wöchentlichen Teamsitzungen werden der Verlauf der Therapie und die erzielten Fortschritte besprochen, dokumentiert und die Behandlung bei Bedarf angepasst. Erforderliche Hilfsmittel werden verordnet und ggfs. ambulante Hilfen für die Entlassung in das bisherige Umfeld organisiert.

Die Notwendigkeit der stationären Akutbehandlung bestimmt die Dauer der frührehabilitativen Therapie. Wenn erforderlich kann danach noch eine Anschlussheilbehandlung oder eine geriatrische Rehabilitationsmaßnahme bei den Kostenträgern beantragt werden.

Für welche Patienten/Patientinnen ist die geriatrische Frührehabilitation geeignet:

  1. Sie sind meist über 70 Jahre alt und haben eine akute, stationär behandlungsbedürftige Erkrankung und alterstypische Begleiterkrankungen.
  2. Es bestehen Einschränkungen in den Bereichen Mobilität, Selbsthilfefähigkeit, Denkleistung, Emotionalität, soziale Integration und/oder Ernährung. Die Defizite werden durch spezielle standardisierte Tests zu Beginn der Therapie erfasst.
  3. Diese Einschränkungen sind bei gegebener Motivation und Belastbarkeit seitens des Patienten/der Patientin aus Sicht des geriatrischen Teams zu beheben oder zumindest zu verbessern.
  4. Die geriatrische Frührehabilitation der Patienten/Patientinnen erfolgt nach entsprechender Vorstellung durch andere Abteilungen unseres Hauses (internistischer und chirurgischer Bereich).
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