Neue Wege in der Diabetesbehandlung

FHH - Franziskus-Hospital Harderberg

Mit einer strikten Lebensstiländerung ließe sich der Typ-2-Diabetes in vielen Fällen zurückdrängen – Prof. Dr. Müssig ermuntert zu Patientenschulungen

Umstellung der Ernährung, regelmäßige körperliche Bewegung und Reduktion des Körpergewichts stellen die Grundlage jeder Diabetestherapie dar. Dies konnte die sogenannte DiRECT (Diabetes Remission Clinical Trial)-Studie an rund 300 übergewichtigen und adipösen Patienten mit Typ-2-Diabetes bestätigen.

Bei einem Gewichtsverlust von 10 Kilogramm konnte in nahezu der Hälfte der Patienten der Diabetes nach einem Jahr zurückgedrängt werden, bei mehr als 15 Kilogramm sogar in 86 Prozent der Fälle. In einer kürzlich veröffentlichten weiteren Auswertung der Studie wird deutlich: Wer abnimmt, schafft die beste Voraussetzung dafür, Diabetes zurückzuführen.

Diese Erkenntnisse kommen auch den am Franziskus-Hospital Harderberg der Niels-Stensen-Kliniken behandelten Patienten zugute. Als Leitlinienkoordinator der Deutschen Diabetes Gesellschaft ist es für Prof. Dr. Karsten Müssig, Chefarzt der Klinik für Innere Medizin, von großer Bedeutung, aktuelle Studienergebnisse bei der Behandlung seiner Patienten zu berücksichtigen.

Albert Grothaus (72) aus Hilter zählt zu den Patienten, bei denen eine Umstellung der Ernährung und vermehrte körperliche Aktivität sich sehr positiv auf den Zuckerstoffwechsel ausgewirkt haben. Mit Unterstützung des Diabetesteams am Franziskus-Hospital Harderberg ist es ihm gelungen, sein Leben so umzustellen, dass die bei der Diagnosestellung um das Sechsfache erhöhten Blutzuckerwerte zunächst normalisiert werden konnten und in der Folge die anfangs erforderliche Insulintherapie nicht mehr nötig war.

Albert Grothaus änderte dazu seine Ernährung komplett, setzte fortan auf eine mediterrane Kost. Gleichzeitig blieb er aktiv und läuft seither mehr als 15.000 Schritte pro Tag.

Prof. Dr. Müssig weiß darum, wie schwer es den Betroffenen fällt, ihre lieb gewonnenen Gewohnheiten umzustellen. Deshalb ermutigt er alle Diabetespatienten, von der Möglichkeit einer Patientenschulung Gebrauch zu machen und Angebote der Krankenkassen, wie eine Verordnung von Rehasport, in Anspruch zu nehmen.

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