21.11.2013: OTA 11-14 Kursfahrt nach Italien: Sonne und Wissen getankt

Am Sonntagabend, den 08.September, trafen sich unsere beiden Kurse, OTA 11-14 grün und blau, am Marienhospital Osnabrück, um mit dem Bus unsere 5-tägige Kursfahrt nach Bella Italia zu starten. 15 Stunden Busfahrt stand uns allen bevor, doch spätestens als wir bei bestem Wetter in Italien ausstiegen, waren die Strapazen der langen Busreise vergessen. Nun galt es erst einmal die Bungalows zu beziehen. Für die Meisten ging es dann sofort in Bikini oder Badehose ab zum Pool, um die wunderbare, italienische Sonne zu genießen. So konnte man es sich gut gehen lassen, doch wir hatten ein straffes Programm abzuarbeiten: 

Am ersten Tag fuhren wir nach Mailand. Die Mode-Metropole schlechthin wurde besonders von den Frauen mit Spannung erwartet, doch auch die Männer kamen nicht zu kurz. Nach   Shopping und Sight-Seeing besuchten wir das Kloster Santa Maria delle Grazie, welches das berühmte Gemälde „Das letzte Abendmahl“ beherbergt. Danach ging es wieder zurück nach zum Bungalowpark,  wo man den Abend gemütlich ausklingen ließ, typisch à la Dolce Vita mit Pasta und Vino.

Mittwochs besuchten wir die Stadt der Liebe, Venedig. Da sie nur per Fähre zu erreichen ist, galt es für die Seekranken unter uns, die Zähne zusammenzubeißen, um sich diese atemberaubende Stadt nicht entgehen zu lassen. Leider wurde dieser Eindruck vom schlechten Wetter getrübt. Nichts desto trotz, haben wir gespannt unserer Stadtführerin gelauscht, die uns sehr viel Interessantes über die Geschichte der Wasserstadt erzählte. Wir erfuhren auch durchaus interessante medizinische Fakten, wie zum Beispiel, dass die erste Quarantäne ihren Ursprung in Venedig im Jahre 1374 hatte. Denn dort mussten ganze Schiffsbesatzungen erst 40 Tage auf der Insel Lazzaretto Nuovo verbringen, um keine Krankheiten nach Venedig zu einzuschleppen. Dies war eine der frühesten hygienischen Vorschriften. So wurde auch die Kirche Santa Maria della Salute der Madonna gewidmet, weil ein Doge, der damalige Titel eines „Bürgermeisters“ in Venedig, sich davon eine Beendigung der Pestepidemie von 1630 versprach.  Nach der Führung, hatten wir dann noch genug Zeit, um Venedig auf eigene Faust zu erkunden, zu Fuß oder mit der Gondel. Der eine oder andere hat sich auch eine der berühmten venezianischen Masken zugelegt. Als wir dann wieder zurück in unserer Bungalowanlage waren, stand wohl für uns alle das Highlight der Woche an. Ein großes gemeinsames Abendessen, welches der Kochgruppe sehr viel Mühe und Arbeit abverlangte.  Dabei wurden sie tatkräftig von ein paar freundlichen Helfern unterstützt.  So konnte man den Abend in großer Runde genießen und auch den anderen Kurs bei einem Glas Wein richtig kennen lernen.

Am nächsten Morgen fuhr unser geliebter Busfahrer dann nach Verona. Zunächst durften wir die Stadt auf eigene Faust erkunden.  Für die Meisten ging es dann wohl zu Julias Balkon - aus dem berühmten Stück von W. Shakespeare „Romeo&Julia“. Die Romantiker unter uns konnten dort noch einen Liebesbrief verstecken oder ein Schloss mit Namen aufhängen. Nachmittags ging es dann zum Ospedale Civile Maggiore, ein neu gebautes Krankenhaus, dessen Eingangshalle wie eine große Hotellobby wirkte und das mit 32 Operationssälen die größte Anlage Europas beinhaltet. Wir wurden herzlich von der Pflegedienstleitung, einem Chefarzt und zwei Krankenschwestern begrüßt, die uns dann noch einen Vortrag über die Anfänge und Geschichte des Krankenhauses hielten. Danach begaben wir uns auf eine Führung durch das Haus, besichtigten eine neue und moderne Intensivstation und konnten uns währenddessen mit den italienischen Kollegen austauschen, über Arbeitsweise, Bezahlung oder auch einfach nur ein nettes Pläuschen halten. So erfuhren wir dann auch, dass es im OP an sich keine OTA’s gibt, sondern man ein unbezahltes Pflege-Studium absolvieren muss und keine Ausbildung wie hier zu Lande. Nach diesem Pflege-Studium, müssen die Absolventen sich dann für ihren Einsatzort entscheiden. Somit ist für den Pflegeberuf in Italien generell ein Studium nötig und nicht „nur“, wie bei uns, eine Ausbildung. 

Am nächsten Morgen galt es dann, die Koffer zu packen, die Bungalows zu putzen und das letzte dreckige Geschirr noch zu Spülen, vor allem die richtige Anzahl an Tassen und Tellern wiederzuerlangen. 
Mit dem Bus fuhren wir dann, trotz der geographischen Nähe, das erste Mal zum Gardasee, den wir sonst nur aus dem Busfenster bewundern durften. Manche wagten den Schritt und gingen noch eine Runde im kalten aber klarem Wasser des Sees schwimmen, was durchaus sehr erfrischend war. Als es dann Zeit war zum Bus zurück zu kehren, machte sich bei allen Wehmut breit. Vor allem, da uns 15 Stunden Busfahrt und deutsches Wetter erwartete. Als wir am nächsten Morgen wieder in Osnabrück ankamen,  waren dann doch viele erleichtert, endlich wieder im eigenen Bett schlafen zu können und sich nicht mehr nur noch von Pizza und Pasta ernähren zu müssen. 

Auf jeden Fall wird uns allen die Kursfahrt in guter Erinnerung bleiben. Nicht nur weil sie unsere Kursgemeinschaft gestärkt und gefestigt hat und für alle immer eine schöne Erinnerung an die Ausbildungszeit sein wird, sondern wir auch den nicht irrelevanten Einfluss anderer Kulturen genießen durften und so ein besseres Verständnis für diese haben. Vor diesem Hintergrund können wir andere Kulturen besser akzeptieren und respektieren. Wir erkannten auch historische Zusammenhänge bezüglich Hygiene. So konnten wir unsere berufliche Handlungskompetenz steigern und erfuhren durch das Gespräch mit unseren italienischen Kollegen, wie unser Beruf in anderen Ländern gewichtet und wertgeschätzt wird und welche Befugnisse wir in anderen Ländern als OTA hätten. Last but not least, wie man so schön sagt, möchten wir auch unseren tollen Begleitlehrerinnen Eva Ortmann-Welp und Annette Beckmann danken, für diese super organisierte Kursfahrt! 

Marcel Meyer

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