04.12.2012: Pflegeforschungsprojekt des EK April 2010

Belastung in der Pflege mit der daraus resultierenden Ausstiegsrate der Pflegekräfte

Du wirst um 5 Uhr geweckt,

aus dem Bett geschreckt,

aus der Familie gezogen 

um die Pause betrogen, 

auch den Feierabend kannst du streichen, 

musst den Patienten das Essen anreichen

von der Stationsleitung geplagte

vom Stress gejagte

und zum Wochenenddienst ernannte unzufriedene Pflegekraft.

Wir, der EK April 2010 haben uns im Rahmen des Unterrichtes zur Pflegeforschung Gedanken über die „Zufriedenheit in der Pflege und die daraus resultierende Ausstiegsrate“ gemacht. 

Zu diesem Zweck haben wir  Oberkurs- und Mittelkursschüler/-innen und Pflegestudenten/-innen mittels Fragebogen befragt, um unsere Hypothese „Je stärker die Belastung in der Pflege ist, desto eher entscheiden sich Pflegekräfte für einen (frühzeitigen) Ausstieg aus der Pflege.“ zu belegen.

 

Dahingehend haben wir uns für folgende Schwerpunkte entschieden:

Die Ausstiegsrate in der Pflege verringert sich, wenn…

1.      der Dienstplan für die Mitarbeiter  gesundheitsfördernd gestaltet ist. 

2.      eine Übernahme von ärztlichen Tätigkeiten erfolgt.

3.      die Bezahlung erhöht wird.

4.      die gesundheitliche (psychisch und körperlich) Belastung durch. Kompensationsmöglichkeiten (incl. Pausenregelung, Team) ausgeglichen ist. 

 

5.      Die Zufriedenheit in der Pflege wird gesteigert, wenn der Stellenschlüssel aufgestockt wird.

Nach Auswertung unserer Forschungsergebnissen haben wir  festgestellt, dass unsere zu Beginn gestellte Hypothese „Je stärker die Belastung in der Pflege ist, desto eher entscheiden sich die Pflegekräfte für einen (frühzeitigen) Ausstieg aus der Pflege“ in den meisten Aspekten bestätigt werden konnte.

Bestätigen konnten wir die Annahmen, dass

-          der Wechsel von Spätdienst auf Frühdienst  (Schaukeldienst), 

-          die Wochenenddienste und Feiertagsdienste, 

-          der  zu niedrige Personalschlüssel (besonders im Frühdienst), 

-          Störungen  und Verkürzungen der Pause,

-          das Nichtumsetzen können eigener Ideale 

-          sowie eine zu niedrige Entlohnung (Für ca. ¾ der Befragten stellt die niedrige Bezahlung eine hohe Gefahr dar, die Pflege zu verlassen.)

eine erhöhte Belastung für die Pflege und somit gravierende und realistische Ausstiegsgründe  aus der Pflege darstellen.

Nicht eindeutig belegt werden konnte, dass

-          ein Angebot zur Übernahme ärztlicher Tätigkeiten 

-          und Ausgleichangebote (wie Sport, etc.)

den Beruf attraktiver machen und somit den Ausstieg aus der Pflege verringern. 

 

Folgende Statistiken unserer Pflegeforschungsergebnisse haben wir als besonders aussagekräftig empfunden:

Wir bedanken uns herzlich bei allen Befragten für die Teilnahme und insbesondere bei unseren Lehrerinnen Frau Lummer und Frau Brunert sowie bei dem Studenten Benedikt Ehrenbrink für die tatkräftige Unterstützung.

Für weitere vertiefende Informationen bzgl. Inhalt und Literatur können Sie sich gerne an Doris Lummer (E-Mail: doris.lummer@remove-this.bzsth.de) und Cordula Brunert (E-Mail: cordula.brunert@remove-this.bzsth.de) wenden.

Verfasser: Johanna Stürenberg, Daniela Schmitz, Birte Wolters & Verena Janning

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