30.05.2014: Berufspolitisch aktiv und über den Tellerrand geschaut: Die Kursfahrt der Fachweiterbildung Leitungsaufgaben FLP 13 – 15 vom 21. - 23.05. nach Berlin

Innerhalb der Kursfahrt des Fachweiterbildungskurses für Leitungsaufgaben in der Pflege vom 21.05.-23.05.2014 nach Berlin, fand ein Treffen mit dem Pflegebeauftragten der Bundesregierung Karl Josef Laumann im Bundesministerium für Gesundheit statt, ein Besuch der Vitanas Klinik für Geriatrie, ein Austausch mit der Fachweiterbildung der Charité sowie ein Besuch des ehemaligen Stasigefängnisses in Hohenschönhausen.

Auf dem Weg zum Bundesgesundheitsministerium trugen wir Warnwesten mit Aufschriften wie „Baustelle Pflege“, „Pflege warnt“ oder „Wer pflegt uns“. Herr Laumann verwies in seiner Einführung auf den Koalitionsvertrag, durch den sichergestellt sei, dass der Pflege eine größere Bedeutung zukommen müsse. Die Pflege bezeichnete er als „unorganisierten Haufen“. Zu ändern wäre dieses nur, wenn Pflege es schafft, sich zu organisieren, da dann über die Tarifverträge Einfluss auf die Arbeitsbedingungen genommen werden könne. Man plane seitens der Regierung eine Untersuchung zu den Arbeitsbedingungen in der Pflege, da es so große regionale Unterschiede gebe. Herr Laumann hofft, dass die Unterschiede zwischen Kranken- und Altenpflege durch eine generalistische Ausbildung aufgehoben werden. Zur Entbürokratisierung sagte Herr Laumann, dass es eine Umkehr der Pflegedokumentation braucht, wo es darum geht, aufzuschreiben was nicht normal sei und nicht mehr umgekehrt. Als politischen Fehler räumte er die Benotung der Heime ein. Herr Laumann hofft, dass in 4 Jahren gesagt wird, dass es gut gewesen sei, was er auf den Weg gebracht habe und nahm zum Schluss ein aus der Heimatregion mitgebrachtes Präsent entgegen. Als Ergebnis ist bei uns der Eindruck entstanden, dass Pflege aufgrund des weit verbreiteten Lobbyismus nicht damit rechnen braucht, großartig von der Politik unterstützt zu werden. Die Veränderungen müssen durch das organisierte Auftreten von Pflege herbeigeführt werden!

Als weiteren Programmpunkt besuchten wir die Vitanas Klinik für Geriatrie im Märkischen Viertel. Die Behandlung erfolgt dort durch ein gleichwertiges interdisziplinäres Team. Der Paradigmenwechsel hierher erfordere durchaus eine starke Leitung. Das oberste Ziel ist die Entlassung in die Häuslichkeit. Bemerkenswert war, dass unter anderem ein eigener Tarifabschluss dazu führt, dass die Gehälter über denen der kirchlichen Mitbewerber liegen und dass noch kein Personalmangel herrscht. Ein Rundgang durch die einzelnen Bereiche der Einrichtung rundete den Besuch ab.

In der Ausbildungsstätte der Charité ging es unter anderen um Gemeinsamkeiten und Unterschiede in der Weiterbildung. Die Charité hat 13.000 Mitarbeiter. Die Weiterbildung besteht dort seit nunmehr 11 Jahren und erfolgt im modularen System. Bei den Ausbildungsinhalten gibt es große Übereinstimmungen, wie im Projektmanagement, oder der kollegialen Beratung. Die Praktika  können die Berliner auch in Managementbereichen anderer Berufe suchen.

Nach einem durchaus gelungenen Ausflug in das Berliner Nachtleben folgte am letzten Tag der Besuch des ehemaligen Stasigefängnisses in Hohenschönhausen. Nach einer Einführung mittels eines Filmes wurde die Gruppe von zwei Zeitzeugen durch die Anlage geführt. Was dort durch die russische Besatzungsmacht nach dem 2. Weltkrieg aufgebaut  und durch die Staatssicherheit der DDR perfektioniert wurde, ließ uns sehr nachdenklich werden. Beeindruckend wurde der Gruppe in den engen Zellen und Verhörzimmern erläutert, wie das System der Verfolgung und die Untersuchungshaft in der DDR funktionierte.

Insgesamt hat die Kursfahrt uns berufspolitisch, inhaltlich und persönlich weiter gebracht und wird uns noch lange in guter Erinnerung bleiben. Wir danken allen, die uns diese Fahrt ermöglicht haben!

(Dirk Tietz und Volker Schnier im Namen von FLP 2013 – 15)

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