28.05.2014: EZ-IO® Punktion

Am 21.05.2014 fand im Bildungszentrum St. Hildegard im Rahmen der Fachweiterbildung Intensiv und Anästhesie eine Unterrichtseinheit zum Thema: „Klinische Prinzipien für einen erfolgreichen intraossären Zugang“  statt. Durch diese spannende Unterrichtseinheit wurden wir von Marco K. König (Notfallmedizin Kompakt) geführt.

Der intraossäre Zugang ist eine Applikationsform um Infusionen und/oder Medikamente zu verabreichen. Dazu wird mit einer Stahlkanüle in den Knochen eingestochen und gebohrt, worüber die Substanzen in die Knochenmarkhöhle verabreicht werden können. Diese Form der Applikation kommt meist in der Notfallmedizin vor und wird in den  ERC-Leitlinien 2010 genannt!

Alle waren total gespannt auf den praktischen Unterricht. Aber auch der theoretische Unterricht war sehr  interessant.  Dazu gehörten vor allem die Liegedauer von 72 Std und die Kosten von ca. 90 Euro für eine Kanüle. Auch der Sinn für das EZ-IO-Armband  mit Datum der Punktion, bis zu dem Hinweis, dass mit der Stahlkanüle keine MRT-Untersuchung möglich sei. 

Als es dann zum praktischen Teil überging, waren alle sehr motiviert und wollten den intraossären Zugang sofort legen. Allerdings gab es keinen Teilnehmer der sich freiwillig die Stahlkanülen in den Arm bohren lassen wollte.

Die besten Punktionsorte sind der proximale Humerus, der distale Femur aber auch die proximale Tibia. Hr. König hatte ein paar „Kunst- Knochen“ für die praktischen Übungen  dabei.  Berührungsängste gab es sowohl bei den weiblichen als auch bei den männlichen Fachkursteilnehmern.  Der Kunst- Knochen wurde auf den Oberarm gelegt und eine andere Person hat dann den intraossären Zugang in den Knochen gebohrt, ein wirklich komisches Gefühl.

„Ohne  Druck kein Erfolg“, eine Aussage von Hr. König. Infusionen können  über einen Druckbeutel und Medikamente mit Druck über eine Spritze verabreicht werden.  Besonders wichtig ist bei einem wachen Patienten vor der ersten Medikamentengabe Lidocain® zu verabreichen, da mit dem Druck starke Schmerzen zu erwarten sind. Eine strenge Überwachung des Zugangs ist nötig, vor allem in Bezug auf die Entstehung von einem Kompartment und/oder einem Extravasat.

Wir hatten eine wirklich spannende Unterrichtseinheit. Nochmal vielen Dank an Hr. König , an die Firma Vidacare® B.V. (Frau Misch) und an Hr. Rotert, die diesen Unterricht möglich gemacht haben.

Text: Anne Warning

Fotos: Alexandra Witten 

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