02.11.2016: "Hallooo..., ich bin Julchen

    kannst du mir helfen Prinzessin zu werden?" lauten die einladenden, freundlichen und offenen Worte einer der buntgekleideten Klappmaulpuppen der Märchenerzählerin Sabine Meyer an die Schüler und Schülerinnen des Altenpflegekurses 15/18 im Oktober 2016. Die Schüler und Schülerinnen haben sich zu einem Workshop über eine Aktivierungsmethode für Menschen mit Demenz (MmD) versammelt um sich inspirieren zu lassen, und, was vorher vielleicht ein wenig angezweifelt wurde, funktioniert! Nach wenigen Sekunden unterhalten sich die Schüler nicht mehr mit Sabine Meyer sondern mit Julchen. Wie kann das sein? Allein der Blick von Julchen ist ein Türöffner zu Kommunikation. Sie schaut ihr Gegenüber direkt an. Ist keck, ist ein Kind! Wenn die verbale Kommunikation bei MmD zurück geht so bleiben doch die Gefühle, und so ein "Kind" löst Gefühle aus. Sabine Meyer erklärt was wichtig ist: Die Puppe braucht einen Namen, eine Biographie. Sie zeigt den Schülern wie Julchen Blickkontakt hält und wie Mund und Hand zu bewegen sind. Einsatzgebiete sind introvertierte Menschen, Menschen die einsam sind und/oder Trost brauche, bettlägerige und isolierte Menschen. Die Ziele sind enorm: Gedächtnistraining, Steigerung des Selbstbewusstseins, Orientierung, Motorik, Krisen-und Konfliktbewältigung aber auch Lachen, Spaß und Kuscheln. Selbst Biographiearbeit ist möglich. Wie läuft eine Aktivierungseinheit ab? Nun, zuerst immer die Erhebung der Ist-Situation (Zustand und Befinden heute) sowie die Zielsetzung. Danach folgt die Begrüßung, das Gespräch und die Verabschiedung mit der Bitte um Erlaubnis wiederkommen zu dürfen. Ein Workshop der anderen Art. Herzlichen Dank an Sabine Meyer. Es hat uns enorm bereichert in unserer Arbeit. Anja Lentz und Sandra Krimpenfort

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