Zwei-Drittel-Kampagne auch im MHA

MHA - Marienhospital Ankum Bersenbrück

Katholische Kirchengemeinde hat einen Beirat für das Marienhospital ins Leben gerufen

Ankum. Zwei Dritteln der Krankenhäuser Niedersachsens droht das Aus. Mittlerweile schreibt der größte Teil rote Zahlen, rund zwei Drittel der Krankenhäuser sind bereits mittelfristig in der Existenz bedroht. Deshalb hat die Niedersächsische Krankenhausgesellschaft (NKG) die Zwei-Drittel-Kampagne ins Leben gerufen, die auf die bedenkliche Finanzsituation der Krankenhäuser in Niedersachsen aufmerksam machen soll. Unterstützt wird die Kampagne der NKG auch in den Niels-Stensen-Kliniken Marienhospital Ankum-Bersenbrück (MHA). Dort postierten sich Mitarbeiter und ein von der katholischen Kirchengemeinde neu gegründeter

Beirat jetzt vor drei überdimensional großen Türen, von denen lediglich eine offen steht. Dadurch wird das Thema „zwei Drittel“ vor Ort spürbar.

 

Zentrale Forderungen der Krankenhäuser sind eine echte Reform der Krankenhausfinanzierung sowie eine angemessene Berücksichtigung der Personal- und Sachkostensteigerungen. Krankenhäuser werden seit 2003 durch Fallpauschalen vergütet. Das hat dazu geführt, dass die Vergütungen für Leistungen nicht mit den Personalkosten mithalten und eine Differenz von sieben Prozent in den letzten drei Jahren entstanden ist: Die Personalkosten steigen stärker als die Vergütungen, die für die Leistungen gezahlt werden. Die Häuser sind daher ständig gezwungen, anzupassen. Im Personalbereich heißt dies, kontinuierlich mit weniger Personal klarzukommen.

 

„Ein Haus der Grundversorgung wie das MHA wird durch dieses Finanzierungssystem erheblich benachteiligt“, sagt Ralf Brinkmann, Geschäftsführer des Marienhospitals: „Seit mehr als zehn Jahren stabile Patientenzahlen auf hohem Niveau reichen plötzlich nicht mehr aus, um das Budget zur Finanzierung der laufenden Kosten zu decken.“ Das sei eine Fehlentwicklung, die nicht zu Lasten der Häuser gehen dürfe und politisch korrigiert werden müsse.

 

„Wir brauchen eine echte Reform der Krankenhausfinanzierung“, betont Verbundsgeschäftsführer Werner Lullmann. Bisher seien immer nur Löcher gestopft worden, „wir leben von der Hand in den Mund. Wir fordern eine langfristige Sicherung der Krankenhausfinanzierung, und dass die Personal- und Sachkosten abgedeckt sind“. Zudem müsse die Investitionskostenfinanzierung gesichert sein. Eine faire Neuberechnung der Fallpauschalen sei notwendig, damit die Zukunft der niedersächsischen Krankenhäuser und damit die lückenlose und hochwertige medizinische Versorgung gesichert werden könne.

 

Neuer Beirat für das MHA

Die Verbesserung der Situation der Krankenhäuser in Niedersachsen und auch in Ankum bedarf der Unterstützung durch die Politik. Die katholische Kirchengemeinde St. Nikolaus Ankum hat daher einen Beirat für das Marienhospital ins Leben gerufen. Mitglieder sind die Bürgermeister der Einzugsregion und andere Multiplikatoren. Samtgemeindebürgermeister Dr. Horst Baier aus Bersenbrück wurde zum Vorsitzenden des Beirates gewählt. Baier begrüßte die Einrichtung des Beirates und sicherte dem Marienhospital seine volle Unterstützung zu. Als Vorstandsmitglied der Niedersächsischen Krankenhausgesellschaft engagiert er sich seit Jahren für eine bessere Finanzierung der Krankenhäuser. „Alle Mitglieder des Beirates haben die Bedeutung des Marienhospitals für die Versorgung in der Region unterstrichen und werden sich für einen Erhalt einsetzen“, fasste Baier das Ergebnis der ersten Sitzung zusammen.

 

 

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