Theo Paul: „Am Anfang der Pflege steht der Mensch“

MHA - Marienhospital Ankum Bersenbrück

Pflegende fordern in der Landvolkhochschule Oesede bessere Rahmenbedingungen

Georgsmarienhütte. Pflegende haben bessere Rahmenbedingungen für ihre tägliche Arbeit in den Krankenhäusern und Altenhilfeeinrichtungen gefordert. Bei einer Veranstaltung in der Landvolkhochschule Oesede ging es auf Initiative der Pflegedirektionen der Niels-Stensen-Kliniken um die aktuelle Situation und die künftige Entwicklung der Pflegeberufe.

 

Generalvikar Theo Paul betonte: „Am Anfang der Pflege steht der Mensch, nicht die Zahl“. Menschen im Krankenhaus seien keine Kunden, sondern Patienten. Leibsorge und Seelsorge gehörten in einem katholischen Krankenhaus untrennbar zusammen. Die Pflege nehme bei der Behandlung und Gesundung eine wichtige Rolle ein.

 

Moderator Dieter Torbrügge, Pflegedirektor der Niels-Stensen-Kliniken Marienhospital Osnabrück, blickte auf die zurzeit schwierige Situation, in der sich die Pflege in Deutschland befindet: „Aufgrund der aus mehrfachen Gründen stattfindenden Unterfinanzierung kann Pflege nicht in der Weise geleistet werden, wie Pflegende es sich wünschen.“ Pflegekräfte sollten es allerdings nicht bei der berechtigten Klage belassen, sondern sich aktiv an der Verbesserung und Weiterentwicklung beteiligen, so Torbrügge.

  

Ludger Risse, stellvertretender Vorsitzender des Bundesverbandes Pflegemanagement, forderte das Eintreten für eine dem Menschen zugewandte Pflege und für „die Werte unseres Berufes“. Pflege müsse streitbarer werden, sagte Risse. Er zitierte aus einer aktuellen Studie, nach der über 70 Prozent der Pflegenden trotz der derzeitigen Turbulenzen bekundeten, den Beruf wiederergreifen zu wollen, wenn sie erneut vor der Wahl stünden. Gleichzeitig gebe es aber auch viele, die mit dem Gedanken spielten, den Beruf aufzugeben. Risse brachte daher einige Ideen ein, wie sich das Berufsumfeld künftig attraktiver gestalten ließe.

 

Auf die Entwicklung der Pflege in den Niels-Stensen-Kliniken ging der Pflegedirektor des Marienhospitals Ankum-Bersenbrück, Hubert Riese, ein: Es gebe ein hohes Durchschnittsalter der Pflegefachkräfte vor allem in den kleineren Häusern und eine sehr geringe Fluktuation. Riese unterstrich, dass ältere Mitarbeiter in der Pflege eine Chance für die Krankenhäuser seien. Außerdem machte er deutlich, dass eine moderne EDV die Qualität der Pflegedokumentation deutlich verbessern könne. Der Pflegedirektor machte zudem darauf aufmerksam, dass der Qualitätsanspruch an die Kliniken weiter steigen wird. Und auch die Aufmerksamkeit, die Patienten von den Pflegenden einforderten, so der Pflegedirektor, werde eine immer wichtigere Rolle spielen.

Die Theatergruppe Improvisarium aus Osnabrück griff die Situation im Krankenhaus in einer gelungenen Darbietung humorvoll auf.

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