Sprechstunde in der Teddyklinik

NKB - Niels Stensen Kliniken Bramsche

Kinder aus Wersen lassen ihre Stofftiere in den Niels-Stensen-Kliniken Bramsche untersuchen

Bramsche. Die sechsjährige Michelle streichelt ihr Plüschpony Lenny auf der Behandlungsliege in den Niels-Stensen-Kliniken Bramsche. „Was können wir denn für Dich tun“, fragt Kinderkrankenschwester Dorothee Malorny alias Dr. Doro, die gemeinsam mit ihrer Kollegin Karina Kaulfuß aus der Klinik für Innere Medizin eine Teddybärensprechstunde anbietet.

Die Frage ist schnell geklärt: Das Bein des Ponys ist geschwollen. „Da müssen wir zunächst ein Röntgenbild machen“, weiß Dr. Doro und Schwester Karina nimmt Lenny mit zum Kopierer. Das Röntgenbild gibt Klarheit: „Das Bein ist verstaucht, aber nicht gebrochen“, sagt die Teddyärztin. Michelle atmet auf. Dorothee Malorny legt einen Verband an und verordnet dem Tier Ruhe.

Während Michelle ihr Rezept bekommt, bereitet sich schon ihre Freundin Lea mit ihrem Teddybär Tim auf die Untersuchung vor. Das Wartezimmer ist an diesem Vormittag voll: 14 Kinder des evangelischen Kindergartens Wersen sind mit ihren Erzieherinnen nach Bramsche gekommen. Der Kindergarten ist schon fast Stammgast in den Niels-Stensen-Kliniken, ebenso wie rund weitere 15 Kindergärten und Kindergruppen, die regelmäßig die Teddybärsprechstunde besuchen. Bis zu 30 Sprechstunden finden im Jahr statt.

Dorothee Malorny hat die Idee aus der Asklepios Klinik St. Augustin mitgebracht, in der sie vor 15 Jahren tätig war. Die Resonanz ist groß und die Kinder sind jedesmal begeistert.

„Wir möchten unser Krankenhaus den Kindern im Vorschul- und Schulalter vorstellen, da sie dem Arzt und Krankenhaus gegenüber oft skeptisch sind“,  erläutert Dorothee Malorny. Diese Skepsis reiche von der kleinen Angst bis zur großen Panik vor dem Doktor: „Die Teddyklinik möchte genau diesen Ängsten entgegenwirken. Auf spielerische Art und Weise sollen die Kinder einen Rollentausch vollführen und selber als gesunde Teddyeltern mit ihren erkrankten Kuscheltieren ins Krankenhaus gehen.“ Durch die Erfahrungen als Nicht-Betroffene solle dem Krankenhausbesuch das Befremdliche genommen werden, sagt die Kinderkrankenschwester.

Das ist auch beim sechsjährigen Felix so, dessen Bär eine kaputte Nase hat. „Wohl zu lange darauf gelegen“, mutmaßt Dr. Doro. Das Pflaster ist schnell geklebt. Und auch dem Hund des sechsjährigen Leon sowie weiteren Plüschtieren kann auf diese Weise geholfen werden.

Damit diese und ihre Besitzer lange gesund bleiben, gibt es für jedes Kind schmerzstillende Gummibärchen auf Rezept, das sie im Anschluss an die Behandlung in der Apotheke am Krankenhaus einlösen.

 

 

 

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