Sicheres Schuhwerk und Schulungen empfohlen

CKM - Christliches Klinikum Melle

Leser erkundigten sich bei ON-Telefonaktion über Sturzgefahren

Zum Thema Stürzen meldeten sich viele Leser bei den Experten der ON-Telefonaktion. Überwiegend ältere Menschen, die schon einige Stürze erlebt hatten, riefen an. Die Chefärzte der Niels-Stensen-Kliniken Christliches Klinikum Melle Dr. Guido Hafer (Unfallchirurgie) und Dr. Klaus Peter Spies (Innere Medizin) sowie Brigitte Arndt (Physiotherapie Christliches Klinikum Melle) und Christiane Haertel (Physiotherapie Niels-Stensen-Kliniken Marienhospital Osnabrück) gingen ausführlich auf alle Fragen ein.

Immer wieder wurde deutlich, dass zahlreiche Anrufer Angst vor weiteren Stürzen haben und um Rat suchten, wie sie sich verhalten sollen. Denn neben Prellungen, Wunden oder gar Knochenbrüchen sei ein Sturz für den älteren Menschen immer ein einschneidendes Ereignis, das zu zusätzlicher Verunsicherung und Hilflosigkeitsgefühlen führen könne, betonten die Fachleute. Psychische Folgen könnten vom Verlust des Vertrauens in die eigene Mobilität über die Einschränkung des Bewegungsradius bis hin zu sozialer Isolation führen.

Die Experten machten deutlich, dass zum einen das häusliche Umfeld auf Sturzsicherheit überprüft werden müsse und zum anderen der behandelnde Arzt die Medikamente auf eine Sturz beeinflussende Wirkung checken sollte. Außerdem könne es Sinn machen, Schulungen zur Sturzvorbeugung zu besuchen, wie sie zum Beispiel das Christliche Klinikum Melle anbietet.

Eine Frau klagte darüber, beim Busfahren Angst vor den Fliehkräften zu haben. Eine andere sagte, stets die Neigung zu haben, nach hinten wegzukippen. Beiden wurde geraten, sich beim Arzt auf Gleichgewichtsstörungen untersuchen zu lassen. Wichtig sei für alle Sturzgefährdeten sicheres Schuhwerk mit Fußbett, betonten die Experten. Ein Mann sagte, seit der Implantation eines Herzschrittmachers Angst vor Stürzen zu haben. Stets auf Sicherheit beim Fortbewegen zu achten, wurde ihm wie anderen Anrufern geraten. Auch ein richtig benutzter Rollator kann helfen.

Die Ursachen für Stürze seien ebenso vielfältig wie die Vorbeugemöglichkeiten. Oftmals seien es mehrere Einflüsse, die zu einem Sturzereignis führen, erklärten die Fachleute. Die abnehmende Reaktionsfähigkeit des alten Menschen und die Zunahme allgemeiner Erkrankungen, wie zum Beispiel  Herz-Kreislauferkrankungen, Gleichgewichtsstörungen, Arthrose und Einschränkungen der Sehfähigkeit spielten ebenso eine Rolle wie Teppichkanten, ungesicherte Treppen, schlechte Beleuchtung oder ungeeignetes Schuhwerk.

Bei der Telefonaktion ging es zudem um das Bewegen nach einer Sturzverletzung. Es zeige sich, dass die meisten Sturzverletzten nach der Genesung nicht das gleiche Aktivitätsniveau erreichen, das sie vorher hatten, erläuterten die Experten.

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