Senioren haben Liska und Berrie ins Herz geschlossen

HSM - Altenpflegeheim Haus St. Michael

Border Collies im Haus St. Michael

sm Ostercappeln. Bei manchen Senioren wecken „Liska“ und „Berrie“ längst verloren geglaubte Erinnerungen an früher, denn sie hatten selbst einmal Hunde. Bei anderen werden durch den Umgang mit den beiden Border Collies im Verborgenen schlummernde Fähigkeiten geweckt.
Kein Wunder also, dass Rolf Knapke mit seinen beiden Therapiehunden ein gern gesehener Gast im Haus Sankt Michael ist. Jeden Dienstag von 16 bis 17 Uhr ist der Diplom-Sozialpädagoge im Altenpflegeheim der Niels-Stensen-Kliniken und unterstützt das Pflegepersonal ehrenamtlich bei der Betreuung der Bewohner, indem er die beiden schlauen Hütehunde mitbringt.
„Zu diesem Zweck habe ich beide als Therapiehunde ausbilden lassen“, erklärt Knapke, denn die Tiere müssen ganz bestimmte Fähigkeiten haben, damit es zu keinen Schwierigkeiten beim Kontakt mit den Senioren des Pflegeheims kommt. So müssen die achtjährige „Liska“ und der neunjährige „Berrie“ viel Geduld mitbringen, auf Menschen bezogen sein und sich bereitwillig streicheln lassen.
„Außerdem müssen sie exakt auf Kommandos re agieren“, ergänzt der Hundeführer. Vieles läuft dabei im Umgang mit Border Collies über Blickkontakt und Gesten, weniger über Worte und verbale Befehle. Nur wenn das klappt, ist ein problemloser Umgang mit Senioren möglich. Viele von ihnen sitzen im Rollstuhl oder sind stark eingeschränkt in der Bewegungsfreiheit. Dementsprechend vorsichtig müssen die beiden Hunde sein. „Was sehr gut funktioniert, weshalb sie auch so beliebt bei den Senioren sind“, fügt Knapke hinzu. Viele von ihnen lassen es zu, dass „Liska“ oder „Berrie“ sich mit ihren Vorderpfoten auf dem Schoss abstützen, um besser gestreichelt zu werden. Wer aber keine Hunde mag, den lassen die beiden auch schnell in Ruhe, denn sie spüren die Zurückhaltung. Der größte Teil der Bewohner aber hat die Hunde längst ins Herz geschlossen.
Wie eine kürzlich verstorbene Frau, an die sich Knapke noch sehr gut erinnert. „Sie war bettlägerig und wollte anfangs die Hunde überhaupt nicht berühren.“ Plötzlich aber war das Eis gebrochen und die Seniorin suchte die Nähe zum Tier. „Liska“ und „Berrie“ konnten sogar aufs Bett springen. Erst streichelte die Seniorin das Fell nur mit einer, später dann aber sogar mit zwei Händen. Eine kleine Sensation, denn durch ihre Krankheit galt der eine Arm als inaktiv.
Ganz anders dagegen Hermann Heitmeyer. Der 87-Jährige lebt seit sechs Monaten im St. Michael und war früher in der Landwirtschaft tätig. „Da hatten wir selbstverständlich auch Hunde.“ Insbesondere Schäferhunde. Vor Border Collies hat er deshalb keine Angst. Im Gegenteil. Sobald Knapke mit „Liska“ und „Berrie“ kommt, ist auch er mit von der Partie und freut sich über den Kontakt zu den Hunden.
Ähnlich sieht es bei Antoinette Ladewig aus. Die 84-jährige Frau lebt seit zwei Jahren in dem Ostercappelner Altenpflegeheim. Früher - im heimatlichen Magdeburg - hatte sie immer Hunde um sich. Auch immer Schäferhunde. „Sie waren dazu erzogen worden, auf unser Kohlengeschäft aufzupassen“, berichtet die Seniorin. Erinnerungen an früher, die durch den Kontakt mit den Hunden geweckt wurden.
Ursprünglich gezüchtet wurden Border Collies als Hütehunde, die für ihre Intelligenz bekannt sind. Dementsprechend wollen die Tiere auch gefordert werden, weshalb auch Knapke mit „Liska“ und „Berrie“ in der Szene bekannt ist, denn Schafe hüten können die beiden auch hervorragend. Regelmäßig nimmt Knapke an Wettkämpfen für Border Collies teil.

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