Praxisärzte benötigen mehr ethischen Beistand

FHH - Franziskus-Hospital Harderberg

Prof. Dr. Dr. Jens Atzpodien setzt sich als Vorsitzender des Ethikrates der Ärztekammer Westfalen-Lippe für eine stärkere Unterstützung niedergelassener Mediziner ein

Georgsmarienhütte/Münster. Arztpraxen benötigen immer mehr ethische Unterstützung. Diese Feststellung macht Prof. Dr. Dr. Jens Atzpodien, Chefarzt der Klinik für internistische Onkologie und Hämatologie am Franziskus-Hospital Harderberg und Direktor des Zentrums für Onkologie und Hämatologie der Niels-Stensen-Kliniken. Er ist Vorsitzender des Ethikrates der Ärztekammer Westfalen-Lippe in Münster.

 

„Anders als Kliniken, in denen es zumeist Ethikkomitees gibt, sind Praxisärzte bei medizinethischen Fragen oft auf sich allein gestellt“, so Atzpodien: Ihnen fehle es vielfach an Beratungsmöglichkeiten. Hier seien Unterstützungsangebote dringend erforderlich. Denn Praxisärzte würden täglich mit ethischen Fragen konfrontiert. Als Beispiele nennt der Chefarzt den Umgang mit Patientenverfügungen und die Fragen im Zusammenhang mit lebensverlängernden Maßnahmen wie beispielsweise derSonden-Ernährung.

 

„Ziel muss es sein, die Praxisärzte zu unterstützen, ethisch und rechtlich verantwortungsvoll zu handeln“, betont der Ethikratvorsitzende, der deshalb auch immer wieder Fortbildungen zum Thema  Medizinethik bei der Ärztekammer Westfalen-Lippe anbietet. Darin geht es unter anderem um das Arzt-Patienten-Verhältnis, die Analyse und Bewertung medizinischen Handelns und Unterlassens in Grenzsituationen menschlichen Lebens.

 

Atzpodien: „Die Medizin ist heute sehr fortschrittlich, doch welche der verfügbaren (Be-)Handlungsoptionen im Einzelfall geboten sind, ergibt sich nicht aus dem medizinischen Fachwissen allein, sondern erfordert eine ethische Abwägung, die auch  Fragen der Lebensqualität und insbesondere den Willen des einzelnen Patienten einbeziehen muss.“ 

 

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