Patient mit Middle East Respiratory Syndrome Coronavirus

MHO - Marienhospital Osnabrück

Behandlung im MHO

Bei einem Patienten, der in der Region Osnabrück behandelt wird, ist das sogenannte Middle East Respiratory Syndrome Coronavirus (MERS-Coronavirus) diagnostiziert worden. Wie das Niedersächsische Ministerium für
Soziales, Gesundheit und Gleichstellung mitteilt, war der Patient Anfang Februar von einer Urlaubsreise aus Abu Dhabi nach Deutschland zurückgekehrt. Die behandelnde Klinik hat den Patienten aufgrund dieser Reise als Verdachtsfall eingestuft und Hygienemaßnahmen eingeleitet. Dazu gehören unter anderem die Isolierung des Patienten und Schutzkleidung beim betreuenden Personal. Das Konsiliarlabor der Universität Bonn hat den Verdacht bestätigt. Dies ist der erste Fall von MERS-Corona in Niedersachsen. Eine Gefahr für die Allgemeinbevölkerung besteht nicht.

Der Gesundheitsdienst für Landkreis und Stadt Osnabrück ermittelt zurzeit in enger Zusammenarbeit mit dem Krankenhaus die Kontaktpersonen des Patienten und informiert sie über die Symptomatik der Krankheit. Die Kontaktpersonen stehen unter medizinischer Beobachtung. Mit dem Konsiliarlabor in Bonn besteht die Möglichkeit, im Verdachtsfall schnell zu testen, ob sich Kontaktpersonen angesteckt haben. Das Robert Koch-Institut und das Bundesgesundheitsministerium sind über den Fall informiert und eng in die Abstimmung des Managements eingebunden.

Das neuartige Corona-Virus ist seit 2012 bekannt. Die Infektion kann sehr unterschiedlich verlaufen. Die Erkrankung beginnt in der Regel mit grippeähnlichen Beschwerden wie Fieber, Husten und Kurzatmigkeit. Bei schweren Verläufen kann sich in der ersten Woche eine Lungenentzündung entwickeln. In einigen Fällen wurde auch Nierenversagen beobachtet. Bis zum 6. März 2015 wurden der Weltgesundheitsorganisation 1040 laborbestätigte Fälle aus aller Welt gemeldet, 40 Prozent der Infizierten starben.

Das MERS-Coronavirus ist vor allem auf der arabischen Halbinsel verbreitet und auch in den benachbarten Ländern aufgetreten. Importierte Krankheitsfälle sind jedoch jederzeit möglich, da jährlich rund eine Million Menschen aus den Ländern der arabischen Halbinsel nach Deutschland fliegen. Alle bisher in Europa aufgetretenen Fälle standen direkt oder über einen anderen Patienten mit diesem Gebiet in Verbindung.

In Deutschland ist dies der dritte gemeldete Fall. Auch andere europäische Länder wie Frankreich, Griechenland, Großbritannien, Italien, die Niederlande, Österreich und auch die Türkei haben bereits Fälle gemeldet.

Die bisherigen Erfahrungen im Umgang mit dem Virus weisen darauf hin, dass für die Übertragung von Mensch zu Mensch sehr enge Kontakte erforderlich sind, wie sie zum Beispiel innerhalb der Familie oder auch bei der Pflege von Erkrankten auftreten. Ebenso weist alles darauf hin, dass nur von symptomatisch Erkrankten eine Infektionsgefahr ausgeht. Die Übertragung erfolgt durch Tröpfchen aber auch durch Schmierinfektion. Die Zeit von der Ansteckung bis zum Auftreten der ersten Symptome beträgt in der Regel ein bis zwei Wochen.

Das tierische Reservoir dieses Erregers ist bislang nicht eindeutig identifiziert. Dromedare könnten in Frage kommen, da unter anderem eine Studie im Blut dieser Tiere Antikörper gegen den Erreger nachgewiesen hat.

Weitere Informationen zum MERS-Coronavirus:

·        Bürgerinformationen der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (Erregersteckbrief): www.infektionsschutz.de<http://www.infektionsschutz.de

·        Fachinformationen des Robert Koch-Instituts: www.rki.de/mers

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