Neuer muslimischer Gebetsraum im MHO

MHO - Marienhospital Osnabrück

Feierstunde mit Vertretern der muslimischen Gemeinden

Osnabrück. Das Marienhospital Osnabrück (MHO) der Niels-Stensen-Kliniken hat gemeinsam mit den muslimischen Gemeinden in Osnabrück einen Gebetsraum auf der Station C3 eingerichtet. Dieser wurde jetzt im Rahmen einer Feierstunde seiner Bestimmung übergeben.

„Wir möchten den Muslimen die Ausübung ihres Glaubens in einer würdevollen Atmosphäre ermöglichen“, sagte Geschäftsführer Dr. Bernd Runde. Das Konzept sei gemeinsam mit den muslimischen Gemeinden erstellt worden.

Krankenhausseelsorger Gerd Robben betonte, er sei sich sicher, dass der neue Raum auch eine Ausstrahlung auf das ganze Haus haben werde.

Gökhan Güzel, Vertreter und Koordinator der muslimischen Gemeinden, bedankte sich bei allen, die an der Entstehung des Gebetsraumes beteiligt waren. Das Marienhospital biete nicht nur einen würdigen islamischen Gebetsraum, sondern lege auch großen Wert auf die Genesung der Patienten: „Erst wenn Körper, Geist und Seele im Einklang sind und sich positive Energien freisetzen, kann eine schnellere Entspannung und Regeneration des Körpers stattfinden.“

Der nach Mekka ausgerichtete Raum ist in grün gehalten, der heiligen Farbe des Islam. Vorgelagert ist ein Bereich zur Ablage der Schuhe und zur rituellen Reinigung.

Schon der frühere Osnabrücker Bischof Helmut Hermann Wittler hatte in der Satzung für das MHO vermerkt, „dass das Marienhospital Patienten aller Glaubensrichtungen offen steht“. In der Zwischenzeit hat der Anteil der Muslime innerhalb der Bevölkerung deutlich zugenommen und es wurde der Wunsch nach einem eigenen Gebetsraum geäußert.

Die Nutzung des Gebetsraumes

Nach dem Glaubensbekenntnis ist das rituelle Gebet die höchste Pflicht eines Muslims. Es gibt fünf Gebete am Tag: vor Sonnenaufgang das Morgengebet, das Mittagsgebet, das Nachmittagsgebet, das Abendgebet und das Nachtgebet. Vor dem Gebet findet eine rituelle Waschung statt, anschließend wird der Gebetsraum ohne Schuhe betreten. Der Gebetsplatz sollte sauber sein, deshalb wird ein Gebetsteppich benutzt. Frauen und Männer können zusammen ihre Gebete verrichten, sofern es keine separaten Gebetsräume gibt. Die Gebetsrichtung (Qibla) ist vorgegeben: Mekka bzw. Kaaba. Die Kaaba ist das erste Gebetshaus, das von Adam auf Anweisung Gottes errichtet und von dem Propheten Abraham und seinem Sohn Ismael wieder aufgebaut wurde, sie symbolisiert die Hingabe Richtung Allahs als Zentrum.

Das Gebet verbindet die Rezitation ausgesuchter Suren aus dem Koran mit Bittgebeten und Lobpreisungen in arabischer Sprache mit rituellen Bewegungsabläufen. Der Betende beabsichtigt, die Gegenwart Gottes in seinem Herzen zu spüren.

Grundsätzlich kann auch jeder Andersgläubige, der den Raum sauber betritt und die Gefühle anderer respektiert, hier beten.

 

 

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