Meller Sturz-Studie überrascht Experten und findet überregional Beachtung

CKM - Christliches Klinikum Melle

Auf dem Land stürzen eher Senioren, die mit Angehörigen leben

 

Melle. In der ländlichen Region Melle stürzen mehr ältere Menschen, die mit ihren Angehörigen zuhause leben (64 Prozent), als Heimbewohner oder Alleinlebende. Das ergab eine Studie der Niels-Stensen-Kliniken Christliches Klinikum Melle (CKM), für die 564 Patienten befragt wurden, die älter als 65 Jahre waren. Nun hat diese  Erhebung auf dem Bundeskongress für Alterstraumatologie in Stuttgart überregional große Beachtung gefunden.

 

Das Resultat der Studie überrascht laut Dr. Guido Hafer, Chefarzt der Klinik für Unfallchirurgie im CKM. Bisher veröffentlichte Studien seien fast immer zu einem anderen Schluss gekommen: „Nämlich dass Personen, die im Heim leben, das größte Risiko haben.“ Die Hintergründe für das ungewöhnliche Ergebnis seien noch nicht abschließend geklärt.

 

Personen, die allein zuhause oder mit Angehörigen zusammen leben, sind nach bisherigen Erkenntnissen weniger gefährdet. Nach der aktuellen Meller Studie sind Patienten, die mit Angehörigen zuhause leben, aber häufiger gestürzt, wurden öfter operiert und hatten eine längere Krankenhausverweildauer.

 

Laut Studie verletzten sich die Patienten bei Stürzen mit 35 Prozent am häufigsten in Hüftgelenksnähe. Es folgen Verletzungen der oberen Extremitäten mit 32 Prozent, Schädelverletzungen mit 30 Prozent und Körperstammverletzungen mit 23 Prozent.

 

Sturzursache war zu 75 Prozent eine koordinative Störung. Etwa 18 Prozent der Patienten nutzte einen Rollator, von denen jeder fünfte mit dem Rollator zu Fall kam. Häufigste  Begleiterkrankungen waren Bluthochdruck und Demenz. Ein Einfluss der Anzahl verordneter Medikamente auf die Sturzhäufigkeit konnte nicht festgestellt werden.

 

Der Chefarzt riet zu mehr Vorbeugung, um Stürze zu verhindern: „Es muss sowohl eine bessere Schulung der Patienten im Umgang mit Rollatoren als auch eine effektivere Qualitätskontrolle der Rollatoren selbst erfolgen.“ Außerdem müssten auch die Familienmitglieder besser über die Hilfsmittel und Gefahren im Alltag eines älteren Angehörigen aufgeklärt werden.

 

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