Mehr Sicherheit in Krankenhäusern

NSK - Niels Stensen Kliniken (Portal)

Niels-Stensen-Kliniken veranstalteten ersten Tag der Patientensicherheit

Osnabrück. 150 Fachleute aus Medizin und Pflege informierten sich beim ersten Tag der Patientensicherheit über aktuelle Entwicklungen und Trends zu diesem eminent wichtigen Thema. Eingeladen hatten die Niels-Stensen-Kliniken, die mit dem Kongress einen Beitrag für mehr Sicherheit im Krankenhaus leisten wollten.

 

Um dies zu erreichen, plädierte der Leiter des Instituts für Patientensicherheit und Teamtraining, Dr. Marcus Rall, für mehr Trainings, auch im Team der behandelnden Ärzte und Pflegekräfte. Ähnlich wie in der Luftfahrt oder in Kernkraftwerken müssten sie regelmäßig durchgeführt werden. 

 

Rall plädierte zudem für einen systematischen Einsatz von Checklisten in der medizinischen Arbeit. Sie helfen, so eine Erkenntnis seiner Forschungsarbeit, Fehlerquoten zu reduzieren. Wichtig sei weiterhin die umfassende Kommunikation in den behandelnden Teams. Ein entscheidendes Konzept in der Behandlung von akuten Notfällen ist nach Dr. Rall das sogenannte 10 für 10-Prinzip: Alle 10 Minuten hält das behandelnde Team 10 Sekunden inne und überprüft, ob man auf dem richtigen Weg ist. Hintergrund: Fehler passieren vor allem dann, wenn zu schnell gearbeitet wird. 

 

Dr. Peter Gausmann von der Gesellschaft für Risikoberatung plädierte für mehr vertrauensbildende Maßnahmen gegenüber den Patienten. Es werde in puncto Patientensicherheit zwar schon viel getan in den deutschen Krankenhäusern, das aber sei den Patienten oft nicht bekannt. Deshalb müssten die Patienten stärker in die Sicherheitsvorkehrungen eingebunden werden, etwa wie bei Rettungsübungen auf einem Kreuzfahrtschiff.

 

Auf die Bedeutung, Patienten einzubinden, ihnen Zuwendung zu schenken, hatte auch Generalvikar und Aufsichtsratsvorsitzender Theo Paul in seinen Eingangsworten hingewiesen: „Zu einer guten Behandlung gehören neben der bestmöglichen medizinischen und pflegerischen Versorgung auch die Zuwendung und das Verständnis von Unsicherheit und Sorge. Es geht darum, das Vertrauen, das der Patient uns entgegen bringt, zu würdigen.“ Und das sei eigentlich nichts, was zusätzlich zur bestmöglichen Behandlung noch dazu komme,“sondern bei der Vertrauensfrage sind wir vielleicht schon im Zentrum dessen, was die bestmögliche Behandlung ausmacht“.

 

Weitere Vorträge widmeten sich den Patientenrechten (Johannes Jaklin, Fachanwalt für Medizinrecht, Leiter der Abteilung Schaden Krankenhaus, Ecclesia Versicherungsdienst GmbH), dem MRSA-Netzwerk Osnabrück (Dr. Gerhard Bojara, Leiter Gesundheitsdienst für Landkreis und Stadt Osnabrück) sowie dem Aktionsbündnis Patientensicherheit  (Hannelore Loskill). Auf die Arzneimittelsicherheit ging Prof. Dr. Thilo Bertsche, Institut für Pharmazie, Universität Leipzig ein. Thorsten Jeske von der Charité Berlin stellte die Aktion saubere Hände vor. Dr. Jürgen Haag, Leiter Kernkraftwerk Emsland RWE Power AG, informierte über Sicherheit im Atomkraftwerk.

 

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