Marienhospital unterstützt Krankenhaus in Kamerun

MHO - Marienhospital Osnabrück

Chefarzt Prof. Dr. Greiner und der Kameruner Neurochirurg Guy Patrice Boum starteten Projekt

Osnabrück. Hilfe für Kamerun: Guy Patrice Boum ist seit einiger Zeit Arzt der Niels-Stensen-Kliniken Marienhospital Osnabrück. 1989 kam er nach Deutschland, „um etwas für mein Land und meine Klinik zu tun“. Der große Mangel an Fachärzten war für ihn der Hauptgrund, nach dem Examen eine Weiterbildung in Berlin zu absolvieren.

Seine eigene Klinik in Kamerun für Tropenmedizin, Gynäkologie und Chirurgie gründete Boum vor sechs Jahren. Zwei Ärzte und 17 Pfleger arbeiten hier. Die Klinik befindet sich in der Metropole Douala mit drei Millionen Einwohnern. Viermal täglich werden etwa 50 Patienten hier während der regulären Öffnungszeiten untersucht. Hinzu kommen Notfälle und Geburten. "Ich arbeite in jeder freien Minute meiner Urlaubszeit in dieser Klinik. Ich fliege dreimal im Jahr nach Kamerun", sagt der Mediziner.

Kamerun hat mit seinen 19 Millionen Einwohnern zur Zeit nur sechs Neurochirugen, davon arbeiten zwei in Douala. Boum ließ sich deshalb selbst zum Neurochirurgen ausbilden, nachdem er zunächst an der Charité in Berlin studiert und dann für die Ärztekammer in Kamerun gearbeitet hatte. „Ich möchte meinem Land helfen“, sagt er und er ist dabei auf Unterstützung angewiesen. Denn seine Klinik in Kamrun habe nicht mal ein Röntgengerät, geschweige denn andere medizintechnische Geräte für die Neurochirurgie.

Der Chefarzt der Klinik für Neurochirurgie und Wirbelsäulenchirurgie des Marienhospitals Osnabrück, Prof. Dr. Christoph Greiner, und das Krankenhaus unterstützen ihn. Das Marienhospital hat ihm zum Beispiel ein Computertomographie-Gerät sehr kostengünstig überlassen. "Das Haus hat zusätzlich unheimlich viel dafür getan, dass wir es in Kamerun wieder richtig und funktionstüchtig einsetzen können", so Boum.

Auch kam eigens ein Techniker aus seiner Heimat in die Hasestadt, um das Gerät hier abzubauen und für die Verschiffung klarzumachen. Warum ? Die Frage ist von Boum rasch beantwortet: "Er übernimmt Wiederaufbau und Wartung in Kamerun." Eine Medizinisch-Technische-Assistentin für die Bedienung des CT-Geräts werde noch dringend gesucht, ebenso wichtig sei die Ausbildung der Mitarbeiter vor Ort, erläutert der Mediziner.

„Wir unterstützen Boum gerne, da wir damit einen aktiven Beitrag zur Verbesserung der medizinischen Versorgung in Kamerun leisten können“, sagt Prof. Dr. Greiner, der das  Engagement seines Mitarbeiters als überragend bezeichnet.

Prof. Dr. Geiner berichtet, dass Boum Ärzte auswählt, die im Marienhospital angestellt werden sollen und eine Ausbildung erhalten. Nach zwei bis drei Jahren gehen sie zurück nach Kamerun, um ihr Know-how dort einzusetzen. Prof. Dr. Greiner: „Wir engagieren uns gerne auf diese Weise, da wir wissen, dass Guy Patrice Boum das, was er sagt, auch wirklich in die Tat umsetzt und wir den Menschen in seinem Land so gemeinsam effektiv helfen können.“ Dieser Weg sei anders als die klassische Entwicklungshilfe.

Zunächst ist es laut Boum wichtig, in seinem Land auch die technischen und strukturellen Voraussetzungen zu schaffen, "dass die in Osnabrück ausgebildeten Ärzte hier gut arbeiten können". Das gemeinsame Projekt solle die Zusammenarbeit stärken und langfristig sichern. Der Mediziner ruft deshalb zu Spenden auf. E-Mail: boum_guy_patrice@remove-this.yahoo.fr

 

 

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