Marienhospital Osnabrück ist Partner im Netzwerk ProBeweis

MHO - Marienhospital Osnabrück

Hilfe bei Beweissicherung auch ohne Strafanzeige

Osnabrück. Das Netzwerk ProBeweis hat in der Region Osnabrück einen neuen Kooperationspartner: Ab sofort bieten die Niels-Stensen-Kliniken Marienhospital Osnabrück Betroffenen, die Opfer von Gewalt geworden sind, Hilfe und Unterstützung zur Beweissicherung und Dokumentation schon vor der Erstattung einer Strafanzeige an.

 

Gerade bei häuslicher Gewalt oder Sexualstraftaten im sozialen Umfeld besteht für die Betroffenen eine hohe Hemmschwelle, ihre Rechte wahrzunehmen und sofort bei der Polizei eine Anzeige zu erstatten. Falls sie sich doch zu dem Schritt entscheiden, ist für eine erfolgreiche Strafverfolgung aber eine zeitnahe und gerichtsverwertbare Dokumentation und Beweissicherung notwendig.

 

Seit Mitte 2012 bietet ein Projekt der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH), welches vom niedersächsischen Ministerium für Soziales, Frauen, Familie, Gesundheit und Integration zunächst für drei Jahre gefördert wird, Hilfe: Das Netzwerk ProBeweis. Den Betroffenen wird in Opferambulanzen die Möglichkeit gegeben, für eine eventuelle spätere Beweisführung Verletzungen dokumentieren und Spuren sichern zu lassen – ohne unmittelbar nach der Tat eine Strafanzeige erstatten zu müssen.

 

Wenn Opfer von häuslicher oder sexueller Gewalt die Notaufnahme des Marienhospitals in Osnabrück aufsuchen, können sie ab sofort neben der medizinischen Versorgung auch alle Maßnahmen der Beweissicherung in Anspruch nehmen. Die Sicherung der Spuren und die Dokumentation der Verletzungen sind für die Opfer kostenlos und erfolgt unter der Wahrung der ärztlichen Schweigepflicht.

 

Dr. Ulrich Preiß, Koordinator des Projektes am Institut für Rechtsmedizin der MHH am Standort Oldenburg, betont, dass mit dem Marienhospital nun auch im nord-westlichen Niedersachsen eine Anlaufstelle zur Verfügung steht. „Wir haben damit einen weiteren wichtigen Partner ins Netzwerk eingebunden. Den Opfern häuslicher und sexueller Gewalt wird damit weitere Hilfe geboten.“ Auch die Gleichstellungsbeauftragte des Landkreises Osnabrück, Dr. Susanne von Garrel, ist sehr erfreut über die Mitwirkung des Marienhospitals.

 

Dem Marienhospital fiel die Entscheidung, im Netzwerk ProBeweis mitzuwirken, nicht schwer. „Wir kooperieren seit langem sehr vertrauensvoll mit der Polizei und den Beratungsstellen in der Region, um betroffenen Frauen Hilfe und Unterstützung zu geben“, unterstreicht der Chefarzt der Klinik für Unfallchirurgie, Prof. Dr. Uwe Joosten.

 

Der Chefarzt der gynäkologischen Klinik am Marienhospital, Dr. Götz Menke, sagt: „Die Mitwirkung im Netzwerk ist eine logische Entwicklung unserer Hilfeangebote. Es ist gut, dass wir in der Region Osnabrück dazu beitragen können, Opfern von Gewalt zu ihrem Recht zu verhelfen.“

 

Gewalt gegen Frauen ist kein Problem einzelner sozialer Schichten. Häusliche und sexualisierte Gewalt gegen Frauen ist in allen gesellschaftlichen Milieus anzutreffen.

 

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