Gewalt in der Notaufnahme kompetent begegnen

BSH - Bildungszentrum St. Hildegard

Polizistin trainiert Pflegende der Krankenhäuser

Gewalt in der Notaufnahme kommt immer häufiger vor. Davon berichten Pflegende der Krankenhäuser in der Region. Erstmals nahmen sie jetzt im Niels Stensen Bildungszentrum an einem Training teil, bei dem sie lernten, damit umzugehen. Diese Schulung im Rahmen einer zweijährigen Weiterbildung Notfallpflege wurde von Dipl.-Pflegepädagoge Ansgar Rotert initiiert und findet in Kooperation mit dem Landes-Caritasverband für Oldenburg statt.

Das Berufsbild der Pflege umfasst die Pflege und die Fürsorge für Patienten. Jedoch sind in den vergangenen Jahren immer mehr unterschiedliche Facetten von Gewalt und aggressivem Verhalten gegenüber Pflegekräften hinzugekommen.

„Dieses stellt auf den ersten Blick einen enormen Widerspruch dar“, so Rotert: „Denn schließlich will man Menschen helfen und muss nun ebenfalls damit rechnen, dass man Gewalt erfährt. Jedoch ist es wichtig, genau diese Umstände nun als gegeben zu akzeptieren, um zukünftig einen bewussteren und kompetenteren Umgang damit zu finden.“

Polizeibeamtin Stefanie Nicolaus aus Münster begleitete den Kurs. Sie ist Verhaltenstrainerin bei der Polizei NRW. Die Polizistin arbeitet nebenberuflich bundesweit mit Krankenhäusern, Pflegeeinrichtungen und Rettungsdiensten zusammen und vermittelt dem Personal in der Pflege Kenntnisse und Strategien der präventiven und aktiven Gewaltdeeskalation.

Sie bietet hierzu unterschiedliche Strategien, Leitfäden und Unterstützungskonzepte an. „Der Aufgabenbereich der Pflege soll dabei durch die zusätzliche Kompetenz der Eigensicherung hilfreich ergänzt werden, ohne das Berufsbild als solches in Frage zu stellen“, sagt Stefanie Nicolaus. Schließlich stehe der Gesundheitserhalt der Pflegekraft an oberster Stelle.

Von Extremsituationen bis hin zur Gewaltandrohung mit Messern und Schusswaffen berichteten die Kursteilnehmer. Immer häufiger müssten sie auch psychische Gewalt erleben. Vor allem Angehörige reagierten oft ungehalten, wenn zum Beispiel die gefühlte Wartezeit zu lang würde. „Ich bringe dich und deine Familie um, wenn wir jetzt nicht sofort behandelt werden!" Diese Worte seien gefallen, sagte eine Pflegekraft.

Die Pflegenden aus den Krankenhäusern bestätigten, dass es gut sei, Kurse wie diesen anzubieten, um den Umgang mit schwierigen Fällen und Situationen zu trainieren. Dennoch sei es wichtig, auch immer wieder klar zu machen, dass gegenseitiger Respekt das Hauptgebot sein müsse.

Zurück zum Seitenanfang