Erste CPU-Pflegeexperten für schnellere Herzinfarkt-Diagnose

MHO - Marienhospital Osnabrück

Wegen zunehmender Herz-Kreislauf-Erkrankungen möchte die Deutsche Gesellschaft für Kardiologie die neue Qualifizierung jetzt bundesweit einführen

Osnabrücker Pilotkurs dient als Modell dafür   Osnabrück. Brustschmerzeinheiten („Chest-Pain-Units“ = CPU) tragen entscheidend zur Prognose und zum Überleben von Patienten mit akutem Herzinfarkt bei. Zur schnellen diagnostischen Abklärung und zielgerichteten effizienten Therapie gehört dabei ein Team aus speziell ausgebildeten und trainierten Medizinern (Kardiologen) sowie Pflegekräften. In Osnabrück haben jetzt Niedersachsens erste Gesundheits- und Krankenpfleger nach sechs Monaten der spezialisierten Weiterbildung ihre Prüfungen zum CPU-Pflegeexperten am Bildungszentrum St. Hildegard der Niels-Stensen-Kliniken bestanden.   Als besondere Anerkennung wurden die Urkunden durch eine Vertreterin der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie (DGK) persönlich an die Absolventen überreicht: Julia Gerszke von der DGK kündigte an, dass die Fachgesellschaft eine Einführung dieser Zusatz-Qualifikation an allen der bundesweit rund 250 Kliniken mit zertifizierter CPU plant. Wesentlich hierzu seien aber qualifizierte Ausbildungsstätten für diese spezielle Weiterbildung. Dabei habe die erfolgreiche Pilotphase mit Kursangeboten und Absolventen in Mainz und Essen sowie jetzt auch in Osnabrück durchweg überzeugt und diene als Modell für eine bundesweite Umsetzung.   Das Bildungszentrum St. Hildegard und die Klinik für Innere Medizin / Kardiologie des Marienhospital Osnabrück (MHO) der Niels-Stensen-Kliniken hatten bereits frühzeitig den Bedarf an speziell qualifiziertem Pflegepersonal für die CPU erkannt und gemeinsam ein innovatives Konzept mit anspruchsvollem Lehrplan für eine gezielte Weiterbildung zum CPU-Pflegeexperten erarbeitet. Dieses wurde dann als erste norddeutsche (und dritte bundesweite) Einrichtung von der kardiologischen Fachgesellschaft DGK unterstützt und zertifiziert. „Wir haben erkannt, dass die spezialisierte Weiterbildung und Qualifikation des Pflegepersonals den großen Erfolg und Behandlungsvorteil der Brustschmerzeinheiten weiter entscheidend verbessert und haben daher folgerichtig als eine der ersten in Deutschland diesen innovativen und richtungsweisenden Schritt umgesetzt“, so Chefarzt Prof. Dr. Thomas Wichter.   Das MHO betreibt bereits seit Jahren sehr erfolgreich eine durch die DGK zertifizierte Brustschmerzeinheit mit speziell qualifizierten und erfahrenen Medizinern und exzellenter apparativer Ausstattung. „Eine spezielle Qualifizierung des Pflegepersonals als wesentlicher Partner im Behandlungsteam der CPU war daher die logische Konsequenz, die wir nun erfolgreich realisieren konnten“, sagt Dipl.-Pflegepädagoge Ansgar Rotert, der durch die Berufung in ein bundesweites Gremium der DGK zur Erstellung einheitlicher Lehrpläne für die Erlangung der Zusatzqualifikation CPU-Pflegeexperte besondere Anerkennung erfuhr.   „Denn hinter einem Brustschmerz steckt häufig ein nicht erkannter Herzinfarkt“, betont Prof. Dr. Wichter. Der (drohende) Herzinfarkt werde durch die Möglichkeiten der CPU mit ihrem Team aus spezialisierten Medizinern und Pflegeexperten schneller diagnostiziert und effektiver therapiert, wodurch das Überleben und die Lebensqualität bei Patienten nach Herzinfarkt entscheidend verbessert werde.   Die Absolventen sind:   Andrea Funke, Andrea Schneider (Niels-Stensen-Kliniken Marienhospital Osnabrück), Gerhard Oltmanns (Ammerland-Klinik Westerstede) und Nadine Thoben (Christliches Krankenhaus Quakenbrück)

Zurück zum Seitenanfang