Die Seele steht für die Symbolbedürftigkeit des Menschen

MKH - Magdalenen-Klinik

Überwältigende Resonanz auf den Festvortrag zum Magdalenen-Tag - Prof. Dr. Frick sprach in der Magdalenen-Klinik über die Seele und ihren möglichen Verlust

 

Georgsmarienhütte. Die Resonanz auf den Festvortrag von Pater Prof. Dr. Eckhard Frick am Magdalenen-Tag 2010 sprach für sich: Dicht gedrängt lauschten rund 140 Teilnehmer im Panoramasaal der Niels-Stensen-Kliniken Franziskus-Hospital Harderberg seinen Ausführungen zur Seele, ihrem möglichen Verlust und ihrer grundlegenden Bedeutung.

Der Aufsichtsratsvorsitzende der Niels-Stensen-Kliniken, Generalvikar Theo Paul, und der Ärztliche Direktor der Niels-Stensen-Kliniken Magdalenen-Klinik, Prof. Dr. Wolfgang Weig, stellten den Referenten als Brückenbauer zwischen den verschiedenen Bereichen vor, die auch für die Arbeit der Magdalenen-Klinik wichtig  sind: Psychiatrie und Somatik, Psychotherapie und Seelsorge, Praxis und Wissenschaft. Als Arzt und Seelsorger, Psychoanalytiker und Priester, Facharzt für Psychosomatik und Jesuit vereinigt Pater Prof. Dr. Eckhard Frick diese Bereiche in seiner Person.

In seinem Vortrag schlug Frick dann auch einen beeindruckenden Bogen über die verschiedenen Perspektiven. Er beleuchtete die Frage nach der Seele aus vorwissenschaftlicher Sicht, aus antiken und philosophischen Traditionen sowie aus der Perspektive der Medizin und der Psychoanalyse. Hierbei wurde sowohl die große Bedeutung der Seele deutlich, die unmittelbar und notwendig zum Menschsein gehört, weil sie sein Innerstes betrifft, als auch ihre Bedrohtheit. Oft werde die Seele erst bewusst wahrgenommen, wenn sie verlieren zu gehen drohe, sagte er. Allerdings entziehe sich die Seele „wissenschaftlichen Definitionen, die nach dem Messbaren und Lokalisierbaren fragen“. Dadurch bestehe die Gefahr, dass die Seele in der Moderne aus dem Fokus gerät. Durch die Versuche, die Seele im Gehirn zu lokalisieren, werde zudem häufig die Deutungshoheit an die Hirnforschung abgetreten.

Prof. Dr. Frick sprach sich klar dafür aus, weiterhin von „Seele“ zu reden, da sie eine integrative Kraft besitze und gleichzeitig das Geheimnis des Menschseins offen lasse. Nach Ansicht von Frick sollte man sich der wissenschaftlichen Methoden und der Erkenntnisse der Einzeldisziplinen bedienen, „ohne das vorwissenschaftliche Wissen über die Seele aufzugeben“. Denn die Wissenschaften könnten über die Seele als das unergründliche Wesen des Menschen nichts aussagen. So könnten sie sich auch kein festes Bild vom Menschen machen. Letztlich stehe die Seele für die Symbolbedürftigkeit des Menschen

In Anlehnung an das Bibelwort „wer sein Leben (psyche, Seele) retten will, wird es verlieren; wer aber sein Leben um meinetwillen verliert, wird es gewinnen“ (Mt 16,25) bezeichnete Frick Jesus Christus als den Heiland gegen den Seelenverlust. Die Spannung zwischen Verlust und Gewinn der Seele werde in diesem Bibelwort auf den Punkt gebracht. Nach Aussage von Frick zielt Jesus darauf ab, dass es nicht ausreicht, den Seelenverlust zu beklagen, sondern dass die Bedrohungen des Seelenverlusts ausgehalten werden müssen, um sie zu bewältigen.

In der Diskussion, die sich an den Vortrag anschloss, wurde deutlich, was diese Wertschätzung der Seele für die verschiedenen Disziplinen bedeuten kann. Gleichzeitig bleibt die Sorge für die Seele eine Herausforderung, weil sich diese nicht greifen lässt.

Das Manuskript des Vortrags steht zum Herunterladen zur Verfügung unter: www.spiritualcare.de 

 

 

 

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