„Die Pflege ist zu kurz gekommen“

CKM - Christliches Klinikum Melle

Staatssekretär Laumann für eine andere Krankenhausfinanzierung

 

Melle. „Pflege am Boden“ rufen die Plakate dem Staatssekretär im Bundesministerium für Gesundheit, Karl-Josef Laumann (CDU), entgegen, als er durch den Eingang der Niels-Stensen-Kliniken Christliches Klinikum Melle (CKM) tritt. Rund 70 Pflegekräfte liegen und sitzen auf dem Boden der Eingangshalle. Sie fordern bessere Bedingungen für die Pflege.

 

Die Pflegedirektorin des CKM, Mareile Greiser, bringt es wenig später auf den Punkt: „Die Krankenhäuser sind auf die Politik und Veränderungen in der Pflegefinanzierung angewiesen.“

 

Das zentrale Problem: Die Krankenhäuser können die gestiegenen Personalkosten nicht auffangen, weil die Krankenhausfinanzierung nicht entsprechend angeglichen wird. Die Folge: Mehr Arbeit für die Mitarbeitenden. „Die Grenze der Belastbarkeit ist erreicht und auch zum Teil überschritten. Wir benötigen eine Finanzierung der Krankenhäuser und besonders der pflegerischen Leistungen, die die Umsetzung einer professionellen Pflege und die Einhaltung von Qualitätsvorgaben sicherstellt“, unterstreicht Frau Greiser.

 

Der Appell findet bei Karl-Josef Laumann, der auch Bevollmächtigter der Bundesregierung für Patienten und Pflege ist, offene Ohren. Er bestätigt die Analyse der Pflegenden: „Im Gesamtsystem ist die Pflege in den letzten Jahren zu kurz gekommen.“ Zudem teilt er die Problemdiagnose von Mareile Greiser: „Die Entwicklung in den letzten Jahren hat ein grundlegendes Problem: Die Budgets der Krankenhäuser sind nicht so erhöht worden wie die Personalkosten.“ 

 

Eine Therapie liegt für den Sozialpolitiker aus Riesenbeck auf der Hand: „Diese Entwicklung kann so nicht weitergehen. Die Lohnerhöhungen dürfen bei der Frage, wie sich die Budgets der Krankenhäuser entwickeln, nicht außer Acht gelassen werden.“ Wie das Rezept für diese Behandlung aussehen kann, weiß Laumann allerdings auch nicht: „Wie macht man das? Dazu habe ich noch keine Patentantwort.“

 

Einen möglichen Pfad sieht er im Abbau von Bürokratie und ausufernden Dokumentationspflichten. Dahinter stehe eine Kultur des Misstrauens, so der Staatssekretär. Die Pflegenden müssten jeden Handschlag belegen, damit er später überprüft werden kann. Das Ziel der nächsten Jahre müsse sein, diese Misstrauenskultur aufzuheben, um Bürokratie abzubauen.

 

 

 

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