Credo: „Menschen helfen und Leben retten“

CKM - Christliches Klinikum Melle

Dirk Grothe ist Chefarzt der Allgemein- und Visceralchirurgie der Niels-Stensen-Kliniken Christliches Klinikum Melle

Melle. Morgens um 7 Uhr: Der Arbeitstag fängt für den Chefarzt der Allgemein- und Visceralchirurgie der Niels-Stensen-Kliniken Christliches Klinikum Melle früh an. Nach der Teambesprechung geht Dirk Grothe auf Visite und dann in den OP. Oft arbeitet er hier bis nachmittags, manchmal auch länger. „Das hängt davon ab, wie viele Notfälle wir haben“, sagt der Mediziner.

Aber dann ist längst noch nicht Feierabend: Visite, Nachmittagsbesprechung und die Planung für den Folgetag.

Grothe war 15 Jahre in Duisburg tätig, davon fünf Jahre als Leitender Oberarzt. „Was wir dort in einem großen Haus operiert haben, operieren wir genauso im kleineren CKM“, sagt er. Qualitativ stehen wir anderen Häusern in nichts nach. An seiner Arbeit schätz er vor allem, dass er „Menschen helfen und Leben retten“ kann.

Spezialisiert hat sich das Team um den Chefarzt insbesondere auf die Schilddrüsenchirurgie – „wobei wir die komplikationslose OP immer im Auge haben“. Es werde bei jeder OP ein sogenanntes Neuromonitoring gemacht, um den Stimmbandnerv nicht zu verletzen. „Wir operieren mit kleinen Schnitten auch endoskopisch oder mit der sogenannten Abbatechnik.“ Keine sichtbaren Narben, weniger Schmerzen und kürzere Krankenhausaufenthalte seien die Vorteile dieses Verfahrens. Ein weiterer Schwerpunkt sei die Behandlung von Krankheiten der Gesäßregion und des Afters. „Diese operieren wir mit einer neuen Methode: dem Stapler-Prinzip.“ Der Vorteil: „Es verbleiben keine offenen Wundflächen, die einer längeren Nachbehandlung bedürfen.“

Hauptsächlich werden die operativen Eingriffe wann immer möglich minimal-invasiv vorgenommen. Insbesondere die Dickdarmerkrankungen bei Krebs werden zunehmend minimal-invasiv operiert – mit gleichem oder höherem qualitativen Erfolg, als bei herkömmlichen Eingriffen. Fast sämtliche Bauchorgane sowie das gesamte Spektrum der Hernienchirurgie kann das Team von Grothe mit kleinen Schnitten behandeln.

Zum Team gehören ein Oberarzt, ein Funktionsoberarzt, vier Assistenzärzte und einer chirurgisch-technischer Assistent. Es arbeitet eng mit dem Team des Unfallchirurgen, Chefarzt Guido Hafer, zusammen.

Grothe legt großen Wert auf Präzision: „Ich habe einen hohen Anspruch an die Qualität meiner Arbeit“, sagt der Arzt über sich, was insbesondere bei den Krebsoperationen wichtig ist. Wichtig sei auch, „dass der Patient sich angenommen fühlt“ und zwar „von der Aufnahme bis zur Nachbehandlung“.

Ähnlich wie in der Fliegerei ist für Grothe die Risikoüberwachung selbstverständlich. Deshalb werden vor der OP Checklisten abgearbeitet, wie es die Piloten machen.

Durch die Verwendung von Checklisten ist die nachoperative Komplikationsrate bundesweit zurückgegangen. „In regelmäßigen Teambesprechungen diskutieren wir die Ergebnisse der Qualitätskontrollen und des Risikomanagements“, so der Chefarzt. „Ein engagiertes und hoch qualifiziertes Team sowie eine gute fachübergreifende Zusammenarbeit mit anderen Abteilungen sind weitere Erfolgsfaktoren unserer Arbeit.“

Einen besonderen Stellenwert hat auch die Hygiene. Grothe ist im CKM hygienebeauftragter Arzt. „Die Leute haben zunehmend Angst vor Krankenhauskeimen, wir haben daher ein striktes Hygienemanagement“, erläutert der Mediziner. So wird zum Beispiel jeder Risikopatient eingehend überprüft und vor der OP wiederum eine Checkliste abgearbeitet, um die Wundinfektionsrate weiter zu reduzieren, die sich in den letzten Jahren deutlich vermindert hat und jetzt unter einem Prozent liegt: wenn man durch das Krankenhaus geht, sieht man immer wieder Patientenzimmer mit der Aufschrift „bitte Schutzkleidung tragen“. Das bedeute nicht, dass es viele Infekte gebe, „sondern dass wir alles tun, um vorzubeugen, wir nehmen das sehr genau im CKM. Und das zahlt sich trotz der damit verbunden Kosten und des erhöhten Aufwands für das Pflegepersonal aus“.

In der Klinik für Allgemein- und Visceralchirurgie werden pro Jahr ungefähr 2000 Patienten behandelt, davon rund 1100 stationär bei einer durchschnittlichen Verweildauer von 6,2 Tagen.

 



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