Brechdurchfall durch Noroviren

NSK - Niels Stensen Kliniken (Portal)

Informationen zum Verlauf der Krankheit und zu hygienischen Maßnahmen zuhause und im Krankenhaus

Noroviren können bei Kindern und Erwachsenen Übelkeit, heftiges Erbrechen und starke Durchfälle hervorrufen. 
Die Viren sind auf der ganzen Welt verbreitet und haben in den letzten Jahren auch besonders in Deutschland und  den angrenzenden europäischen Ländern  zu einer erheblichen Zunahme an Erkrankungsfällen geführt. 
Vor allem in den Monaten der kalten Jahreszeit (Dezember bis April) erkranken viele Menschen am Norovirus. Die Krankenhäuser richten sich dementsprechend all-jährlich auf diese Situation ein. 
Auch in diesem Jahr hat sich die Häufigkeit der Norovirusinfektionen in Niedersachsen seit Januar in den zu erwartenden Größenordnungen nach und nach gesteigert. 

Ansteckungswege für Brechdurchfall

Die krankmachenden Viren werden durch kleinste Tröpfchen, die beim Erbrechen entstehen, von anderen Menschen über die Luft aufgenommen oder über die Hände weitergegeben. 
Die Viren sind sehr ansteckend, da einige wenige von ihnen reichen, um bereits kurze Zeit nach der Aufnahme eine Erkrankung auszulösen. Daher ist auch überall dort, wo viele Menschen in Gemeinschaftseinrichtungen (Schulen, Alten- und Pflegeheime, Krankenhäuser) zusammenkommen, die Gefahr einer Übertragung erhöht und es ist möglich, dass mehrere Menschen sich gleichzeitig oder sehr kurz hintereinander anstecken und erkranken.

Verhalten im Krankheitsfall

Die typischen Krankheitszeichen treten meist plötzlich auf. 
Erbrechen und wässrige Durchfälle verursachen einen erheblichen Flüssigkeitsverlust im Körper, der bei den Erkrankten schnell zur Abgeschlagenheit und Schwäche führt. Vor allem Patienten mit vorbestehenden Erkrankungen (z.B. Bluthochdruck, Diabetes, Herzrhythmusstörungen, Lungenerkrankungen usw.) leiden dann unter starken Kreislaufproblemen. Das Zusammenspiel der verschiedenen Organsysteme wird unter dem Verlust von Mineralstoffen und Wasser beeinträchtig oder gar geschädigt. Hierdurch können dann weitere Krankheitszeichen (z.B. Benommenheit, Verwirrtheit, Fieber, Hautrötung usw.) auftreten.
Wichtig ist auch darauf zu achten, dass die meisten Medikamente in einer solchen Situation nicht mehr richtig wirken und notwendige Behandlungen in dieser Erkran-kungszeit durch andere Maßnahmen weitergeführt werden müssen.
Deshalb sollten alle Menschen mit Vorerkrankungen sowie alle Patienten, die regel-mäßig Medikamente einnehmen, bei plötzlich beginnendem Brechdurchfall unbedingt einen Arzt aufsuchen. Säuglinge, Kleinkinder, schwangere Frauen und ältere Menschen reagieren, auch bei ansonsten stabiler Gesundheit, häufig mit erheblichen körperlichen Beeinträchtigungen auf einen durchfallsbedingten Flüssigkeitsverlust und sollten daher ebenso ärztlich überwacht werden.
Bei allen anderen Personen, die sich bester Gesund erfreuen und dennoch plötzlich von  Noroviren infiziert werden, gilt der Behandlungsgrundsatz jeglicher Durchfallerkrankung: Viel trinken (Mineralwässer und Tee) sowie Schonkost (Zwieback und Salzstangen).

Hygienemaßnahmen im Krankenhaus

Kommen Patienten ins Krankenhaus, die an einem Norovirus erkrankt sind oder bei denen der Verdacht einer Erkrankung besteht, werden sofort hygienische Maßnahmen ergriffen, die in einem Plan genau festgelegt sind. Damit soll eine weitere Ansteckung verhindert werden.
Zu den Maßnahmen gehören eine sichere Händedesinfektion, das Tragen besonderer Kittel und Handschuhe sowie ggf. eines Mundschutzes. 
Diese Regeln sind sowohl vom Personal des Krankenhauses als auch von den Besuchern und den Patienten einzuhalten und werden der jeweils aktuellen Situation angepasst, denn es ist zu unterscheiden, ob der Fall eines Erkrankungsverdachtes, einer tatsächlich vorliegenden Erkrankung oder der Heilungsphase nach Erkrankung vorliegt. 
Ebenso ist es zwingend erforderlich, eine Isolierung von Patienten vorzunehmen, wenn ein Erkrankungsverdacht vorliegt oder die Erkrankung bereits besteht. Diese Maßnahme dient dem Schutz aller anderen Patienten, der Angehörigen und des Personals vor Ansteckung. 
Wenn viele Menschen mit dem Verdacht einer Norovirusinfektion innerhalb kürzester Zeit in der Klinik aufgenommen werden, kann auch eine sogenannte Kohortenisolierung notwendig werden. Dies bedeutet, dass alle Patienten, die nachweislich an Noroviren erkrankt sind, zur Behandlung und bis zum Zeitpunkt der Heilung auch in Mehrbettzimmern gemeinsam isoliert werden müssen. Immer wieder führt die Menge an medizinisch hilfebedürftigen Menschen auf den Gipfeln der Infektionswelle dazu, dass eine ganze Station zum Zwecke der Isolierung geschlossen werden, um dort alle an Noroviren Erkrankten unterbringen zu können.

Krankheitsverlauf und Vorbeugung

Eine Infektion mit Noroviren geht normalerweise schnell vorüber. Der heftige Durch-fall ist nach zwei bis drei Tagen überwunden und je nach Alter und körperlichem All-gemeinzustand kann man nach etwa 5 bis 7 Tagen das Krankenhaus verlassen. Der mittlerweile wieder normal ausgeschiedene Stuhl enthält aber möglicherweise noch einige Viren. Deshalb sollte noch für einige Zeit (1-2 Wochen) nach jedem Toilettengang eine gründliche Reinigung der Hände mit virusabtötenden Desinfek-tionsmitteln durchgeführt werden, die Toilette desinfiziert  und das Handtuch gewechselt werden. Diese Maßnahmen sollten zum Schutze der Familienmitglieder und Mitbewohner natürlich auch ergriffen werden, wenn ein Patient mit einer Norovirusinfektion zuhause die Erkrankung behandelt.

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