„Bleiben Sie Unruhestifter“

MHA - Marienhospital Ankum Bersenbrück

Mitarbeitende der Niels-Stensen-Kliniken beteiligten sich an „Fünf-vor-zwölf-Aktion“

Georgsmarienhütte/Osnabrück/Melle/Ostercappeln/Ankum/Bramsche. Die wirtschaftliche Lage der niedersächsischen Krankenhäuser ist angespannt. Mehr als die Hälfte von ihnen schreibt rote Zahlen. Insgesamt sind zwei Drittel der Krankenhäuser mittelfristig in ihrer Existenz bedroht. Darauf will die Zwei-Drittel-Kampagne der Niedersächsischen Krankenhausgesellschaft (NKG) aufmerksam machen. Auch zahlreiche Mitarbeitende der Niels-Stensen-Kliniken folgten dem aktuellen Aufruf der NKG und versammelten sich im Eingangsbereich ihrer Krankenhäuser zu einer „Fünf-vor-zwölf-Aktion“.

Mit Transparenten wiesen sie auf die bedenkliche Situation hin und verdeutlichten, dass es für mehr als zwei Drittel der niedersächsischen Krankenhäuser jetzt „fünf vor zwölf“ ist. Der Grund dafür liege im Finanzierungs- und Vergütungssystem des deutschen Gesundheitswesens, sagte der stellvertretende Geschäftsführer der Niels-Stensen-Kliniken, Dr. Bernd Runde. Eine Reform der Krankenhausfinanzierung sei dringend notwendig. Es müsse ein Finanzierungssystem geben, das die Kosten der Krankenhäuser auffange und eine gerechte Bezahlung des Personals gewährleiste. Die Finanzierungspolitik dürfe nicht auf dem Rücken der Beschäftigten und der Patienten ausgetragen werden. Die Forderung der Politik nach einer wohnortnahen Versorgung widerspreche dem Ansinnen der Politiker, Betten abzubauen.

Dr. Runde zeigte sich dankbar für das Signal der Politik zur Zukunftssicherung des Bramscher Krankenhauses. Gleichzeitig rief er die Versammelten dazu auf, weiterhin Unruhestifter zu sein und den Verantwortlichen in Hannover immer wieder den Spiegel vorzuhalten. Er dankte allen Mitarbeitenden für deren Identifikation mit ihrem Krankenhaus.

Die Mitarbeiter appellierten mit Plakaten an die Politik, einem Personalabbau massiv entgegenzutreten und genügend Geld für die Krankenhäuser zur Verfügung zu stellen. Der Finanzierungsstau müsse abgebaut werden. Das Fallpauschalensystem decke nicht einmal die Steigerung der Personalkosten. Notwendig sei eine angemessene Berücksichtigung der Personal- und Sachkostensteigerungen.

 

 

 

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