Begleitung wie ein wärmender Mantel

NSK - Niels Stensen Kliniken (Portal)

Niels-Stensen-Kliniken gründen Zentrum für Palliativmedizin

Herbert P. (Name geändert) hat Darmkrebs. Dem  61jährigen geht es rundum schlecht. Er weiß, dass er keine Aussicht auf Heilung hat und dass er nur noch kurze Zeit zu leben hat. Herbert P. ist deshalb jedoch nicht auf sich allein gestellt. 

 

In den Niels-Stensen-Kliniken Krankenhaus St. Raphael in Ostercappeln wird er zur Zeit auf der SPES-VIVA-Palliativstation behandelt. Neben einer guten Schmerztherapie erhält er hier die medizinische, pflegerische und ganzheitliche Begleitung, die er sich für die letzten Monate seines Lebens wünscht. Das Ziel der Behandlung ist nach Möglichkeit eine Entlassung  - am liebsten nach Hause zu seinen Angehörigen. 

 

Wenn Heilung nicht mehr möglich ist, benötigen Patienten wie Herbert P. eine palliativmedizinische Versorgung. Um dem steigenden Bedarf gerecht zu werden, haben die Niels-Stensen-Kliniken jetzt das Zentrum für Palliativmedizin gegründet.  In diesem Zentrum arbeiten die jeweiligen Abteilungen für Innere Medizin des Verbundes  zusammen. Ziel ist der weitere Aufbau bzw. Ausbau der Palliativmedizin. Leiter des Zentrums ist Prof. Dr. Winfried Hardinghaus, der als ausgewiesener Experte auf dem Gebiet der Palliativmedizin gilt. Hardinghaus ist Gründer des Palliativ- und Hospiz-Modells SPES VIVA, das für eine hochqualifizierte Begleitung Schwerstkranker  steht und von Ostercappeln aus in den letzten 18 Jahren bundesweite Verbreitung gefunden hat. Zugleich ist Hardinghaus Ärztlicher Direktor des Franziskus-Hospitals Harderberg und des Krankenhauses St. Raphael Ostercappeln. 

 

Professor Hardinghaus nimmt die neue Aufgabe gerne an: „Ich freue mich, dass ich nun zusammen mit den anderen Häusern die Palliativmedizin in unserem Verbund weiter entwickeln kann. Unser Ziel ist es, die palliativmedizinische Versorgungs- und Betreuungsqualität in den Einrichtungen der Niels-Stensen-Kliniken weiter auszubauen.“  

Der Aufsichtsratsvorsitzende der Niels-Stensen-Kliniken, Generalvikar Theo Paul, unterstreicht die Bedeutung des neuen Zentrums: „Für uns als christlichen Krankenhausverbund ist die Sorge um schwerstkranke und sterbende Patienten von sehr großer Bedeutung. Die Palliativmedizin und ihr besonderer Ansatz schenken dem Kranken und seinen Angehörigen die Lebensqualität, die für die letzte Phase des Lebens wichtig ist. “ Paul unterstreicht, dass die Angebote der Palliativmedizin auch eine Antwort auf die Diskussion um aktive Sterbehilfe sind: „Wir lassen die Menschen nicht allein, wenn Heilung nicht mehr möglich ist.“

 

Palliativmedizinische Angebote gibt es in allen sechs Krankenhäusern der Niels-Stensen-Kliniken. In Ostercappeln und  am Christlichen Klinikum Melle sind die Konzepte seit langem mit einer eigenen Station bzw. mit Palliativzimmern erfolgreich eingeführt. Diese Angebote sind nach den Standards von SPES VIVA ausgerichtet, die unter anderem eine berufsübergreifende Zusammenarbeit vorsehen.

 

Die Niels-Stensen-Kliniken haben sich einen konkreten Maßnahmenplan vorgenommen, um diese Angebote weiter zu entwickeln. Professor Hardinghaus erläutert: „Im Einzugsbereich des Krankenhauses St. Raphael  Ostercappeln werden wir die SPES-VIVA- Palliativstation, den ambulanten Hospizdienst und die Begleitung von trauernden Kindern und Angehörigen weiter entwickeln . Ähnliches gilt für das Christliche Klinikum Melle  sowie für die schon länger bestehenden Palliativeinheiten im Franziskus-Hospital Harderberg. Die Niels-Stensen-Kliniken Bramsche sind bereits mit einem besonderen, wohnlich gestaltetem Raum am Start. Auch im Marienhospital Ankum-Bersenbrück und in der Altenpflegeeinrichtung Haus St. Michael in Ostercappeln sollen demnächst sogenannte Palliativbereiche eingerichtet werden.“ Für das Marienhospital Osnabrück steht der nächste Schritt bereits fest: Dort wird Mitte Juni die neue Palliativstation eingeweiht werden. 

 

Was ist Palliativmedizin?

 

Der Begriff Palliativmedizin kommt aus dem Lateinischen. „Pallium“ bedeutet „Mantel“. Die Palliativmedizin betreut schwerkranke Patienten mit nicht heilbaren Erkrankungen. Das Ziel: Symptome lindern, Beschwerden bessern, eine psychosoziale Begleitung anbieten und eventuell alle Möglichkeiten sichern, eine weitere Behandlung in den eigenen vier Wänden zu ermöglichen. Dr. Klaus Peter Spies, Ärztlicher Direktor der Niels-Stensen-Kliniken Christliches Klinikum Melle,  beschreibt die Aufgabe der Palliativmedizin einem Bild: „So wie ein Mantel sich wärmend um einen Menschen legt, wollen wir mit unserem Angebot  dem Patienten körperlich und seelisch die Hilfe und Zuwendung zuteil werden lassen, die er in seiner schweren Lebenssituation braucht.“

 

Zu diesem Zwecke arbeitet ein multiprofessionelles Team aus speziell ausgebildeten Ärzten, Pflegekräften, Physiotherapeuten, Sozialarbeitern und Seelsorgern eng zusammen.

Um nach der Entlassung aus der stationären Behandlung auch die weitere ambulante Versorgung zu gewährleisten, werden frühzeitig Mitarbeiter der ambulanten Hospizversorgung in die Behandlung eingebunden, um einen reibungslosen Übergang von stationärer zu ambulanter Behandlung sicher zu stellen. Die enge Zusammenarbeit mit dem Osnabrücker Hospiz, den Teams der sogenannten „Spezialisierten ambulanten Palliativversorgung", den betreuenden Hausärzten  und Pflegediensten ist ebenfalls selbstverständlich.

 

Zur Niels-Stensen-Kliniken GmbH gehören das Bildungszentrum St. Hildegard , das Christliche Klinikum Melle, das Franziskus-Hospital Harderberg, das Krankenhaus St. Raphael Ostercappeln, das Marienhospital Ankum-Bersenbrück, das Marienhospital Osnabrück, die Magdalenen-Klinik Harderberg, die Niels-Stensen-Kliniken Bramsche, das Altenpflegeheim Haus St. Michael in Ostercappeln, das Niels Stensen Pflegezentrum in Ankum und weitere Einrichtungen.

 

 

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