Auszeichnung für Prof. Dr. Winfried Hardinghaus

MHO - Marienhospital Osnabrück

Oberbürgermeister Wolfgang Griesert übergibt Verdienstorden an DHPV-Vorsitzenden und Ärztlichen Leiter der MHO-Palliativstation

Bundespräsident Joachim Gauck hat Prof. Dr. Winfried Hardinghaus auf Vorschlag des Niedersächsischen Ministerpräsidenten das Verdienstkreuz 1. Klasse des Verdienstordens der Bundesrepublik verliehen. Der Ärztliche Leiter der Palliativstation des Marienhospitals Osnabrück (Niels-Stensen-Kliniken) und Vorsitzende des Deutschen Hospiz - und Palliativverbandes nahm die Auszeichnung jetzt aus den Händen von Osnabrücks Oberbürgermeister Wolfgang Griesert entgegen.

Der außergewöhnliche Einsatz von Prof. Dr. Hardinghaus gelte dem Umgang mit dem Sterben und dem Tod, sagte Griesert. In gleicher Weise sei das Anliegen zu würdigen, dem körperlichen Schmerz schwerkranker Menschen entgegenzutreten, um ihnen möglichst lange ein Leben in Würde zu ermöglichen.

„In den vergangenen zwei, drei Jahrzehnten hat es in unserer Gesellschaft eine Rückbesinnung auf die unter allen Umständen auch beim Sterben zu bewahrende Würde des Menschen gegeben“, so der Oberbürgermeister: „Wir verdanken dies dem oftmals ehrenamtlichen Engagement von Persönlichkeiten wie Prof. Dr. Hardinghaus. Durch sein Engagement ist die Hospiz- und Palliativarbeit sowohl in der Medizin als auch in der Gesellschaft etabliert und anerkannt.“

Es sei ihm dabei nicht nur darum gegangen, die methodischen, die räumlichen und die organisatorischen Voraussetzung zu schaffen: „Die enorme Schranke der Tabuisierung von Sterben und Tod musste und muss gewiss auch heute noch überwunden werden.“

1994 gründete Prof. Dr. Hardinghaus die ehrenamtlich wirkende Modelleinrichtung Spes Viva e. V. (Lebendige Hoffnung) Ostercappeln. Diese Palliativ- und Hospizinitiative will nicht nur die Situation von schwerstkranken und sterbenden Menschen auf der Grundlage einer humanen Sterbebegleitung verbessern. Auch die Nöte und Anliegen der Angehörigen stehen im Focus der Bemühungen, für alle Beteiligten möglichst viel Lebensqualität zu erhalten oder zu gewinnen.

Seit Gründung des Vereins im Jahr 1997 ist Hardinghaus im Vorstand tätig. Diese Funktionen übt er auch in den unterstützenden Institutionen aus: dem Spes-Viva-Förderverein und der Stiftung Spes Viva.

Die von Prof. Hardinghaus mit so viel Einsatz und Nachdruck ausgebrachte Saat ist äußerst erfolgreich aufgegangen und trägt sehr viele Blüten. Nicht nur das Modell Spes Viva wurde bundesweit von über 15 Krankenhäusern übernommen. Das unter Ihrer Mitwirkung entstandene, bundesweite Pilotprojekt „Schmerzfreies Krankenhaus“ hatte das Ziel, die Betreuung von Schmerzpatienten in der Klinik zu verbessern. Daraus ging die Gesellschaft für Qualifizierte Schmerztherapie Certkom e. V. hervor, die bis heute 18 Palliativ-Einrichtungen in Deutschland für die Einhaltung hoher Standards mit einem Zertifikat ausgezeichnet hat.

 

 

Zurück zum Seitenanfang