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Hilfe für Kranke in Afghanistan
Gemeinsame Hilfsaktion und Ausstellung von Marienhospital Osnabrück und Berufsbildenden Schulen am Pottgraben

Ausstellungseröffnung im Marienhospital Osnabrück mit (von links) Angelika Hack, Miro Bauhaus, Heinz Fortmann, Annika Lübs, Karla Schefter, Hilke Kirchhübel und Rudolf Fissmann.
Osnabrück. Hilfe für Afghanistan: Die Niels-Stensen-Kliniken Marienhospital Osnabrück (MHO) und die Berufsbildenden Schulen am Pottgraben haben gemeinsam eine Ausstellung in der Eingangshalle des Marienhospitals eröffnet. Die auszubildenden Veranstaltungskaufleute der BBS haben diese organisiert, um kranken Menschen in Afghanistan zu helfen.
BBS-Lehrerin Hilke Kirchhübel hatte in den Berufsbildenden Schulen vom Chak-e-Wardak-Hospital berichtet und ihre Idee vorgestellt, eine Ausstellung mit Spendenaktion vorzubereiten, die jetzt gemeinsam mit Mechthild Kuhlmann vom MHO realisiert wurde. Sie dauert bis zum 6. April.
In ihren Grußworten zur Ausstellungseröffnung hoben Rudolf Fissmann, Geschäftsführer des MHO, und Heinz Fortmann, stellvertretender Schulleiter der Berufsbildenden Schulen am Pottgraben, die Bedeutung der mit der Ausstellung verbundenen Nothilfeaktion hervor. Diese wurde von Karla Schefter, Gründerin und Leiterin des afghanischen Chak-e-Wardak-Hospitals, umfassend erläutert. Sie ist mit dem Deutschen Pflegepreis 2009, dem Bundesverdienstkreuz und dem afghanischen Malalai-Orden für ihr Lebenswerk, den Aufbau und Betrieb des Chak-e-Wardak-Hospitals, ausgezeichnet worden.
Nach dem Abzug der sowjetischen Soldaten aus Afghanistan begann sie vor 20 Jahren als deutsche OP-Schwester und Krankenhausmanagerin in der afghanischen Provinz Wardak damit, das Hospital aufzubauen. „Dies geschieht bis heute unter derart widrigen Umständen, dass das Ergebnis einem Wunder gleicht“, sagt sie. Die Lage in Afghanistan sei immer schwieriger geworden und damit auch die Leitung und der Erhalt des Chak-e-Wardak-Hospitals.
„Unser aller Engagement ist weiterhin entscheidend für die Menschen in Afghanistan, dies gilt insbesondere für die arme Landbevölkerung in Wardak“, betont die Krankenhausgründerin. Gerade in den ländlichen Gebieten gebe es keine Alternativen in der medizinischen Versorgung und schon gar nicht für die nahezu kostenlose Behandlung. Sie sei nur durch Spenden möglich.
Für die rund 400 000 Einwohner der Provinz Wardak ist das Chak-e-Wardak-Hospital mit seinen 60 Betten und den unterschiedlichen Fachabteilungen auch weiterhin das einzige voll ausgestattete und
funktionierende Hospital, so dass selbst Patienten aus Kabul dorthin pilgern. Monatlich werden mehr als 7 000 Patienten mit unterschiedlichsten Erkrankungen, Verletzungen und Leiden medizinisch versorgt und vorsorglich geimpft – immer nahezu kostenlos. Der Zustrom nimmt ständig zu, 70 Prozent sind Frauen und Kinder. Das Hospital erhält keine öffentlichen Gelder, es wird fast ausschließlich durch Spenden finanziert und am Leben erhalten.
Karla Schefter ist einzige Nichtafghanin in dem Hospital, die dort dauerhaft arbeitet. Sie lebt deren Kultur mit und bindet die Afghanen in die Arbeit und Verantwortung mit ein. Deshalb wird ihre Arbeit hoch geschätzt. In ihrem Krankenhaus gibt es inzwischen neben der Ambulanz mit Impfzentrum, eine Chirurgie, Frauenabteilung, Kinderabteilung und eine Zahnarztpraxis.




