Klinik für Gefäßchirurgie und endovaskuläre Chirurgie

Die Funktion der Blutgefäße im menschlichen Körper lässt sich gut mit der Funktion von Straßenverbindungen beschreiben. Sie transportieren das sauerstoffreiche Blut in Organe, Muskeln und das Gehirn (Arterien) und das verbrauchte Blut wieder zurück zu Herz und Lunge (Venen). Intakte Blutgefäße sind ebenso wie staufreie Strassen eine wesentliche Bedingung für den adäquaten und zügigen Transport. Kommt es zu Verengungen der Gefäße, ist der Transport des Blutes gestört. Das kann klinisch zu einer Einschränkung der Gehstrecke führen, zu belastungsabhängigen Schmerzen in den Armen, zu Bauchschmerzen nach dem Essen oder aber auch zu einem deutlich erhöhten Schlaganfallrisiko bei einer Verengung der Halsschlagadern. Eine weitere Gefäßerkrankung, die häufig lange ohne Symptome bleibt, ist die Erweiterung der Bauchschlagader. Im schlimmsten Fall kann dieses Blutgefäß dann platzen und zu schweren innerlichen Blutungen führen. 

Die Klinik für Gefäßchirurgie und endovaskuläre (das Gefäßinnere betreffende) Chirurgie am MHO ist auf die Diagnostik, die Therapie sowie die Nachsorge von Erkrankungen des arteriellen und venösen Gefäßsystems spezialisiert. Dem ärztlichen Team von Chefarzt Prof. Dr. med. Jörg Heckenkamp gehören vier Oberärzte und fünf Assistenzärzte an. Gemäß den aktuellen medizinischen Standards und wissenschaftlich begründeten Leitlinien der Fachgesellschaften werden jährlich ca. 1600 Patienten ambulant und stationär in der Klinik untersucht und behandelt. Hierzu steht in den Bereichen Diagnostik und Nachsorge neben der allgemeinen beschwerdeorientierten Untersuchung der Patienten eine hochmoderne apparative Ausstattung mit Laufbandergometrie (Belastungstest), Doppler- und Duplexsonographie (Farbultraschall sämtlicher Gefäßregionen) zur Verfügung. Im Bedarfsfall werden weitere bildgebende Verfahren in Kooperation mit der Klinik für Radiologie wenn möglich ambulant durchgeführt (z. B. Angiographie, Computertomographie (CT), Kernspintomographie (MRT)). Zudem besteht eine enge Zusammenarbeit mit der Klinik für Kardiologie zur Beurteilung der Herzfunktion vor größeren Operationen, um das operative Risiko so gering wie möglich zu halten. Behandlungsschwerpunkte der gefäßchirurgischen Klinik am MHO sind die Therapie von verengten Halsschlagadern (Schlaganfallprophylaxe) und Aortenaneurysmen (Aussackung der Körperschlagader) sowie gliedmaßenerhaltende Eingriffe bei fortgeschrittenen Durchblutungsstörungen (Wiederherstellung der Durchblutung bei arterieller Verschlusskrankheit zur Vermeidung von Amputationen). 

Zudem führen wir Shuntoperationen (Anlage einer Verbindung zwischen Aterien und Venen) durch, die für die erfolgreiche Hämodialysetherapie (Blutwäsche) erforderlich sind. Die Behandlung von Krampfadern (Varizen) gehört ebenfalls zum Spektrum der Klinik. Diese Behandlung dient neben kosmetischen Gründen oft auch der Vermeidung von Komplikationen wie Venenentzündungen, Varizenblutungen, tiefen Beinvenenthrombosen und „offener Beine“ (ulcera cruris). 
Der gefäßchirurgische Operationssaal verfügt über Carbonfasertische (Tische aus Kohlenstofffasern) und eine hochmoderne Röntgenanlage, die jederzeit während der Operation eine exakte Gefäßdarstellung ermöglicht. Dies ist insbesondere bei endovaskulären Operationen (Ballonaufdehnung, Stentimplantation) sehr wichtig. Als weiteres modernes Instrument der intraoperativen Qualitätskontrolle wird neuerdings routinemäßig die ultraschallbasierte Blutflussmessung nach Rekonstruktionen von Gefäßen eingesetzt. Dies erlaubt eine Funktionskontrolle und gegebenenfalls eine sofortige Korrektur der Rekonstruktion ohne erneute Operation und Strahlenbelastung. 

Behandlungsspektrum:

  • Arterielle Gefäßchirurgie sämtlicher Gefäßabschnitte 
  • Endovaskuläre Aneurysmaausschaltung durch Stentsysteme 
  • Endovaskuläre Behandlung von Gefäßengstellungen mit Ballonkatheter 
  • Shuntchirurgie zur Dialyse 
  • Venenchirurgie bei Krampfadern oder Thrombose 
  • Versorgung gefäßbedingter chronischer Wunden